Über Ann Kirschner
Vita
Ann Kirschner ist die Tochter von Sala Garncarz Kirschner und Sidney Kirschner. Sie arbeitete als Literaturwissenschaftlerin an der Princeton University und als freie Unternehmerin. Heute ist sie Dekanin am Macaulay Honors College der City University of New York.
Interview
Interview mit Ann Kirschner zu »Salas Geheimnis«, 08.05.2008
Sala Garncarz Kirschner lebt heute in New York. Am Vorabend einer schweren Herzoperation im Jahr 1991 vertraute sie ihrer Tochter Ann Kirschner die Geschichte ihrer Jugend an:
Zuerst dachte sie, dass es nur paar Wochen dauern würde. Doch aus sechs Wochen wurden fünf Jahre Zwangsarbeit für die Organisation Schmelt. Sala war 1940 sechzehn Jahre alt, als sie ihre polnische Heimatstadt verlassen musste, um die von den Nationalsozialisten befohlene
Zwangsarbeit abzuleisten. Fünf Jahre lang überlebte die junge Jüdin unter schwersten Bedingungen sieben verschiedene Lager, um dann für lange Zeit darüber zu schweigen. Anhand der rund 350 Briefe, die sich Sala in der Kriegszeit - unter der Zensur - mit ihrer Familie und Freunden schrieb und die sie wie einen Schatz hütete, erzählt Ann Kirschner die Geschichte der grausamen Odyssee ihrer Mutter durch das besetzte Europa - von Salas Leben in den Lagern, den kleinen Fluchten, von Freundschaft und ihrem unbedingten Willen zu überleben. (Foto: Joyce Ravid)
Zuerst dachte sie, dass es nur paar Wochen dauern würde. Doch aus sechs Wochen wurden fünf Jahre Zwangsarbeit für die Organisation Schmelt. Sala war 1940 sechzehn Jahre alt, als sie ihre polnische Heimatstadt verlassen musste, um die von den Nationalsozialisten befohlene
Zwangsarbeit abzuleisten. Fünf Jahre lang überlebte die junge Jüdin unter schwersten Bedingungen sieben verschiedene Lager, um dann für lange Zeit darüber zu schweigen. Anhand der rund 350 Briefe, die sich Sala in der Kriegszeit - unter der Zensur - mit ihrer Familie und Freunden schrieb und die sie wie einen Schatz hütete, erzählt Ann Kirschner die Geschichte der grausamen Odyssee ihrer Mutter durch das besetzte Europa - von Salas Leben in den Lagern, den kleinen Fluchten, von Freundschaft und ihrem unbedingten Willen zu überleben. (Foto: Joyce Ravid)
Verlag: Warum hielt ihre Mutter die Briefe für so viele Jahre geheim?
Anne Kirschner: Sie fürchtete die Wirkung der Briefe auf ihre drei Kinder – dass wir über ihre traurige Vergangenheit entsetzt sein könnten. „Ich wollte, dass ihr, du und deine Brüder, „normal“ seid, ganz gewöhnliche Kinder,“ erzählte sie mir. Natürlich brauchte sie selbst auch eine gewisse Distanz. Sie wusste, dass die Briefe schmerzhafte Fragen aufwerfen würden. Also versteckte sie sie bis zu dem Tag im Jahre 1991, als sie sich entschied, sie mir zu geben.
