Liu Xiaobo

Der chinesische Autor, Dissident und Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo ist tot.

Das teilte die Justizbehörde der Stadt Shenyang am 13. Juli 2017 mit, wo der 61-Jährige unter Bewachung im Krankenhaus war. Eine Ausreise zur Behandlung wurde ihm verweigert.

Liu Xiaobo, geboren 1955, wuchs in Changchun in der Volksrepublik China auf. Die Zeit der Kulturrevolution verbrachte er in der Inneren Mongolei. Nach seinem Studium der Literatur wurde er 1988 von der Pädagogischen Universität Peking promoviert. Liu war unter anderem als Gastprofessor an den Universitäten Oslo und Columbia und an der University of Hawaii tätig. Liu beteiligte sich an den Studentenprotesten von 1989, die am 4. Juni 1989 blutig niedergeschlagen wurden. Es folgten mehrere Jahre im Gefängnis und in Umerziehungslagern. Seine Arbeiten konnte Liu nur im Ausland veröffentlichen. Seit 2003 war er Präsident des Unabhängigen Chinesischen PEN-Zentrums.

 Im Dezember 2008 wurde Liu Xiaobo wegen »Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt« verhaftet und ein Jahr später zu elf Jahren Haft verurteilt. Im Dezember 2010 wurde Liu Xiaobo der Friedensnobelpreis für seinen Einsatz für Demokratie und Menschenrechte verliehen. Kurz zuvor wurde er mit dem Hermann-Kesten-Preis des deutschen PEN-Zentrums ausgezeichnet.

2011 erschienen im S. Fischer Verlag seine ausgewählten Schriften und Gedichte:

»Ich habe keine Feinde, ich kenne keinen Hass«,

herausgegeben von seiner Frau Liu Xia und Tienchi Martin-Liao

Zurück bleibt seine Frau Liu Xia, die unter Hausarrest steht.

»Voller Optimismus hoffe ich auf ein freies China. Denn es gibt keine Kraft, die den menschlichen Drang nach Freiheit aufhalten kann, und irgendwann wird auch China ein Staat sein, in dem das Gesetz regiert und wo die Rechte der Menschen den höchsten Stellenwert haben.«
Liu Xiaobo

0 Artikel  0 €