Ernst Klee

Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer

Sachbuch
Taschenbuch
Preis € (D) 14,95 | € (A) 15,40 | SFR 21,90
ISBN: 978-3-596-14906-3
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Buchdetails

Sachbuch
528 Seiten, Broschur
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-596-14906-3
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Inhalt

Am 20. August 1947 endete in Nürnberg der sogenannte Ärzteprozeß. Angeklagt waren Mediziner, die in der Nazi-Zeit Menschen wie Laborratten behandelt hatten. Ernst Klee, Autor des Standardwerkes »Euthanasie« im NS-Staat, schildert Karrieren von Medizinern, die Patienten, Kriegsgefangene oder KZ-Häftlinge zu Menschenversuchen mißbrauchten und nach 1945 unangefochten (wieder) angesehene Universitätskatheder bzw. lukrative Chefsessel von Pharma-Unternehmen übernahmen. Klee belegt, daß die Elite der deutschen Medizin von den Verbrechen wußte oder daran beteiligt war. Das Personenregister des Buches enthält mehr als tausend Namen.
Klee beschreibt anhand neuer Quellen das System der medizinischen Forschung und der konkurrierenden Organisationen: das SS-Sanitätswesen, das SS-Ahnenerbe, die Wehrmacht und die Kaiser-Wilhelm-Institute (heute Max-Planck-Gesellschaft). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanzierte die meisten Medizinverbrechen der Nazizeit. Ausführlich dokumentiert wird die Rolle der Pharmaindustrie. Ein Mitarbeiter der IG Farben Bayer Leverkusen, der als KZ-Arzt eingesetzt war, »erprobte« in drei Konzentrationslagern Präparate seines Hauses.
Breit dokumentiert wird die Rolle der Wehrmacht und ihrer medizinischen Forschungsinstitute. So wurden z.B. in Auschwitz tödliche Testreihen unternommen, um Deserteure, die mit Selbstbeschädigungen dem Krieg entkommen wollten, erkennen zu können.
Klee beschreibt die Rolle der KZ-Ärzte. Er veröffentlicht erstmals eine Namensliste von KZ-Medizinern, von denen viele nach dem Krieg als praktische Ärzte tätig wurden

Pressestimmen

»Man könnte Klees Buch zur NS-Medizin auch wie einen aktuellen Kommentar zur heutigen Entwicklung, zu den Möglichkeiten der Genforschung lesen. Gewiß, nichts wiederholt sich. Aber eine Medizin, die einem biologistischen Menschbild anhängt, gibt Anlaß, mißtrauisch zu sein. [...] Tatsache ist, daß Ernst Klee - von seinem siebten Sinn gesteuert oder aus ihm selbstverständlicher Hartnäckigkeit, egal wie - die richtigen Fragen stellt und so eine Menge frommer Lügen aufgedeckt hat. Klee ist einer, der sich noch empören kann und damit auch ziemlich genervt hat, gibt er zu. [...] Klee ist einer, der wirklich noch fassungslos sein kann über die Gräßlichkeiten, die geschehen sind.«
Elisabeth Bauschmid, Süddeutsche Zeitung

Über Ernst Klee

Ernst Klee, geboren 1942, Journalist und Buchautor. Für seine Filme und Artikel erhielt er u.a. einen Adolf-Grimme-Preis (1982). Für „Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer“ (1997) erhielt er den Geschwister-Scholl-Preis. Die Stadt Frankfurt am Main zeichnete ihn 2001 mit der Goethe-Plakette aus und 2007 das Land Hessen mit der Wilhelm Leuschner-Medaille. Seit 2005 ist eine Förderschule im westfälischen Mettingen nach ihm benannt.

Buchveröffentlichungen u.a.: „Das Kulturlexikon zum Dritten Reich“ (2007); „Das Personenlexikon zum Dritten Reich“ (2003); „Deutsche Medizin im Dritten Reich“ (2001); „Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer“ (1997); „Was sie taten, was sie wurden“ (1986); „Dokumente zur ‚Euthanasie’“ (1985) und „’Euthanasie’im NS-Staat“. Die ‚Vernichtung lebensunwerten Lebens’“ (1983).

Mehr über Ernst Klee

Ernst Klee
© Dr. Walter H. Pehle
Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer
 
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