Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben
 

Sigmund Freud

Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben

Taschenbuch
Preis € (D) 8,99 | € (A) 9,30
ISBN: 978-3-596-10448-2
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Buchdetails

176 Seiten,
FISCHER Taschenbuch
ISBN 978-3-596-10448-2
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Inhalt

Noch nie habe er tieferen Einblick in die Seele eines Kindes gewonnen, konstatierte Freud am 1. Juni 1909 in einem Brief an Ernest Jones anläßlich des Erscheinens seiner Fallstudie des sogenannten »kleinen Hans«. Zwar wurde der an einer Pferdephobie erkrankte Fünfjährige seinerzeit nicht von ihm selbst behandelt, sondern vom eigenen Vater, einem bekannten Wiener Intellektuellen und frühen Anhänger, der ihn aber häufig konsultierte. Auf diese Weise gelangte der Begründer der Psychoanalyse, der bislang die frühkindliche seelische Entwicklung aus der Behandlung erwachsener Patienten bloß hatte 'rekonstruieren' können, erstmals 'unmittelbar' mit analytischem Material eines Kindes in Berührung - den bewegenden, bezaubernden Äußerungen eines zwischen heftigsten Triebwünschen und dem Bemühen um Gehorsam hin- und hergerissenen kleinen Jungen, der, trotz peinigender Ängste, mit ernster Logik in-fantile Sexualforschung betreibt. Anhand der Verbatim-Protokolle des Vaters hat Freud nach geglückter Heilung des Patienten die Falldarstellung niedergeschrieben. Epochemachend ist sie in mehrfacher Hinsicht: Es handelt sich um die erste psychoanalytische Behandlung eines Kindes, also die Eröffnung eines neuen Therapiefeldes, nämlich der 'Kinderanalyse', sowie um die erste systematische analytische 'Kinderbeobachtung'. Ferner haben wir den ersten Bericht einer 'Supervision' vor uns.
In ihrer fesselnden Einleitung zeichnet Veronica Mächtlinger nicht nur die Re-zeption des seinerzeit als skandalös empfundenen Freud-Werks nach, sondern auch die spätere Lebensgeschichte des »kleinen Hans«, der in Wirklichkeit Herbert Graf hieß. Aus ihm wurde ein namhafter Opernregisseur, der u. a. mit Arturo Toscanini, Bruno Walter und Maria Callas zusammengearbeitet hat und jahrelang künstlerischer Leiter der Metropolitan Opera, New York, gewesen ist. Außerdem würdigt die Autorin die Bedeutung der ›Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben‹ für Freuds Theoriebildung sowie, durchaus kritisch, die Stellungnahmen späterer Psychoanalytiker.



Über Sigmund Freud

Sigmund Freud, geb. 1856 in Freiberg (Mähren); Studium an der Wiener medizinischen Fakultät; 1885/86 Studienaufenthalt in Paris, unter dem Einfluss von J.-M. Charcot Hinwendung zur Psychopathologie; danach in der Wiener Privatpraxis Beschäftigung mit Hysterie und anderen Neurosenformen; Begründung und Fortentwicklung der Psychoanalyse als eigener Behandlungs- und Forschungsmethode sowie als allgemeiner, auch die Phänomene des normalen Seelenlebens umfassender Psychologie. 1938 emigrierte Freud nach London, wo er 1939 starb.

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Foto: Archiv S. Fischer Verlag

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