Alfred Kerr Herausgeber: Günther Rühle

Der Dichter und die Meerschweinchen

Novelle
Hardcover
Preis € (D) 19,90 | € (A) 20,50 | SFR 28,50
ISBN: 978-3-10-049514-3
lieferbar
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Buchdetails

Novelle
288 Seiten, gebunden
S. Fischer Verlag
ISBN 978-3-10-049514-3
lieferbar
Preisänderungen & Lieferfähigkeit vorbehalten.

Inhalt

Geflüchtet vor den Nazis, lebt der Dichter Clemens Teck während des Zweiten Weltkriegs mit seiner Familie in einem Boarding House in London und trifft dort auf Flüchtlinge aus Europa, »ein menschliches Wachsfigurenkabinett«. Um der »Stauung«, dem »schmerzhaften Leersein« zu entgehen, plant er eine »vivisektorische Novelle«, die nicht Abgelebtes erzählt, sondern in das Leben gleichgültiger Personen provozierend eingreift und sie aus ihrer Bedeutungslosigkeit aufscheucht: Der Schriftsteller als Experimentator, die Menschen als Objekte seiner handelnden Neugier.
Diese Geschichte, in deren Form sich die Vorliebe für die deutsche Romantik äußert: episodenhaft, vielfach gebrochen, Prosa und Lyrik munter mischend, ist auch ein Spiegelbild von Kerrs Leben im »Dauernd-Vorläufigen« des Exils. Sie zeigt den seiner Sprache, seiner Heiterkeit, seiner Erinnerungen noch immer mächtigen Kerr im Kampf gegen das Verstummen, seine Sehnsucht nach dem vormals unberechnet quellenden Leben und die »Abscheu vor dem einzig noch zu Erwartenden«.

Pressestimmen

»Seine von Überlebenswillen in jeder Hinsicht zeugende Novelle hat einen ungeheuren Rhythmus. Und vor allem natürlich: Witz.«
Knut Cordsen, Bayerischer Rundfunk, 2. 3. 2004

»Stilistisch so eindrucksvoll wie anstrengend expressiv«.
Christoph Roth, Berliner Zeitung, 4. 3. 2004

Über Alfred Kerr

Alfred Kerr (urspr. Kempner), 1867 in Breslau geboren, studierte Literaturwissenschaft in Berlin bei Erich Schmidt. 1905 sein erstes Buch bei S. Fischer: ›Das neue Drama‹. Mitarbeit als Kritiker vornehmlich an ›Der Tag‹, dem von ihm geleiteten zweiten ›Pan‹ und dem ›Berliner Tageblatt‹. 1933 Flucht aus Deutschland. Mühselige Existenz in London.1948 erlitt Alfred Kerr, als Besucher in Hamburg, einen Schlaganfall und machte seinem Leben ein Ende.

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Alfred Kerr
© Archiv S. Fischer Verlag

Günther Rühle, einer der angesehensten deutschen Theaterkritiker und Theaterschriftsteller, geboren 1924 in Gießen, 1960–1985 Redakteur im Feuilleton der ›Frankfurter Allgemeinen Zeitung‹ – seit 1974 sein Leiter –, 1985–1990 Intendant des Frankfurter Schauspiels, danach Feuilletonchef am Berliner ›Tagesspiegel‹. Edierte u.a. die Werke von Marieluise Fleißer und Alfred Kerr. Ehrenpräsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Theodor-Wolff-Preis 1963, Johann-Heinrich-Merck-Preis 2007.

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