Viola Roggenkamp

Die Frau im Turm

Roman
Taschenbuch
Preis € (D) 9,95 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-596-18363-0
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Buchdetails

Roman
432 Seiten, Broschur
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-596-18363-0
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Cover »Die Frau im Turm«
Die Frau im Turm
Preis € (D) 19,95
ISBN: 978-3-10-066064-0
Cover »Die Frau im Turm«
Die Frau im Turm
Preis € (D) 9,49
ISBN: 978-3-10-400100-5

Inhalt

Hamburg, 1999: Zehn Jahre nach der Wende macht sich Masia Bleiberg von Hamburg aus auf die Suche nach ihrem Vater in Ostdeutschland, einem jüdisch-kommunistischen Menschheitsträumer. In der Hoffnung, ihn in Dresden zu finden, begleitet sie August Kuhl, ihren einzigen Freund, der dort einen Film dreht über die Gräfin Cosel. Einst berühmte Mätresse von August dem Starken, mächtigste Frau an einem der glanzvollsten Höfe des 18. Jahrhunderts, wurde sie verstoßen, auf die Festung Stolpen verbannt und ausgesperrt aus der Welt bis zu ihrem Tod. In fünfzig Jahren Gefangenschaft wurde die schöne Dame des Hochadels zu einer Gelehrten, sie durchwanderte geistige Freiräume, die sie im Judentum fand – zu ihrer Zeit ein Skandal. Beide Frauengestalten, die hinter Mauern lebende Gräfin und die deutsch-jüdische Tochter, repräsentieren in Vergangenheit und Gegenwart Lebenszusammenhänge von Eingeschlossenheit und Ausgeschlossenheit.

Pressestimmen

»Viola Roggenkamp hat in diesem außerordentlichen Roman ein fesselndes historisches Portrait entworfen mit einer Fülle von Nebengestalten, hinter denen unbeantwortbare und doch immer neu zu stellende politische und menschliche Fragen lauern.«
Ruth Klüger, Literarische Welt

»Mit großem Einfühlungsvermögen und Detailgenauigkeit gelingt es Viola Roggenkamp eine historisch nahezu vergessene Figur wie die Cosel lebendig werden zu lassen.«
Elke Biesel, Kölner Stadtanzeiger, 4.7.2009

»Trotz dieses historischen Weitblicks hat Roggenkamp ihre Geschichte immer im Griff, wächst ihr Roman nicht zu einem barock-überladenen Konvolut aus. Die Spezialistin für feminine und jüdische Themen webt einen informativen, abwechslungsreichen Teppich, auf dem sie die beiden Frauen-Figuren mit ihrem eigenen Schicksal kämpfen lässt.«
Sylvie Kürsten, NDR Kultur, Matinée, 10.3.2009

»Ergreifend erzählt die Hamburger Autorin Viola Roggenkamp, selbst Tochter aus deutsch-jüdischer Familie, vom Schicksal Nachgeborener. Hier begegnet ein erwachsenes Kind den fremden Ängsten der Elterngeneration, wie sie nicht in den Büchern zur Schoa beschrieben sind.(...) Dabei gelingt es Viola Roggenkamp, durch klug montierte Verknüpfungen der Erzählstränge die Gemeinsamkeiten der beiden Frauenschicksale hervortreten zu lassen.«
Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.3.2009

»Viola Roggenkamp verstrickt Distanzen raffiniert ineinander. (...) Roggenkamp hat weder einen einfachen Historien- noch einen Wenderoman geschrieben. Wie in den meisten Büchern geht es auch hier vor allem um eines: jüdische Identität in all ihren Facetten.«
Katrin Diehl, Jüdische Allgemeine, 12.3.2009

»Unsentimental, in einer eigenwilligen, schönen Sprache voll längst vergessener Wörter lässt Viola Roggenkamp ihre Gräfin von Cosel nebenbei auch noch in bestem Französisch parlieren. Und genau darin liegt die Stärke des Romans: Er ist großartig zu lesen.«
Nicole Filbrandt, Buchjournal, 2/2009

»Man erfährt in diesem Buch wohl so viel über die Gräfin Cosel wie in keinem Buch zuvor. Man erfährt viel über ostdeutsche Befindlichkeiten in den Jahren nach dem Beitritt zur BRD.«
Roland Mischke, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 21.3.2009

»Wie die von den eigenen jüdischen Wurzeln faszinierte Masia mit der ernüchternden Wirklichkeit konfrontiert wird, gehört zu den gelungendsten Passagen des Romans.«
Andreas Heimann, dpa, Der Landbote, 17.3.2009

»›Die Frau im Turm‹ eine packende Geschichte vom komplizierten Verhältnis zwischen BRD, DDR, Israel und dem heutigen Deutschland, die auf schwarz-weiße Einseitigkeiten verzichtet und in kräftigen Farben malt, was das Leben erzählt. Wie sich ein einzelner unter dem Druck der geschichtlichen Gewalt behaupten kann.«
Monika Melchert, Neues Deutschland, 27.4.2009

»Mit der ›Frau im Turm‹ gelingt der Autorin nicht nur die Hommage an eine bislang unterschätzte historische Gestalt, die während ihrer 50-jährigen Gefangenschaft zu einer Gelehrten wurde, einer Kennerin der jüdischen Kultur. Sie zeigt sie als eine Pionierin, die einen umgekehrten Assimilationsprozess vollzog. Denn Jüdischsein, so die indirekte Botschaft, hat nicht nur mit Herkunft und Abstammung zu tun. Den vielen Büchern über die Schoa fügt Viola Roggenkamp außerdem einen bislang unterbelichteten Aspekt hinzu, den des Lebens in der DDR, wo Juden ihre Herkunft verleugneten, weil man dort unter dem Dogma des Antifaschismus angeblich immer schon auf der besseren Seite stand. So ist ihr Roman auch ein subtiler Beitrag zur gesamtdeutschen Geschichte.«
Edelgard Abenstein, Deutschlandradio Kultur, 29.4.09

»Roggenkamp weiß Zeit- und Erzählebenen klar zu gliedern und Wunsch und Wirklichkeit eines historischen und eines fiktiven Lebenslaufs unterhaltsam und sinnlich zu schildern.«
Alexandra Glanz, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 11.5.2009

»Beide Geschichten erzählt die großartige Autorin Viola Roggenkamp parallel, von Kapitel zu Kapitel hin- und herspringend zwischen den Jahrhunderten.«
Annette Garbrecht, Financial Times Deutschland, 27.5. 2009

»Dieses Buch erschüttert und gewährt Beistand zugleich.«
Jürgen Verdofsky, Badische Zeitung, 16.6.2009

»Roggenkamp gelingt es, die äußerst komplexen, zum Teil ineinander greifenden Projektionen und Verstörungen ihrer Figuren darzustellen und deren historische und gesellschaftliche Bedingtheit erzählerisch zu durchdringen.«
Carola Ebeling, Rheinischer Merkur, 31.7.2009

Über Viola Roggenkamp

Viola Roggenkamp, in Hamburg geboren, aus deutsch-jüdischer Familie, Studium der Psychologie, Philosophie und Musik. Sie reiste und lebte mehrere Jahre in verschiedenen Ländern Asiens und in Israel. Als Schriftstellerin und Publizistin lebt sie heute wieder in Hamburg. 2004 erschien ihr Roman ›Familienleben‹, ein Bestseller, übersetzt in mehrere Sprachen, 2005 ihr großer Essay ›Erika Mann. Eine jüdische Tochter‹ und 2009 der Roman ›Die Frau im Turm‹. Zuletzt erschien 2011 ihr Roman ›Tochter und Vater‹.

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Viola Roggenkamp
Foto: Christel Becker-Rau


Interview zum Buch

Interview mit Viola Roggenkamp, 07.02.2011
Fischer Verlag: In ›Familienleben‹ haben Sie die Geschichte der jungen Fania Schiefer erzählt, Tochter einer deutsch-jüdischen Familie, die aufwächst im Hamburg der sechziger Jahre. In Ihrem neuen Roman geht es um die Tochter, die sich nach dem Tod des Vaters auf seine Spuren begibt und seine Geschichte genauer erkunden will. Ist ›Tochter und Vater‹ eine Art Fortsetzung von ›Familienleben‹?
Viola Roggenkamp: Die beiden Romane haben unbedingt etwas miteinander zu tun. ›Tochter und Vater‹ ist dennoch keine Fortsetzung, sondern eine Fortschreibung des Themas. Die Protagonistin in ›Tochter und Vater‹ ist eine junge Frau, Ende dreißig, ihr Vorname wird nicht genannt, aber ihre Eltern heißen Alma und Paul, dieselben Namen wie in ›Familienleben‹. Die Erzählzeit ist das Jahr 1992. Zu Beginn des Romans stirbt Paul, und seine Tochter beschließt, auf der Beerdigung ihres Vaters eine Rede zu halten. Sie will erzählen, wie er das damals gemacht hat. Das ist eine heikle Situation.
Die Frau im Turm
 

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