Clemens Meyer

Die Nacht, die Lichter

Taschenbuch
Preis € (D) 10,00 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-596-51134-1
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Buchdetails

304 Seiten, Pappband
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-596-51134-1
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Inhalt

Er setzt alles auf eine Karte, der Hundebesitzer, der auf der Rennbahn sein Geld verwettet, um eine teure OP zahlen zu können. Sie will es allen zeigen, die junge Frau, und sich vom Flüchtlingsschiff in die erste Liga hochboxen. Sie reden eine Nacht lang, der junge Mann und eine Freundin, haben einander zufällig wiedergetroffen, sie denkt vielleicht an ein gemeinsames Leben, doch er weiß, dass es anders kommen wird.
Clemens Meyer erzählt von der Hoffnung, einmal im Leben den großen Gewinn einzustreichen, von dem Willen, etwas aus sich zu machen, und der verpassten Liebe. Seine Geschichten spielen in der stillen Wohnung, in der Lagerhalle und am Fluss. Seine Helden sind dem Leben ausgesetzt, es sind die Heimatlosen und Träumer, strauchelnde Glückssucher, die die nächtliche Stadt durchstreifen. Meyer trifft die Töne unserer Zeit: In seinen rauen, präzisen und zarten Sätzen spricht er von verlorenen Illusionen, von Sehnsucht und Einsamkeit.

Pressestimmen

»Der 30jährige Leipziger haut sich rein in seine Geschichten, er nähert sich seinen Figuren mit einem genauen, neugierigen und beinahe zärtlichen Blick. Meyer kennt, wovon er schreibt, die Menschen, die Orte, die Milieus, die Stimmungen.(...) Vor allem in den stillen Momenten entfalten seine Geschichten eine ungeheure Kraft und Nähe.«
Jörg Böckem, KulturSpiegel, Februar 2008

»Anders als die meisten seiner Generationskollegen zeigt er in den Geschichten nicht nur seine Erzählinstrumente vor und spielt mit ihnen herum, sondern beweist auch wie klug er ist und wie belesen in der Erzähltheorie. Er beherrscht sie. (...) Der Boxer und der Hundefreund, der Maler und der Junkie – sie leuchten hell und warm in der Dunkelheit und Kälte, in die sie gestellt sind. Das macht Clemens Meyer dann endgültig zu einem der ganz Großen (wahrscheinlich nicht nur dieser Gattung), damit erreichen seine Geschichten eine Qualität, die man in keinem Literaturinstitut der Welt lernen kann: Man wohnt Menschwerdungen bei. Größe wächst ihnen zu, den Verlierern, und Stolz und Mitleid. Da ist Meyer dann ganz nah bei Ralf Rothmann, bei Raymond Carver, ganz nah bei Denis Johnson. Und ein höheres Lob ist im Moment nicht zu vergeben.«
Elmar Krekeler, Die Welt, 2.2.2008

»In bester angloamerikanischer Erzähltradition wird hier das wahre Leben in literarischen Schnappschüssen eingefangen. Aber was jeweils wie ein Schnappschuss wirkt, ist das Ergebnis harter Arbeit.(...) Es bleiben nur die Worte, die der Text wirklich braucht. Denn weniger ist bekanntlich mehr. (...) Kaum zu glauben, mit welcher Souveränität der 1977 in Halle geborene Meyer bereits das Werkzeug des modernen Erzählens beherrscht: so kunstvoll wie ein alter Meister aus Amerika.«
Peter Krutsch, Leipziger Volkszeitung, 5.2.2008

»(…) nie kitschig, immer mitleidend, nie langweilig, den Grundbass scheinbar beliebig variierend, das ist einfach zum Staunen. Und leuchten also? Und wie!«
Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 10.2.2008

»Hier wird ein Tonfall hörbar, der in unserer Gegenwartsliteratur eher selten zu vernehmen ist: rauh und unsentimental und so illusionslos, wie man spricht, wenn man kaum noch tiefer fallen kann.«
Holger Schlodder, NDR Kultur - Neue Bücher, 12.02.08

»Meyers Geschichten leuchten, mehr so von innen, und seine gelenkige, sich ihrer selbst sehr gewisse Prosa leuchtet genauso. (...) Ja, die fünfzehn Erzählungen des Bandes vermitteln fast den Eindruck, als sei es Meyers primäre Meisterschaft, kurze Geschichten zu erzählen, short stories in bester amerikanischer Tradition, die den Vergleich mit denen eines Ernest Hemingway oder Richard Ford nicht zu scheuen brauchen, nicht zuletzt atmosphärisch. Clemens Meyer beherrscht die Kunst der Auslassung, der Reduktion, des sparsamen, vielsagenden Dialogs.« Gerrit Bartels, Der Tagesspiegel, 13.2.2008

»Meyers Sprache ist präzise, sein Ton oft rau, manchmal jedoch von einer erstaunlichen Sanftheit, wenn seine Figuren ihren Sehnsüchten und Träumen nachhängen.«
Heinrich Oehmsen, Hamburger Abendblatt, 13.2.2008

»Die Gefühle seiner Helden beschreibt Meyer wie schon in ›Als wir träumten‹ in melancholisch-poetischem Ton. Und versetzt den Leser in eine Art ›Dauer-Irritation‹. Es ist völlig klar, dass Meyer weit mehr als die eigenen Erfahrungen zu Literatur verarbeitet, und doch wirken seine Geschichten wie von einem ›Komplizen der Nacht‹ geschrieben. (...) Es hat sich also wirklich gelohnt, dass Meyer ein Jahr lang die Nacht zum Tag gemacht hat, um seinen Lesern Exklusivgeschichten, aus einem Guss zu präsentieren.«
Katja Huber, Bayerischer Rundfunk, Zündfunk, 15.2.2008

»Meyer treibt in seinen unsentimentalen, lapidaren Episoden die amerikanische Shortstory zur Perfektion. Technisch orientiert er sich an Großmeistern dieses Genres von Ernest Hemingway bis hin zu Francis Scott Fitzgerald und Raymond Carver. (...) Mit seinen knappen und wuchtigen Sätzen, die stets auf eine unerwartete Pointe zielen, zieht der Autor unweigerlich in seinen Bann.«
Ulf Heise, Freie Presse Chemnitz, 21.2.2008

»Das zweite Buch gilt in solchen Fällen als besonders schwierig. Meyer hat die Hürde locker genommen. Solche Erzähler braucht das Land.«
Martin Lüdke, Die Rheinpfalz, 21.2.2008

»›Die Nacht, die Lichter‹ ist fast noch besser als ›Als wir träumten‹ - Meyer bewegt sich hier in seinem bevorzugten Metier, der Short Story, und erzählt nüchtern, gekonnt und atmosphärisch faszinierend wie ein Hemingway in den ›Nick Adams Stories‹ oder ein Richard Ford in ›Rock Springs‹«.
Gerrit Bartels, Der Tagesspiegel, Ticket, 22.2.2008

»15 lakonisch-sehnsüchtige Storys von unserem zurzeit größten Erzähltalent.« GQ, März 2008

»Die Kurzgeschichten - hier Stories genannt - sind spannend, erhellend, berührend, auch mal abstoßend, aber doch so gut wie immer faszinierend(...) Dem jungen Autor Meyer, der mit seinem dicken Roman-Erstling zurecht so gut wie alle Preise erhalten hat, ist erneut ein großes Werk gelungen.«
Gerlinde Sommer, Thüringer Landeszeitung, 7.3.2008

»Meyer treibt in seinen unsentimentalen, lapidaren Episoden die amerikanische Shortstory zur Perfektion.«
Ulf Heise, Märkische Allgemeine, 8.3.2008

»Meyer ist kein literarischer Sozialankläger. Er ist ein hochbegabter Chronist des Elends. Was er mit knappen Sätzen, mit aufgebrochenen Chronologien, auf knappem Raum anstellt, macht sprachlos. Sie leuchten im Dunkel der Welt, diese Storys.«
Die Welt, 8.3.2008

»Die Mittel der kurzen Form, Lakonie, Spielen mit den Zeitebenen, das Unprätentiöse im Stil - diese Mittel beherrscht er. (...) Dieser Clemens Meyer schreibt die derzeit kunstvollsten, die härtesten und herzergreifendsten Geschichten in Deutschland..«
Moritz von Uslar, Der Spiegel, 10.3.2008

»Die Texte leben von so eleganten sprachlichen Lücken in Kombination mit knappsten Schnitten, dass dieses zweite Buch des 1977 geborenen, also immer noch blutjungen Leipziger Schriftstellers Clemens Meyer unbedingt zu rühmen ist.«
Ina Hartwig, Frankfurter Rundschau, 11.3.2008

»Die Diskussion ,ob das Leipziger Literaturinstitut, an dem er studiert hat, nicht zu weltfremdem, blutleeren Schreiben anhalte, dürfte sich mit diesem glänzenden, kraftvollen Buch erübrigt haben.«
Edo Reents, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.3.2008

»Meyer erzählt, wie vor ihm etwa Döblin und später Jean Genet, von Menschen, die normalerweise nicht als ›literaturfähig‹ gelten. Der Zusammenhang von Macht und Gewalt, der mit dem Fortschreiten der Moderne zunehmend geächtet wurde, tritt bei diesen Autoren wieder in den Vordergrund.(...) Hut ab! Der Mann kann was. Solche Erzähler braucht das Land.«
Martin Lüdke, Die Zeit, 13.3.2008

»Und dann sitzt man da. Verdattert oft. Noch beeindruckt vom Bild, das vielleicht gerade gekippt wurde. Verwirrt. Und möglicherweise liest man, bevor man weiterliest, die Story noch einmal. Das wäre großartig, denn: das ist Lesen.« Brigitte Schwens-Harrant, Die Furche, 13.3.2008

»Die ganze Mischung aus Kraftnatur und reinem Tor, aus Geschichtenerzähler und Unschuldsengel, aus Witz, Schlagfertigkeit und Übermut, mal auffahrend, mal angeberhaft, aber nie großkotzig, das wirkt alles wie aus einem Guss. So ganz man selbst sein zu können wie Meyer berührt offenbar eine Sehnsucht der Kinder der Postmoderne.«
Ijoma Mangold, Süddeutsche Zeitung, 15.3.2008

»...ganz großes Literaturvolkstheater. Auf perfekte Weise gibt Meyer darin den tumben Tor, den Parzival, der die Rituale des Betriebs offenlegt, indem er sie unbekümmert, laut und lustvoll durchbricht.«
Richard Kämmerlings, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.3.2008

»Seine gekonnt an amerikanischem Vorbild geschulten Shortstorys scheuen das große Gefühl nicht, sind deshalb aber nicht gefühlsduselig. Sie beherschen, was jeder Boxer können muss: Haken schlagen.«
Karin Cerny, Profil, 17.3.2008

»Meyer hat mit präziser Beobachtungsgabe Momente des Unglücks und der Selbsttäuschungen eingefangen (...) Meyer ist fraglos ein großes literarisches Talent.«
Peter Mohr, Augsburger Allgemeine, 19.3.2008

Zu guter Letzt ist Meyer auch noch ein fantastischer Rhythmiker, der mit einfachen Mitteln, mit Punkt und Beistrich und ›und‹ einen beachtlichen Sog erzeugen kann, wie ›Der kleine Tod‹ belegt. Wer das kann, hat sich den Leipziger Literaturpreis allemal verdient.«
Klaus Nüchtern, Falter, 19.3.2008

»Meyer ist keineswegs bloß ein guter Milieukenner, sondern ein guter Menschenkenner. Er ist kein Intellektueller, aber ein Intelligenter.«
Michael Kraft, Fuldaer Zeitung, 22.3.2008

»Doch das eben macht einen großen Schriftsteller aus: Er versteht nicht nur zu formulieren, er versagt sich auch die romantische Verklärung einer vom nüchternen Erhaltungstrieb geprägten Welt.(...) Wenn Worte Gefühle hätten: Clemens Meyers Stories erwiesen sich als ganz sachte Berührungen.«
Stefan Reis, Main-Echo, 22.3.2008

»das vernuschelt Melodramatische der Szenen ist grosses Kino. Wer die Erzählungen von ›Die Nacht, die Lichter‹ liest, wird viel über die Hoffnung erfahren und darüber, dass die Enttäuschung kein Phänomen Deutschlands, sondern der Existenz ist. Der Aufschwung im Leben ist bei Clemens Meyer ein Salto mortale, ein kurzes tödliches Glück.«
Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung, 25.3.2008

»Meyer erzählt das in klaren, kurzen Sätzen im Präsens, ohne Schnörkel. Er setzt das um, was man für eine Short Story als erstes beherzigen soll: Man lässt weg. Man erklärt nichts.« Helmut Böttiger, Tagesanzeiger, 25.3.2008

»Die Shortstory ist Clemens Meyers Spielfeld, über dem sein amerikanischer Gott Nachtwache hält.(...)Meyer reißt die Handlungsfäden und Zeitebenen auseinander, beschreibt einen Bewusstseinswirbel, einen Wust aus Realität und Phantasie, Vergangenheit und Gegenwart. Das ist ein Meisterstück. (...) Glänzend ist er in der Beschreibung von Arbeitswelten. (...) Wie wenige entwirft Clemens Meyer auf knappen Zeilen ein Setting und eine durch exakte Lichtregie bestimmt Szenerie.(..) Clemens Meyer hat Geschichten des angehaltenen Atems geschrieben.(...) Hart und berührend.«
Verena Auffermann, Literaturen, April 2008

»Es ist eine abgebrühte, zupackende Sprache, knapp und klar. Von Sozialromantik fehlt in ›Die Nacht, die Lichter‹ jede Spur.« Maike Albath, SWR 2, Forum Buch, 28.4.2008

»Unsere Standing Ovations für diesen großen Erzählungsband sind ihm sicher.« Bücher, April/Mai 2008

»In Meyers Milieustudien strahlt auch ein fast zahnloser Trinker Souveranität aus. Wundersam. Wunderlich. Wunderbar.«
Park Avenue, 5/2008

Über Clemens Meyer

Clemens Meyer, geboren 1977 in Halle / Saale, lebt in Leipzig. 2006 erschien sein Debütroman ›Als wir träumten‹, für den er zahlreiche Preise,
darunter den Mara-Cassens-Preis, erhielt. 2008 folgten die Erzählungen ›Die Nacht, die Lichter‹, die mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurden. Im Frühjahr 2010 erschien ›Gewalten. Ein Tagebuch‹.

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Foto: Jürgen Bauer


Interview zum Buch

Interview mit Clemens Meyer, 14.03.2008
Clemens Meyer im Interview
Petra Gropp: Ein fast 500 Seiten starker Roman über das waghalsige Leben, die großen Hoffnungen und leisen Träume der Jugendlichen in Leipzig-Ost. Die Frage, wie ein solches Buch entsteht, zielt zuerst einmal auf den Stoff. Du hast in einem Gespräch gesagt: "Emile Zola ist durch abgewrackte Gegenden gewandert, um Stoff zum Schreiben zu finden, ich wohne dort." Liegen die Geschichten also quasi „auf der Straße“, und man muss sie nur einsammeln?
Clemens Meyer: Wenn's so einfach wäre. Die Anregung finde ich tatsächlich ab und an „auf der Straße“ oder in der Kneipe, vor allem auch im Gespräch mit alten Freunden. Aber auch in Zeitungen, und in mir selbst. Wenn das Gesehene, Gehörte, Erlebte etwas in mir auslöst, hinterlässt, mich bewegt und dazu zwingt, es künstlerisch umzusetzen, dann ist's optimal.
Nur so kann's meiner Meinung nach zu relevanter Kunst werden. Und das ist dann das Schwierige, die Kunst.
Die Nacht, die Lichter
 

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