Marlene Streeruwitz

Majakowskiring.

Roman
Taschenbuch
Preis € (D) 9,95 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-596-17182-8
lieferbar
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Buchdetails

Roman
112 Seiten, Broschur
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-596-17182-8
lieferbar
Preisänderungen & Lieferfähigkeit vorbehalten.

Inhalt

»Die Spuren der DDR würden verschwinden. Als hätte es sie nicht gegeben. Auch hier nicht. Als hätte sich hier nie jemand angestrengt, einen Salon einzurichten. Es genauso toll zu haben wie im Westen. Oder toller. Der Versuch, die Schrankwand ebenso gut zu machen, war umsonst gewesen. (...) Es war ein Wartezimmer. Dieser Salon im Gästehaus. Orangebraunbeige gestreifte Sessel. Für sie war es richtig, in einem Wartezimmer gelandet zu sein. In einem Wartezimmer, das auf Abbruch wartete ...«

Über Marlene Streeruwitz

Marlene Streeruwitz, in Baden bei Wien geboren, studierte Slawistik und Kunstgeschichte und begann als Regisseurin und Autorin von Theaterstücken und Hörspielen. Für ihre Romane erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Droste-Preis und den Peter-Rosegger-Literaturpreis.

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Marlene Streeruwitz
Foto: Philipp Horak


Interview zum Buch

Marlene Streeruwitz über ihr neues Buch »Kreuzungen.«, 03.07.2008
Die vielen Millionen auf der Bank in Luxemburg reichen nicht. Der Held dieses abgründigen, in rasanten Bildern erzählten Romans macht sich auf, zu den Allerreichsten der Welt zu gehören. Dazu beendet er das bisherige Leben, aus dem sein Reichtum hervorgegangen ist. Er verlässt Wien und seine Frau, die Kinder und sogar seine Therapeutin. Eine Schönheitsoperation eröffnet sein neues Leben. So verändert begibt er sich zur Erholung nach Venedig und trifft auf den Lyriker Gianni, der ihm mit seiner Kunst die endgültige Verfügbarkeit der Welt offenbart. Er benötigt nur noch die private Basis, sich uneingeschränkt dem Begehren nach Geld und Macht hinzugeben. Eine neue Frau wird gesucht. In der noblen Heiratsvermittlung der Frau Zapolska in Zürich findet sich eine passende Kandidatin und schon beginnen die Anwälte, die Verträge zu entwerfen. Die Form der Zeugung wird zum juristischen Problem. Sollen die Kinder künstlich oder natürlich entstehen? Francesca besteht auf künstlicher Befruchtung. Aber dann stellt sich überhaupt die Frage, was Francesca für eine Rolle spielt und ob sie nicht eine Agentin aus seiner Vergangenheit ist. Plant sie ein Komplott gegen ihn? Greift sie nach seinem Reichtum? Geht es um sein Leben?

Drei Wochen nach der Wahl von Nicolas Sarkozy zum französischen Präsidenten im Mai 2007 begann Marlene Streeruwitz diesen neuen Typus des mächtigen Mannes zu erforschen. Die Form des Romans, das Verschränken und Beschreiben von Motivketten, das detailgenaue Nachzeichnen eines Gedankenflusses, sind das poetische Instrument, mit dem die Autorin einer Persönlichkeit auf den Grund geht, für die Macht und Geld nicht mehr Mittel oder Standessymbole sind, sondern sexuelle, seelische und ästhetische Komponenten des Selbst.
Verlag: Frau Streeruwitz, zum ersten Mal spielt in Ihrem Werk ein Mann die Hauptrolle. Gehen Sie neue Wege?
Marlene Streeruwitz: Ach. Das ist ja nur eine andere Brennweite, die in „Kreuzungen.“ gewählt ist und die sich auf allen Textebenen auswirkt. Mein Projekt ist doch die Frage, wie der Schmerz in die Leben gerät. Da ist es nur konsequent, sich der Macht zuzuwenden und zu erforschen, wie Macht gemacht wird und was sie selber zu leiden hat. Figuren wie Max in „Kreuzungen.“ sind in allen meinen Romanen bereits aufgetreten. Diesmal ist das Zentrum der Macht der Ort des Romans und nicht die Peripherie wie bisher. Das ist ein konsequenter Weg der Erforschung. Helene in „Verführungen.“ war wohl die Figur, die sich an die äußerste Peripherie gedrängt finden musste. Margarethe in „Nachwelt.“ geht in der Geschichte der Exilanten den Spuren der Macht in Form des Dritten Reichs nach. Madeline Aschers Leben in „Partygirl.“ ist von dieser Macht gezeichnet. Jessica in „Jessica,30.“ nimmt den Kampf gegen die Korruption der politischen Macht und ihre Auswirkungen im Privaten auf. Selma in „Entfernung.“ war selbst im Zentrum und muss nach dem Verlust der Macht mit der Einsamkeit und der Erkenntnis der Gestürzten fertig werden. In „Kreuzungen.“ wird der Frage nachgegangen, wie materielle Macht gelebt wird. Unter den derzeitigen Bedingungen ist eine Männerfigur da die logische Lösung.
Majakowskiring.
 

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