Marlene Streeruwitz
morire in levitate.
Hardcover
Preis € (D) 18,00 | € (A) 18,50 | SFR 25,90
ISBN: 978-3-10-074429-6
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Buchdetails
96 Seiten, gebunden
S. Fischer Verlag
ISBN 978-3-10-074429-6
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Preisänderungen & Lieferfähigkeit vorbehalten.
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Inhalt
„Sterben. In Leichtigkeit.“ Wie und wann wird das sein. Und wird es dann das Ererbte sein. Dieses Gestorben-Werden, im Passivum. Erdrückt von den Hinterlassenschaften der Täter und Zuschauer.
Die beschwiegene Nazi-Vergangenheit wird zum körperlichen Symptom, und der hinfällige Körper – als Pflegefall degradiert – zum Ort der Erzählung.
Auf einem winterlichen Spaziergang folgt Geraldine Denner ihren Gedanken. Sie will ihre Geschichte nicht verdämmern lassen, sie will sterben können. Sie hofft, wissend zu bleiben. Und in der nicht vergessenen Erzählung vom eigenen Leben jene Leichtigkeit zu finden, die das Ende in Würde verwandelt.
In Andrej Tarkowskijs Film „Nostalghia“ wünscht sich Domenico ein „Sterben aus Leichtigkeit“. Die Opernsängerin Geraldine Denner in dieser Novelle von Marlene Streeruwitz hat diese Möglichkeit nicht: Zu brutal war sie in das kollektive Schweigen gezerrt worden. Aus dieser Auslöschung im Leben wünscht sie sich eine Leichtigkeit der Überwindung für den letzten Augenblick.
“Dachte nur sie immer daran. Dachte nur sie die ganze Zeit daran, wie das sein würde. Dieser letzte Augenblick. Und würde sie dann daliegen und sich denken, dass es das nun war. Und dass das nur sie wissen würde, wie das war. Dieses Geheimnis nur ihr gehören würde.“
Die beschwiegene Nazi-Vergangenheit wird zum körperlichen Symptom, und der hinfällige Körper – als Pflegefall degradiert – zum Ort der Erzählung.
Auf einem winterlichen Spaziergang folgt Geraldine Denner ihren Gedanken. Sie will ihre Geschichte nicht verdämmern lassen, sie will sterben können. Sie hofft, wissend zu bleiben. Und in der nicht vergessenen Erzählung vom eigenen Leben jene Leichtigkeit zu finden, die das Ende in Würde verwandelt.
In Andrej Tarkowskijs Film „Nostalghia“ wünscht sich Domenico ein „Sterben aus Leichtigkeit“. Die Opernsängerin Geraldine Denner in dieser Novelle von Marlene Streeruwitz hat diese Möglichkeit nicht: Zu brutal war sie in das kollektive Schweigen gezerrt worden. Aus dieser Auslöschung im Leben wünscht sie sich eine Leichtigkeit der Überwindung für den letzten Augenblick.
“Dachte nur sie immer daran. Dachte nur sie die ganze Zeit daran, wie das sein würde. Dieser letzte Augenblick. Und würde sie dann daliegen und sich denken, dass es das nun war. Und dass das nur sie wissen würde, wie das war. Dieses Geheimnis nur ihr gehören würde.“
Pressestimmen
»Marlene Streeruwitz ist eine analytische Beobachterin, die aus den Mauern ihrer Lebensgeschichte argumentiert.«
Verena Auffermann, Die Zeit, Literaturbeilage, Oktober 2004
»Die Streeruwitz ist ein politische Intellektuelle, eine Linke auf hohem Reflexionsniveau, was sie keinen Augenblick verhehlt. [...] Eine literarisch avancierte Autorin von Format. Wer ihrem Sog nicht erliegt, ist für Literatur, fern des Schmökerfutters, wohl verloren.«
Ulrich Weinzierl, Die Welt, 5.3.2005
Verena Auffermann, Die Zeit, Literaturbeilage, Oktober 2004
»Die Streeruwitz ist ein politische Intellektuelle, eine Linke auf hohem Reflexionsniveau, was sie keinen Augenblick verhehlt. [...] Eine literarisch avancierte Autorin von Format. Wer ihrem Sog nicht erliegt, ist für Literatur, fern des Schmökerfutters, wohl verloren.«
Ulrich Weinzierl, Die Welt, 5.3.2005
Über Marlene Streeruwitz
Interview zum Buch
Marlene Streeruwitz über ihr neues Buch »Kreuzungen.«, 03.07.2008
Die vielen Millionen auf der Bank in Luxemburg reichen nicht. Der Held dieses abgründigen, in rasanten Bildern erzählten Romans macht sich auf, zu den Allerreichsten der Welt zu gehören. Dazu beendet er das bisherige Leben, aus dem sein Reichtum hervorgegangen ist. Er verlässt Wien und seine Frau, die Kinder und sogar seine Therapeutin. Eine Schönheitsoperation eröffnet sein neues Leben. So verändert begibt er sich zur Erholung nach Venedig und trifft auf den Lyriker Gianni, der ihm mit seiner Kunst die endgültige Verfügbarkeit der Welt offenbart. Er benötigt nur noch die private Basis, sich uneingeschränkt dem Begehren nach Geld und Macht hinzugeben. Eine neue Frau wird gesucht. In der noblen Heiratsvermittlung der Frau Zapolska in Zürich findet sich eine passende Kandidatin und schon beginnen die Anwälte, die Verträge zu entwerfen. Die Form der Zeugung wird zum juristischen Problem. Sollen die Kinder künstlich oder natürlich entstehen? Francesca besteht auf künstlicher Befruchtung. Aber dann stellt sich überhaupt die Frage, was Francesca für eine Rolle spielt und ob sie nicht eine Agentin aus seiner Vergangenheit ist. Plant sie ein Komplott gegen ihn? Greift sie nach seinem Reichtum? Geht es um sein Leben?
Drei Wochen nach der Wahl von Nicolas Sarkozy zum französischen Präsidenten im Mai 2007 begann Marlene Streeruwitz diesen neuen Typus des mächtigen Mannes zu erforschen. Die Form des Romans, das Verschränken und Beschreiben von Motivketten, das detailgenaue Nachzeichnen eines Gedankenflusses, sind das poetische Instrument, mit dem die Autorin einer Persönlichkeit auf den Grund geht, für die Macht und Geld nicht mehr Mittel oder Standessymbole sind, sondern sexuelle, seelische und ästhetische Komponenten des Selbst.
Drei Wochen nach der Wahl von Nicolas Sarkozy zum französischen Präsidenten im Mai 2007 begann Marlene Streeruwitz diesen neuen Typus des mächtigen Mannes zu erforschen. Die Form des Romans, das Verschränken und Beschreiben von Motivketten, das detailgenaue Nachzeichnen eines Gedankenflusses, sind das poetische Instrument, mit dem die Autorin einer Persönlichkeit auf den Grund geht, für die Macht und Geld nicht mehr Mittel oder Standessymbole sind, sondern sexuelle, seelische und ästhetische Komponenten des Selbst.
Verlag: Frau Streeruwitz, zum ersten Mal spielt in Ihrem Werk ein Mann die Hauptrolle. Gehen Sie neue Wege?
Marlene Streeruwitz: Ach. Das ist ja nur eine andere Brennweite, die in „Kreuzungen.“ gewählt ist und die sich auf allen Textebenen auswirkt. Mein Projekt ist doch die Frage, wie der Schmerz in die Leben gerät. Da ist es nur konsequent, sich der Macht zuzuwenden und zu erforschen, wie Macht gemacht wird und was sie selber zu leiden hat. Figuren wie Max in „Kreuzungen.“ sind in allen meinen Romanen bereits aufgetreten. Diesmal ist das Zentrum der Macht der Ort des Romans und nicht die Peripherie wie bisher. Das ist ein konsequenter Weg der Erforschung. Helene in „Verführungen.“ war wohl die Figur, die sich an die äußerste Peripherie gedrängt finden musste. Margarethe in „Nachwelt.“ geht in der Geschichte der Exilanten den Spuren der Macht in Form des Dritten Reichs nach. Madeline Aschers Leben in „Partygirl.“ ist von dieser Macht gezeichnet. Jessica in „Jessica,30.“ nimmt den Kampf gegen die Korruption der politischen Macht und ihre Auswirkungen im Privaten auf. Selma in „Entfernung.“ war selbst im Zentrum und muss nach dem Verlust der Macht mit der Einsamkeit und der Erkenntnis der Gestürzten fertig werden. In „Kreuzungen.“ wird der Frage nachgegangen, wie materielle Macht gelebt wird. Unter den derzeitigen Bedingungen ist eine Männerfigur da die logische Lösung.

