Monika Maron

Pawels Briefe

Roman
Taschenbuch
Preis € (D) 8,95 | € (A) 9,20 | SFR 13,50
ISBN: 978-3-596-14940-7
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Buchdetails

Roman
208 Seiten, Broschur
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-596-14940-7
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Cover »Pawels Briefe«
Pawels Briefe
Preis € (D) 19,00
ISBN: 978-3-10-048809-1

Inhalt

»Wer entscheidet darüber, ob wir uns eher an die glücklichen Momente unseres Lebens erinnern oder an die unglücklichen?« Warum sie den Karton mit alten Briefen und Fotos, Erinnerungsstücken aus den schrecklichsten Monaten ihrer Familiengeschichte, die zugleich die finstersten der deutschen Geschichte in diesem Jahrhundert waren, völlig vergessen hat, weiß Hella nicht. Hella ist die Mutter von Monika Maron, und sie erinnert sich eher an Glück.
Die Briefe in dem Karton stammen von Pawel Iglarz, Hellas Vater, Monikas Großvater, der als konvertierter Jude Anfang des Jahrhunderts mit seiner Frau Josefa aus der Gegend von Lodz nach Neukölln übergesiedelt war, um in der Großstadt Berlin als Schneider für seine Familie ein Auskommen zu finden. 1939 wurden sie zurück nach Polen vertrieben und wenige Jahre später getrennt - Pawel mußte 1942 ins Ghetto Belchatow und wurde bald darauf entweder in den Wäldern um Belchatow erschossen oder im Vernichtungslager Kulmhof umgebracht. Die Briefe Pawels aus dem Ghetto und die Briefe seiner Kinder an ihn sind eine ergreifende Hinterlassenschaft, die die Enkelin bestimmt, den Weg der Erinnerung zurückzuverfolgen.
Aus dem Gefühl heraus, dem Großvater etwas schuldig zu sein, »der dem Leben etwas schuldig bleiben mußte, weil man ihn gehindert hatte, es zu Ende zu leben«, rekonstruiert Monika Maron aus Sprache und Erinnerungsbildern sein Leben und verknüpft es mit dem der Mutter und dem eigenen.
So entsteht ein Familienporträt über drei Generationen und zugleich ein Längsschnitt durch die deutsche Geschichte dieses Jahrhunderts. In ihrer assoziativen Erzähltechnik gelingt es Monika Maron, aus Momenten und Bildausschnitten gegensätzliche Lebenswelten zu zeichnen und miteinander in Beziehung zu setzen: die polnisch-jüdische Lebenswirklichkeit von Pawel und Josefa, die vom Kommunismus geprägte von Hella, »die den Sozialismus verteidigt, wenn auch nicht den ganzen«, und schließlich die eigene, von dem Satz »Ich bin ein Kriegskind« ausgehende Lebenswirklichkeit der Schriftstellerin Monika Maron.

Pressestimmen

"Pawels Briefe ist ein literarisches Denkmal, das auf wenigen Seiten ohne schulmeisterlich gestreckten Zeigefinger mehr Vergangenheitsbewältigung leistet, als alle aufwendigen und umstrittenen Holocaust-Mahnmale und -Gedenkstätten es je könnten." Urs Steiner (CASH, 19.01.1999)



Über Monika Maron

Monika Maron ist 1941 in Berlin geboren, wuchs in der DDR auf, übersiedelte 1988 in die Bundesrepublik und lebt seit 1993 wieder in Berlin. Sie veröffentlichte u. a. die Romane ›Flugasche‹, ›Die Überläuferin‹, ›Stille Zeile sechs‹, ›Animal triste‹, ›Pawels Briefe. Eine Familiengeschichte‹, ›Endmoränen‹ und ›Ach Glück‹, außerdem mehrere Essaybände. Zuletzt erschien die Reportage ›Bitterfelder Bogen‹. Sie wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem Kleist-Preis (1992), dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (2003), dem Deutschen Nationalpreis (2009) und dem Lessing-Preis des Freistaats Sachsen (2011).

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Monika Maron
Foto: Jürgen Bauer
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