Zeitgenössische Literatur (deutschsprachig)

Hart und komisch wie das wahre Leben

Jackie Thomae Momente der Klarheit

Engel­hardt nimmt Anlauf und ver­lässt die Party durch das Fens­ter im ers­ten Stock. Seine beste Freun­din Maren trinkt nicht mehr und ver­wan­delt sich in ihr höhe­res Ich. Marens Ex-Lover Cle­mens fühlt sich mit­tel­mä­ßig, hat dafür aber ori­gi­nel­len Sex, und Ben­der, auf des­sen Hoch­zeit sich alle tref­fen, regelt seine Ange­le­gen­hei­ten und ver­schwin­det, wahr­schein­lich für immer. Allen gemein­sam ist, dass sie rast­los und unglück­lich sind, obwohl es ihnen eigent­lich ganz gut geht. Und dass sie ihre Liebe in...

Gedichte und Interpre­ta­tionen

Frankfurter Anthologie

Als Mar­cel Reich-Rani­cki vor vier Jahr­zehn­ten die ›Frank­fur­ter Antho­lo­gie‹ begrün­dete, war nicht abzu­se­hen, wie lange die­ses Expe­ri­ment Bestand haben würde. Und auch nach vier­zig Jah­ren ist der Vor­rat deut­scher Poe­sie kei­nes­wegs auf­ge­braucht. Den­noch war es an der Zeit für eine Öff­nung. So wid­met sich die ›Frank­fur­ter Antho­lo­gie‹, die seit Okto­ber 2014 von Hubert Spie­gel betreut wird, jetzt auch der Poe­sie aus aller Welt: Neben deutsch­spra­chi­gen Gedich­ten wird seit dem letz­ten Band auch fremd­spra­chige Lyrik behan­delt.

Großartiges Zauber­kunststück der Literatur

Gerhard Roth Landläufiger Tod

Bie­nen durch­sum­men Ger­hard Roths monu­men­ta­len Roman aus dem Jahr 1984. Seine Haupt­fi­gur ist der stumme und »ver­rückte« Sohn eines Imkers, der mit der Fähig­keit begabt ist, die Welt hin­ter der sicht­ba­ren Welt zu sehen. »Ein gro­ßar­ti­ges Mons­trum« nannte die FAZ die­ses Buch im Jahr sei­ner Erst­ver­öf­fent­li­chung, »ein Aben­teuer«. Jetzt, 33 Jahre danach, erscheint ›Land­läu­fi­ger Tod‹ zum ers­ten Mal in der ursprüng­lich vor­ge­se­he­nen Fas­sung!

Eine wunderbare Suche nach sich selbst

Klaus Böldl Der Atem der Vögel

Seit zwei Jah­ren lebt Phil­ipp auf den Färöer Inseln nörd­lich von Schott­land. Er, ein Deut­scher Mitte drei­ßig, ist ein Ein­zel­gän­ger, seine Tage ver­bringt er mit aus­ge­dehn­ten Spa­zier­gän­gen durch die raue Natur. Von sei­ner Lebens­ge­fähr­tin Johanna, einer Kran­ken­haus­ärz­tin, ent­frem­det er sich immer mehr, mit ihrer klei­nen Toch­ter Rannvá hin­ge­gen ver­bin­det ihn ein stil­les Ein­ver­neh­men. Als Johanna und Rannvá auf eine Reise gehen, macht sich auch Phil­ipp auf den Weg: Er beginnt eine Wan­de­rung über die Inseln ...

Über die Relevanz des Gedichts

Monika Rinck Risiko und Idiotie

In ihrer Essay­samm­lung strei­tet Monika Rinck für die Rele­vanz des Gedichts und fragt nach den freund­li­che­ren Mög­lich­kei­ten des Unver­ständ­li­chen und Idio­ti­schen, des Alber­nen und Über­spann­ten. Dich­ter, Leser und Idiot haben sich auf­ge­macht, die bren­nends­ten poe­to­lo­gi­schen Fra­gen der letz­ten Jahre zu beant­wor­ten. Und weil es um das Gedicht geht, geht es immer auch um die Welt, in der wir leben und um unsere Gegen­wart ...

Ein so kluger wie berührender Roman

Monique Schwitter Eins im Andern

Eines Abends, als die Erzäh­le­rin in Schwit­ters Roman nach ihrer ers­ten Liebe goo­gelt, erfährt sie, dass er sich vor fast fünf Jah­ren aus dem ach­ten Stock gestürzt hat. Sie ist scho­ckiert und beginnt eine große Recher­che: Wer waren die zwölf wich­tigs­ten Män­ner in ihrem Leben? Und was ist eigent­lich mit der aktu­el­len Liebe los? Der sitzt in sei­nem Zim­mer und checkt Mails oder sieht fern …

Aufrichtig und berührend

Sarah Kuttner 180 Grad Meer

Nach­dem ihr Vater die Fami­lie ver­las­sen hat, ist Jule mit ihrem Bru­der und ihrer selbst­mord­ge­fähr­de­ten Mut­ter auf­ge­wach­sen. Als Erwach­sene hat sie sich einen All­tag geschaf­fen, in dem sie alles nur noch irgend­wie erträgt: ihren Job als Sän­ge­rin, die unzäh­li­gen Anrufe ihrer Mut­ter, den gan­zen Hass in ihr, der sie fast ver­schwin­den lässt. Als auch ihre Bezie­hung zu brö­ckeln beginnt, flieht sie zu ihrem Bru­der nach Eng­land ...

Ein sehr persön­licher Essay

Ilija Trojanow Nach der Flucht

Vir­tuos, poe­tisch und klug reflek­tie­rend erzählt Ilija Tro­ja­now von sei­nen eige­nen Prä­gun­gen als lebens­lang Geflüch­te­ter. Von der Ein­sam­keit, die das Anders­sein für den Flücht­ling tag­täg­lich bedeu­tet. Wel­che Lügen­ge­schich­ten man als Geflüch­te­ter den Daheim­ge­blie­be­nen auf­tischt. Und dass man vor der Flucht wenigs­tens wusste, warum man unglück­lich war.

Wer bestimmt darüber, wer wir sind?

Mirna Funk Winternähe

Lola ist Deut­sche, und sie ist Jüdin. Sie fragt sich: Wie viel von mir selbst steckt in mei­ner eige­nen Bio­gra­phie? Wie lässt sich die Gegen­wart mit mei­ner Ver­gan­gen­heit in Ein­klang brin­gen? Lola macht sich auf eine Reise, die sie von Ber­lin nach Tel Aviv und Bang­kok führt. Sie stellt unbe­queme Fra­gen und sucht gefähr­li­che Orte auf.

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