Aktuelles Heft - Neue Rundschau 4/2011 Zur Übersicht
Inhalt
Editorial
Beyond Brooklyn
Raymond Carver
Ein neuer Pfad zum Wasserfall.
Ein bisschen Prosa über Gedichte
Raymond Carver
Ihr wisst ja nicht, was Liebe ist.
Ein Abend mit Charles Bukowski
Morton Marcus
Raymond Carver und Charles Bukowski
Charles Bukowski
Aus einem weingetränkten Notizbuch
Charles Bukowski
Ein hin und her schweifender Essay über Poetik und das verfluchte Leben, verfasst bei einem Sechserpack Bier
Charles Bukowski
Los Angeles für Li Po.
Lawrence Ferlinghetti
Poesie als rebellische Kunst
Sam Shepard
Days out of Days
Junot Díaz
im Gespräch mit Dave Eggers
Andrew Sean Greer
Gentlemen, start your engines
Justin Torres
Rückkehr in die Wildnis
Richard Powers
Die siebente Welle
Andrew Porter
Das Loch
Sven Birkerts
Essays
Sagas revisited
Klaus Böldl
Isländersagas:
Erzählen jenseits von Literatur?
Tilman Spreckelsen
Hallgerds Haar und Gudruns Träume oder wie ein Lochstein beim Nacherzählen der Sagas hilft
Úlfur Gunnarsson
der große holmgang in strophen oder saga von gunnlaug schlangenzunge und brueti, dem nämlichen
Carte Blanche
Adam Thirlwell
Der Tod Roland Barthes’
Vita Nova
Über runde und flache Charaktere, Realismus und Wahrheit, Fontane und Sebald.
Ein Gespräch mit James Wood und Gregor Dotzauer
Luke Williams
Eine Uhr an jedem Arm.
Zwölf Seminare mit W. G. Sebald
Peter Stamm
Warum ich ein Alemanne sein möchte.
Dank anlässlich der Verleihung des Alemannischen Literaturpreises vom 18.9.2011
Bettina Schulte
»Dieses Glück ist ein sehr kompliziertes Gefühl.« Laudatio auf Peter Stamm
Alexander García Düttmann
Der Verblendungszusammenhang.
Sokrates, Adorno und Jacques Vergès
Beilage
Thomas Hürlimann
Ankleben verboten!
Die Technik des Schriftstellers
Beyond Brooklyn
Raymond Carver
Ein neuer Pfad zum Wasserfall.
Ein bisschen Prosa über Gedichte
Raymond Carver
Ihr wisst ja nicht, was Liebe ist.
Ein Abend mit Charles Bukowski
Morton Marcus
Raymond Carver und Charles Bukowski
Charles Bukowski
Aus einem weingetränkten Notizbuch
Charles Bukowski
Ein hin und her schweifender Essay über Poetik und das verfluchte Leben, verfasst bei einem Sechserpack Bier
Charles Bukowski
Los Angeles für Li Po.
Lawrence Ferlinghetti
Poesie als rebellische Kunst
Sam Shepard
Days out of Days
Junot Díaz
im Gespräch mit Dave Eggers
Andrew Sean Greer
Gentlemen, start your engines
Justin Torres
Rückkehr in die Wildnis
Richard Powers
Die siebente Welle
Andrew Porter
Das Loch
Sven Birkerts
Essays
Sagas revisited
Klaus Böldl
Isländersagas:
Erzählen jenseits von Literatur?
Tilman Spreckelsen
Hallgerds Haar und Gudruns Träume oder wie ein Lochstein beim Nacherzählen der Sagas hilft
Úlfur Gunnarsson
der große holmgang in strophen oder saga von gunnlaug schlangenzunge und brueti, dem nämlichen
Carte Blanche
Adam Thirlwell
Der Tod Roland Barthes’
Vita Nova
Über runde und flache Charaktere, Realismus und Wahrheit, Fontane und Sebald.
Ein Gespräch mit James Wood und Gregor Dotzauer
Luke Williams
Eine Uhr an jedem Arm.
Zwölf Seminare mit W. G. Sebald
Peter Stamm
Warum ich ein Alemanne sein möchte.
Dank anlässlich der Verleihung des Alemannischen Literaturpreises vom 18.9.2011
Bettina Schulte
»Dieses Glück ist ein sehr kompliziertes Gefühl.« Laudatio auf Peter Stamm
Alexander García Düttmann
Der Verblendungszusammenhang.
Sokrates, Adorno und Jacques Vergès
Beilage
Thomas Hürlimann
Ankleben verboten!
Die Technik des Schriftstellers
Editoral
Nach einer alten Geschichte laufen zwei Zen-Mönche im Regen und sehen am Rand einer großen Pfütze ein Mädchen in einem neuen Kimono. Sie muss über die Pfütze springen, doch ihr Gewand ist so frisch. Der eine Mönch hebt sie einfach hinüber. Als die beiden gegen Abend im Tempel ankommen, sagt der andere: »Ich kann immer noch nicht glauben, dass du es gewagt hast, eine Frau anzufassen! Das ist uns doch verboten.« Erwidert der eine: »Du trägst sie ja immer noch.«
Helmut Frielinghaus hat schon unzähligen Autoren, Übersetzern und Kollegen so einfach über die Pfütze geholfen: spontan, überlegt und mit sicherem Griff, aber immer ohne viel Aufhebens. Ebenso selbstverständlich wie er für so viele Autoren, Übersetzer, Kollegen – und Bücher zum Freund wurde.
Wenn man die Übertragungen von Carvers letzten Gedichten liest, aus denen wir hier eine persönliche Auswahl von Helmut Frielinghaus bringen, denkt man, diese Texte müssen zu seiner zweiten Haut geworden sein: die Zurückgenommenheit der Stimme, die Lakonie der Worte, die aufmerksame Zugewandtheit, mit der die sinnliche Präsenz der Dinge und Personen gegen die eigene Endlichkeit abgewogen wird. Mit einer zärtlichen Gleichmut hat jemand jede Unentschiedenheit abgelegt, weil er sich über den Lauf der Welt keine Illusionen mehr macht.
In den 80er und 90er Jahren hatte man den Eindruck, dass der amerikanische Kontinent literarisch vom Westen aus besiedelt wurde: die Beat Generation mit Ferlinghetti und seinem City Lights Bookstore, Bukowski, Carver, Sam Shepard, die heute schon wieder vergessene Kathy Acker – sie bildeten große Energiezentren, die nach Osten wirkten und wirken und, wie im Falle Carver, ganze Generationen amerikanischer Schriftsteller tief prägten. Aber es gibt auch die metaphysisch hellhörige Marilynne Robinson, bei der Andrew Porter studierte, Andrew Sean Greer, der in Montana sich zum Schreiben zurückzieht. Nicht jeder Absolvent des Iowa Workshops wollte nachher zu einem Hipster in den Straßen und Parks von Brooklyn werden.
Aber es gibt sie noch, die Welt hinter der schmalen Backsteininsel, in der deutsche Journalisten so gern den Zeitgeist vermuten. Es gibt ihn noch, den großen Kontinent der weiten Fahrten. Von hier kommen die Autoren dieser Nummer der Neuen Rundschau – mit Ausnahme von Junot Dáaz, der zwischen New Jersey, wo er das Schreiben lernte, und Boston, wo er es lehrt, lebt. Seinen Ausführungen im Gespräch mit Dave Eggers über den verlorenen Kontakt zur Jugend, über die schwierige Beziehung zwischen Autor und Leser, und dem unvergleichlichen Helmut Frielinghaus ist dieses Heft gewidmet. Heb uns hinüber, Helmut.
Hans Jürgen Balmes
Helmut Frielinghaus hat schon unzähligen Autoren, Übersetzern und Kollegen so einfach über die Pfütze geholfen: spontan, überlegt und mit sicherem Griff, aber immer ohne viel Aufhebens. Ebenso selbstverständlich wie er für so viele Autoren, Übersetzer, Kollegen – und Bücher zum Freund wurde.
Wenn man die Übertragungen von Carvers letzten Gedichten liest, aus denen wir hier eine persönliche Auswahl von Helmut Frielinghaus bringen, denkt man, diese Texte müssen zu seiner zweiten Haut geworden sein: die Zurückgenommenheit der Stimme, die Lakonie der Worte, die aufmerksame Zugewandtheit, mit der die sinnliche Präsenz der Dinge und Personen gegen die eigene Endlichkeit abgewogen wird. Mit einer zärtlichen Gleichmut hat jemand jede Unentschiedenheit abgelegt, weil er sich über den Lauf der Welt keine Illusionen mehr macht.
In den 80er und 90er Jahren hatte man den Eindruck, dass der amerikanische Kontinent literarisch vom Westen aus besiedelt wurde: die Beat Generation mit Ferlinghetti und seinem City Lights Bookstore, Bukowski, Carver, Sam Shepard, die heute schon wieder vergessene Kathy Acker – sie bildeten große Energiezentren, die nach Osten wirkten und wirken und, wie im Falle Carver, ganze Generationen amerikanischer Schriftsteller tief prägten. Aber es gibt auch die metaphysisch hellhörige Marilynne Robinson, bei der Andrew Porter studierte, Andrew Sean Greer, der in Montana sich zum Schreiben zurückzieht. Nicht jeder Absolvent des Iowa Workshops wollte nachher zu einem Hipster in den Straßen und Parks von Brooklyn werden.
Aber es gibt sie noch, die Welt hinter der schmalen Backsteininsel, in der deutsche Journalisten so gern den Zeitgeist vermuten. Es gibt ihn noch, den großen Kontinent der weiten Fahrten. Von hier kommen die Autoren dieser Nummer der Neuen Rundschau – mit Ausnahme von Junot Dáaz, der zwischen New Jersey, wo er das Schreiben lernte, und Boston, wo er es lehrt, lebt. Seinen Ausführungen im Gespräch mit Dave Eggers über den verlorenen Kontakt zur Jugend, über die schwierige Beziehung zwischen Autor und Leser, und dem unvergleichlichen Helmut Frielinghaus ist dieses Heft gewidmet. Heb uns hinüber, Helmut.
Hans Jürgen Balmes
