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Neue Rundschau 2008/2

Neue Rundschau 2/2008
192 Seiten
Preis € 12,00
ISBN 978-3-10-809073-9

Inhalt

Editorial

Peter Stamm
Die Verwüstung. Ausschnitt aus einem Roman

Der Papagei im Westen:
Shearsman

Alberto Manguel
Kassandras Stimme. Zu Alfred Döblin

Wolfgang Hilbig

Wolfgang Hilbig
Gedichte aus dem Nachlass. Eine Auswahl

Ingo Schulze
Der Ort, an dem die Minotauren weiden

Marcel Beyer
Für Wolfgang Hilbig. Schreibhand

Jürgen Hosemann
In M. Ein Besuch in Hilbigs Meuselwitz

Uwe Kolbe
Die Versuchung

Patrick Findeis
» … sonderbar natürliche Form von Illegalität«

Lutz Seiler
Columbo

Wolfgang Hilbig/Gerrit Bussink
Eloge / Matière de la poésie. Zwei Übersetzungen ins Niederländische

Claudia Rusch
How does it feel. Das letzte Konzert

Carte blanche

Alexander García Düttmann
Kommen und Gehen. Über den Begriff des Spätstils

Martin Seel Die Universität – ein Ort intellektueller Praxis? Stefan Müller-Doohm zum 65. Geburtstag

Thomas Poiss
Wie der Käfer in die Schachtel kommt. Rede aus Anlaß der Verleihung des Peter-Huchel-Preises 2008 an Ulf Stolterfoht

Klaus Unger
Laudatio zur Ehrung von Markus Werner durch Stadt und Kanton Schaffhausen am 20. Januar 2008

Markus Werner
Dankesworte anlässlich der Ehrung durch Stadt und Kanton Schaffhausen am 20. Januar 2008 in der Rathauslaube

Beilage

Peter Stamm
Ankleben verboten. Die Technik des Schriftstellers in 13 Thesen

Editoral

»Das Betriebsklima, in dem Literatur und Kritik sich aufhalten, wird immer kurzatmiger, es ist ein überhitztes Klima, dessen hektische Atmosphäre darüber hinwegtäuschen soll, daß es sich bei dem Ganzen um eine Nebensache handelt. Es scheint kein wirkliches Engagement mehr zu geben, ebenso wenig, wie es noch eine ernsthafte Gegenbewegung zur engagierten Literatur gibt: das einzige Engagement des Betriebs besteht darin, sich die letzten Reste an Aufmerksamkeit zu ergattern.«
Wolfgang Hilbig

Vor einem Jahr, am 2. Juni 2007, ist Wolfgang Hilbig gestorben. Die deutschsprachige Literatur verlor eine einzigartige Stimme, einen Autor zwischen Durchlässigkeit und Kraft, zwischen Unbeweglichkeit und Unruhe – so hat er sich selbst beschrieben. Wolfgang Hilbig war ein »Traumverlorener, ein versprengter Paradiesgänger« (Süddeutsche Zeitung), ein Verletzter und Widerständiger. Seine Romane, Erzählungen und Gedichte sind leidenschaftlich und voll brennender Sehnsucht, elegisch, grüblerisch, zärtlich. Mit Wolfgang Hilbig haben wir einen unserer wichtigsten Autoren verloren, einer, der trotz der großen Anerkennung und des Erfolgs ein Außenseiter geblieben ist, der mit »schwerer Hand« schrieb. Die Neue Rundschau möchte versuchen, für diesen Dichter wieder und noch einmal »Aufmerksamkeit zu ergattern«.

Er führte sein Leben mit äußerstem Einsatz auf das Dichten hin. In seinen Augen konnte die Literatur keine Probleme lösen: »und weil sie dies nicht kann, darf sie sich auch nicht irgendwelche Aufgaben stellen lassen, weder von der Politik noch von der Gesellschaft. Was sie aber kann, das sollte sie ohne Rücksicht tun: die Literatur kann es sein, die der Gesellschaft ihre noch ungelösten Aufgaben stellt.«

Die Neue Rundschau hat Weggefährten, Autoren und Freunde um Texte gebeten, die von seinem Werk und ihm als Person erzählen. Eine kleine Auswahl der bisher unveröffentlichten Gedichte wird an dieser Stelle erstmals zugänglich gemacht – vollständig erscheinen sie mit 150 anderen im ersten Band der Werkausgabe.
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