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Leseprobe aus den »Meistererzählungen«
Vortrag von Knut Beck: Erlebt & Erinnert - Stefan Zweig und die Welt von Gestern
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»Meine drei Leben«, so lautete Stefan Zweigs Arbeitstitel für sein großes Buch »Die Welt von Gestern«. Die Lehr- und Wanderjahre bis zum Ende des Ersten Weltkrieges, die Erfolgsjahre des »Schriftstellerbetriebes« Stefan Zweig in Salzburg, schließlich die Exiljahre in Großbritannien, den USA und Brasilien – sie bilden die drei großen Blöcke in Stefan Zweigs Biographie.
Oliver Matuschek kann sich für seine Lebensbeschreibung auf eine Fülle neu zugänglicher Quellen, Forschungsergebnisse und bisher unbekannten Materials stützen. Er erzählt fesselnd das ausgefüllte Leben eines vom Erfolg verwöhnten Schriftstellers, das durch die Zeitläufe bedingt eine Wendung nimmt und tragisch im gemeinsamen Freitod mit seiner zweiten Frau Lotte in einer brasilianischen Kleinstadt endet. Überdies widmet sich Matuschek allgemeinen Fragen wie Stefan Zweigs Reisen, der Herangehensweise an die Stoffe seines Werks und dem Verhältnis Zweigs zu seinen Kollegen und Verlegern.
»Dazwischen hell: diese Briefe aus der Ferne, die mir F. schreibt«, notiert Stefan Zweig Anfang 1913 im Tagebuch. Ein halbes Jahr zuvor beginnt der Briefwechsel, initiiert durch die anonyme Zuschrift einer literarisch ambitionierten Dame und Mutter zweier Mädchen, Friderike Maria von Winternitz – »Und ich möchte wie eine ganz weiche, leise Feder sein, die Du kaum fühlst …«
Sie wird seine Frau, keine schweigsame, vielmehr eine resolute, wie aus den Ehebriefen hervorgeht …
Die Neuausgabe der Korrespondenz zwischen Friderike und Stefan ist als Erzählung konzipiert und enthält revidierte und bislang unveröffentlichte Briefe, auch einige seiner zweiten Ehefrau Lotte.