Das S. Fischer Buchspezial zum Thema Flucht


Das S. Fischer Buchspezial zum Thema Flucht

65 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, so viele wie nie zuvor. Was die Menschen verjagt ist fast immer menschengemacht – sie fliehen vor Krieg, Hunger und Gewalt. Doch nicht erst seit dem massiven Anstieg an Flüchtlingen – vor allem verursacht durch den Krieg in Syrien – ist Flucht ein wichtiges Thema. Wir möchten Ihnen Bücher vorstellen, die das Thema von unterschiedlichsten Seiten aus betrachten.


Ilija Trojanow – ›Nach der Flucht‹

»Es gibt ein Leben nach der Flucht, doch die Flucht wirkt fort, ein Leben lang.« Ilija Trojanow ist als Kind zusammen mit seiner Familie aus Bulgarien geflohen, eine Erfahrung, die ihn bis heute nicht mehr los lässt. Virtuos, poetisch und klug reflektierend erzählt Ilija Trojanow von seinen eigenen Prägungen als lebenslang Geflüchteter. Von der Einsamkeit, die das Anderssein für den Flüchtling tagtäglich bedeutet. Davon, wie wenig die Vergangenheit des Geflüchteten am Ort seines neuen Daseins zählt. Was das Existieren zwischen zwei Sprachen mit ihm macht. Welche Lügengeschichten man als Geflüchteter den Daheimgebliebenen auftischt. Und dass man vor der Flucht wenigstens wusste, warum man unglücklich war.
Ilija Trojanow erzählt von sich selbst, zugleich ist er eine exemplarische Figur. So gelingt ihm eine behutsame und genaue Topographie des Lebens nach der Flucht, das existentielle Porträt eines Menschenschicksals, das unser 21. Jahrhundert bestimmt.


Christiane Rösinger – ›Zukunft machen wir später‹

Seit September 2015 gibt die Berliner Musikerin und Autorin Christiane Rösinger Deutschunterricht für Geflüchtete. Ihr Kreuzberger Anfänger-Kurs ist Teil einer freien Deutschkurs-Initiative für Menschen, die oft keine anderen Angebote zum Spracherwerb bekommen und die, wie es im Behördenjargon heißt, »keine gute Bleibeperspektive« haben. Aber nicht nur die Kursteilnehmer kämpfen mit trennbaren Verben und »den verdammten drei ›sie‹« der deutschen Sprache, auch Christiane Rösinger hat alle Mühe, das »Lernziel« zu erreichen und sich selbst zu integrieren. Bis das gelingt, schlägt sie sich mit den beiden größten Hindernissen für eine gelingende Integration herum - der deutschen Gesellschaft und der deutschen Grammatik.

»das Beste […], was man zur sogenannten Flüchtlingskrise lesen kann.« Konkret


›Zuflucht in Deutschland‹

Schreiben im deutschen Exil

Mit seinem Writers-in-Exile-Programm unterstützt der deutsche PEN Jahr für Jahr Autorinnen und Autoren, die in ihren Herkunftsländern verfolgt werden und Zuflucht in Deutschland gefunden haben. Mit Stipendien und Wohnungen, mit Öffentlichkeitsarbeit und Beratung soll den Geflüchteten dabei geholfen werden, als Schriftsteller im deutschen Exil überleben zu können. Die aktuelle Anthologie des Writers-in-Exile-Programms versammelt ausgewählte Texte von 20 Autorinnen und Autoren, die aus China und Georgien, aus Kuba und dem Iran, aus Syrien und vielen anderen Ländern nach Deutschland geflohen sind.


Léon Werth – ›33 Tage‹

Wie kein anderer erzählt der bekannte Autor Léon Werth in seinem erschütternd aufrichtigen Bericht ›33 Tage‹ darüber, was es bedeutet, auf der Flucht zu sein. Sein enger Freund Antoine de Saint-Exupéry, der ihm den ›Kleinen Prinzen‹ widmete, schrieb ein Vorwort zu diesem einzigartigen Zeitdokument. Dies wurde erst kürzlich wiederentdeckt und ergänzt nun erstmals Léon Werths Buch. Peter Stamm hat es übersetzt und zudem ein Nachwort geschrieben.
Nachdem 1940 die deutschen Truppen in Frankreich eingefallen sind, fliehen Tausende Einwohner aus Paris. Unter ihnen auch Léon Werth und seine Frau. Sie hoffen, sich in unbesetztes Gebiet retten zu können. Aus einer geplanten achtstündigen Fahrt werden 33 Tage inmitten eines gewaltigen Exodus. Eine zutiefst beeindruckende Betrachtung darüber, was in Zeiten von Krisen wahre Humanität ausmacht.


»Ein großes Buch.« Antoine de saint-Exupéry


Janine di Giovanni – ›Der Morgen als sie uns holten‹

Die vielfach ausgezeichnete Kriegsreporterin Janine di Giovanni schreibt mit ›Der Morgen als sie uns holten. Berichte aus Syrien‹ eine ebenso unerschrockene wie persönliche Reportage über einen der folgenreichsten Konflikte unserer Zeit: den Krieg in Syrien.
Über fünf Jahre dauert bislang der brutale Krieg in Syrien. Wie konnte er zu so einem aussichtslosen Konflikt werden? Warum sind über 4,6 Millionen Menschen auf der Flucht? Janine di Giovanni berichtet unmittelbar aus dem Inneren des Landes: Sie erzählt aus der Perspektive der Menschen dort, u.a. von Nada, einer jungen Sunnitin, die Assads Gefängnisse knapp überlebt hat, und von Hussein, der aktiv im Widerstand war, aber auch von Anhängern des Regimes, die sich Syrien nicht ohne Assad vorstellen können. Und sie zeigt, wie aus friedlichen Protesten 2011 einer der blutigsten Konflikte unserer Zeit wurde. Ein schonungsloser Einblick und ein über die Zeiten gültiges Zeugnis dessen, was Krieg bedeutet.
Mit einer Chronologie der Ereignisse.

»Wie Swetlana Alexijewitch gibt Janine di Giovanni denen eine Stimme, die finstere Zeiten durchleben. Ein aufrüttelndes und notwendiges Buch.« M. Kakutani, New York Times

»Di Giovanni ist eine Kriegsreporterin, deren Mut allein von ihrer Hingabe für ihr Thema übertroffen wird.« Evening Standard


›Amnesty International Report 2016/17‹

Der ›Amnesty International Report 2016/17‹ ist das essentielle Handbuch zur weltweiten Lage der Menschenrechte.

Bewaffnete Konflikte, Terror und mangelnder staatlicher Schutz haben 65 Millionen Menschen weltweit in die Flucht getrieben. Doch immer mehr Staaten riegeln ihre Grenzen ab und verwehren den Geflüchteten ihre Rechte auf Leben, Freiheit und Sicherheit. Gleichzeitig gefährden Zensur, Repressionen und autoritäre Praktiken die vermeintlich sicheren zivilisatorischen Errungenschaften.

Der ›Amnesty International Report‹ gibt anhand von circa 160 Länderberichten – unter anderem aus der Volksrepublik China, Nigeria, der Türkei und den Vereinigten Staaten von Amerika – einen Überblick über die weltweite Situation der Menschenrechte und ist eine wichtige Grundlage für alle, die sich für die Menschenrechte interessieren und sie durch politische Entscheidungen oder freiwilliges Engagement verändern wollen.

0 Artikel  0 €