Unsere Klassiker im Juni


Jane Austen – ›Mansfield Park‹

In Mansfield Park wächst die aus schwierigen Verhältnissen stammende Fanny Price bei ihrer wohlhabenden Tante und deren vier Kindern auf. Dort wird sie mehr geduldet als geliebt. Nur ihr Cousin Edward begegnet ihr mit Zuneigung. Doch das beschauliche Landleben gerät aus den Fugen, als die Londoner Bonvivants Mary und Henry Crowford auftauchen und mit ihren Kabalen und durchtriebenen Verführungskünsten alles auf den Kopf stellen. Eheversprechen werden aufgelöst und reihenweise Herzen gebrochen. Nur die stille Fanny durchschaut das Spiel.



Jane Austen, die Meisterin des wohltemperierten Dialogs, des nonchalanten Witzes und der scharfen Charakterzeichnung erweist sich in ihrem dritten Roman als gereifte Erzählerin auf der Höhe ihrer Kunst.



Nach ›Gefühl und Vernunft‹ und ›Stolz und Vorurteil‹ verleihen Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié auch ›Mansfield Park‹ einen frischen und modernen Ton. Mit einem Nachwort von Julika Griem.



»Die vollkommenste Künstlerin unter (uns) Frauen, eine Autorin, deren Bücher unsterblich sind…«
Virginia Woolf über Jane Austen


Hans Rudolf Vaget – ›»Wehvolles Erbe«‹

Hitler und Thomas Mann waren nicht nur politische Feinde, sie waren auch Gegenspieler, wenn es ums das geistige Erbe Richard Wagners ging. Das wusste der ehrgeizige Dirigent Knappertsbusch für sich zu nutzen – mit nachhaltigen Folgen.
Hitler als Wagnerianer – diese Leidenschaft prägt die Persönlichkeitsbildung und zieht sich als rote Linie durch Hitlers Leben von der Jugend in Linz bis hin zum Untergang im Führerbunker. Zum ersten Mal beschreibt Hans Rudolf Vaget diese Konstante mit all ihren Facetten, Voraussetzungen und weitreichenden Folgen.
Gegen das deutschnationale Wagner-Bild Hitlers setzt Thomas Mann ein weltoffenes, dem modernen Denken verpflichtetes Verständnis von Wagners Kunst und Leben. Damit fordert er die bayreuthhörige Wagner-Gemeinde heraus, die sich, an vorderster Stelle Hans Knappertsbusch, militant gegen Thomas Mann aufstellt. In diesem Kampf um Wagners Erbe zeigt sich – mit desaströsen und bis heute wahrnehmbaren Folgen – das Ringen um eine deutsche Identität.


Robert Musil – ›Drei Frauen / Vereinigungen‹

Reisen ins Ungewisse
Die fünf Erzählungen von Robert Musil, die dieser Band versammelt, versuchen die Grenzen menschlicher Erfahrung auszuloten und geraten damit an die Grenzen von Sprache und Moral. Es geht um Liebe und Ehebruch, um Wahrheit und Identitätsverlust und die Frage, wie sich von unserem so verwirrenden Leben, von unseren geheimen Wünschen und inneren Zuständen überhaupt noch erzählen lässt. Fünf bahnbrechende Texte der literarischen Moderne.


Robert Musil – ›Die Verwirrungen des Zöglings Törleß‹

Ein Militär-Internat zur Zeit der Donaumonarchie: Die Kadetten Törleß, Reiting und Beineberg überführen ihren Mitschüler Basini des Diebstahls und missbrauchen ihn als Versuchsobjekt. Robert Musils berühmte Schülergeschichte aus dem Jahr 1906 erzählt nicht nur von den Unsicherheiten und Abgründen der Pubertät, sondern auch von den Gewaltpotentialen am Vorabend des Ersten Weltkriegs. 1966 von Volker Schlöndorff verfilmt, ist Musils Roman eine bis heute aktuelle Parabel über Gleichgültigkeit und Gewalt.

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