Literarische und belletristische Neuerscheinungen im Juni


Andrea Hirata – ›Der Träumer‹

Was aus den Kindern der Regenbogentruppe wurde – die berührende Fortsetzung des Bestsellers von Andrea Hirata
Ikal ist zwölf. Alt genug, um arbeiten zu gehen und seine Familie zu unterstützen, die zu den ärmsten auf der Insel Belitung in Indonesien gehört. Doch er will mehr – das ist er den Lehrern der Regenbogentruppe schuldig, die ihm beigebracht haben, für seine Träume zu kämpfen. Zusammen mit seinen Freuden Arai und Jimbron jobbt er als Hafenarbeiter, um die Oberschule besuchen zu können. In seiner unmittelbaren, sinnlichen Sprache erzählt Andrea Hirata, mit wie viel Mut und Lebensfreude Ikal seinen Weg geht. Die Etappen dieses modernen Märchens von der Überfahrt nach Jakarta auf dem Viehtransporter über Elend und Obdachlosigkeit im Moloch der Millionenstadt bis zur Ankunft als Student in Paris lesen sich so lebendig wie berührend.


Jackie Thomae – ›Momente der Klarheit‹

Engelhardt nimmt Anlauf und verlässt die Party durch das Fenster im ersten Stock. Seine beste Freundin Maren trinkt nicht mehr und verwandelt sich in ihr höheres Ich. Marens Ex-Lover Clemens fühlt sich mittelmäßig, hat dafür aber originellen Sex, und Bender, auf dessen Hochzeit sich alle treffen, regelt seine Angelegenheiten und verschwindet, wahrscheinlich für immer. Allen gemeinsam ist, dass sie rastlos und unglücklich sind, obwohl es ihnen eigentlich ganz gut geht. Und dass sie ihre Liebe in einem hellen Moment als das sehen, was sie ist, nämlich vorbei.



Jackie Thomaes Debütroman ist so hart und komisch wie das wahre Leben. Eine unromantische Komödie über die menschliche Sehnsucht in den Städten von heute.


Per Petterson – ›Nicht mit mir‹

EINE UNGEWÖHNLICHE FREUNDSCHAFT: Per Petterson gelingt es, gewöhnliche Leben ganz gewöhnlicher Menschen auf außergewöhnliche Weise zu erzählen. Tommy und Jim waren als Kinder die besten Freunde, das ist 30 Jahre her. Tommy, der früher seinen prügelnden Stiefvater mit dem Baseballschläger in die Flucht schlug, ist heute ein wohlhabender, aber unglücklicher Investment-Banker. Jim, der allein bei seiner frommen Mutter aufwuchs und Bibliothekar wurde, ist seit einem Jahr psychisch krank, er angelt statt zur Arbeit zu gehen. Das Wiedersehen nach langer Zeit stellt beider Leben auf den Kopf.


Milan Kundera – ›Das Fest der Bedeutungslosigkeit‹

Milan Kundera legt nach mehr als 14 Jahren wieder ein Stück wundervoller Prosa vor, tiefgründig heiter – zum Lachen und zum Weinen: Treffen sich vier alte Freunde auf einer Party. Der Zufall hat die vier Pariser Flaneure dorthin geführt. Ramon, der sich die Chagall-Ausstellung ansehen will, aber immer wieder vor der langen Schlange zurückschreckt, Charles, der zu berichten weiß, dass man über Stalins Witze nicht lachen konnte, der Schauspieler Caliban, dem keine Rollen mehr angeboten werden, und Alain, der sich immer noch lüsternd nach den jungen Mädchen umdreht. Sie reden über Bedeutsames und Bedeutungsloses, über den Tod und das Vergessen, über Kommunismus und Sex. Was bleibt von uns, wenn wir mal tot sind, fragen sich die Freunde und stoßen auf die Bedeutungslosigkeit des Seins an.


Lars Gustafsson – ›Der Mann auf dem blauen Fahrrad‹

Der große Lars Gustafsson entführt seine Leser mit diesem Roman wieder in seine schwedische Heimat.



Janne Friberg ist ein empfindsamer Mensch. Und er hat keinen guten Tag. Auf seinem blauen Fahrrad fährt er durch das schwedische Västmanland, um ein Haushaltsgerät der Marke Elektrolux an den Mann zu bringen. Ein gänzlich misslungener Mensch sei er, hat seine Frau ihm an diesem Morgen gesagt. Das macht ihn nachdenklich. Was antwortet man eigentlich auf so etwas?
Als Janne Friberg stürzt, sucht er in einem alten Herrenhaus Hilfe. An diesem merkwürdigen Ort, wo Traum, Erinnerung und Phantasie ihm in die Wirklichkeit funken, wird Janne die Freiheit finden.



Lars Gustafsson entführt seine Leser auf eine leichtfüßige Irrfahrt durch Realität und Fiktion, Traum, Phantasie und Erinnerung.


Jeanette Winterson – ›Warum glücklich statt einfach nur normal?‹

Mit sechs Monaten wird die Autorin Jeanette Winterson als Waisenkind zu einem kinderlosen Ehepaar in ein nordenglisches Arbeiterstädtchen gegeben. Die Adoptivmutter, eine streng gläubige Pfingstlerin, lebt in ständiger Erwartung der Apokalypse und sperrt Jeanette in den Kohlenkeller. Jeanette flüchtet sich aus der Realität, in der sie leben muss, und stürzt sich in die Lektüre von Büchern. Mit 16 verliebt sie sich in eine Frau und zieht aus. Viele Jahre später trifft sie auf ihre leibliche Mutter und fragt sich, was aus ihr selbst geworden wäre ohne all die Strenge und Freudlosigkeit der Adoptivmutter. Mit bissigem Witz und kraftvoll poetischer Sprache erzählt Winterson ihre Lebensgeschichte. Bewegend, komisch, furchtlos, wahr.


Marilynne Robinson – ›Lila‹

Marilynne Robinson ist die große amerikanische Erzählerin und Vorbild einer ganzen Generation von Autorinnen. In einem weit angelegten Romanzyklus spürt sie einfühlsam und eindringlich den ersten und den letzten Fragen nach. Unnachahmlich wie Alice Munro, eindringlich wie Siri Hustvedt.



Lila ist ein Findelkind, das von einer Landstreicherin und Überlebenskünstlerin aufgegriffen wird. Als ungleiche Geschwister ziehen sie durch Amerikas harte Jahre, in denen Dürre und Hunger das Leben zeichnen. Als Erwachsene muss sich Lila alleine durchschlagen, bis sie eines Tages im Regen unerwartet einen Unterschlupf findet. Und mehr als das – sie wird mit der Sorge und Zartheit eines Mannes konfrontiert, der ihr Leben und alles, was sie bisher erfahren hat, auf den Kopf stellen wird.



»Doch am Ende steht das Glück und die Rettung, und man begreift – auch so könnte eine Geschichte wirklich enden.« Zsuzsa Bánk



»Was für ein Geschenk: Marilynne Robinsons Texte üben eine magische Wirkung aus.« Carolin Emcke



»Ich liebe ihre Bücher.« Barack Obama

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