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Empfehlung des Lektors: Hitlers Charisma - wie die NS-Propaganda den deutschen Messias schuf
Der Zeitgeschichtler Ludolf Herbst ist einer der Großen seines Fachs. Er hat ein neues Buch geschrieben, das gleich nach Erscheinen auf Platz 2 der Sachbuch-Bestenliste der Süddeutschen Zeitung und des NDR Kultur gehoben wurde.
In seiner „nüchternen und quellengesättigten Analyse“ zeigt er, »dass es den zahlreichen Monographien zum Trotz möglich ist, das festgefügte Hitlerbild zu modifizieren.“ (Hans Mommsen, Süddeutsche Zeitung, 17.5.2010)
Hitler war nicht von Anfang an der, an den man sich heute erinnert. Der Autor demonstriert vielmehr, dass die manipulativen Möglichkeiten moderner Propaganda, die die NSDAP wie keine andere Partei beherrschte, bis heute unterschätzt werden. Der »Führer« wurde Schritt für Schritt von der NS-Propaganda zum Messias stilisiert und damit mehr und mehr zur Ikone öffentlicher Verehrung. Die noch immer verbreitete Vorstellung vom »charismatischen Führer« wird von Herbst modifiziert und in das Reich der Legenden verschoben.
»Es ist die zentrale These dieses Buches“, so Ludolf Herbst, „dass Hitler gemeinsam mit einem kleinen Kreis von Gefolgsleuten die Legende des charismatischen Führers entwarf, um die messianischen Erwartungen der Menschen […] für die NSDAP nutzbar zu machen. Die Legende des charismatischen ›Führers‹ war daher ein Coup, der als Mythos des Anfangs in die Propaganda des so genannten Dritten Reiches passte, in Hitlers Reden immer wieder aufgegriffen und auf diese Weise popularisiert wurde.«
Volker Ullrich über das Buch: „Ein wichtiger, ja wegweisender Beitrag zur Forschung […] So scharfsinnig, theoriebewusst und zugleich empirisch differenziert, wie es hier geschieht, ist die Inszenierung von Hitlers Charisma noch nicht analysiert worden.« (Die Zeit, 20.5.2010)
Prof. Dr. Walter H. Pehle, Lektor
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Empfehlung des Lektors: Jan-Pieter Barbian - Literaturpolitik im NS-Staat
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560 Seiten Broschur Preis € 14,95 ISBN: 978-3-596-16306-9 |
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Empfehlung des Lektors:
Soeben ist in der Schwarzen Reihe ein Buch zum Thema nationalsozialistische Mediendiktatur erschienen, das in die Hände literaturgeschichtlich interessierter Leserinnen und Leser gehört. Verfasst hat es der NS-Forscher und Literaturwissenschaftler Jan-Pieter Barbian.
Er zeigt, dass die Bücherverbrennungen, die am 10. Mai 1933 in nahezu allen deutschen Universitätsstädten stattfanden, medienwirksam inszenierte Ereignisse waren, die leider bis heute als Symbol der Kulturbarbarei den Blick auf die Entscheidungsabläufe verstellen, die zur Etablierung einer nationalsozialistischen Literaturpolitik geführt haben: Die Beseitigung eines bedeutenden Teils der Literatur der Weimarer Moderne und ihrer Protagonisten war nur das öffentliche Vorspiel zu einem allumfassenden Prozess, in dem staatliche Behörden und Partei"dienststellen" politischen Einfluss auf die Produktion und Verbreitung von Literatur nahmen.
Eine Schlüsselrolle fiel dabei Joseph Goebbels als Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda und als Präsident der von ihm gegründeten Reichskulturkammer zu. Was im Dritten Reich erscheinen durfte, war "von seinen Gnaden" zugelassen. Allerdings musste Goebbels seine Macht mit anderen Herrschaftsträgern teilen. Und auch die Beherrschten - Autoren, Verleger, Buchhändler und das lesende Publikum - folgten keineswegs allen Vorgaben des Regimes.
Der Autor präsentiert einen knappen wie präzisen Überblick über all die Institutionen, Akteure und Betätigungsfelder, die für die nationalsozialistische Literaturpolitik entscheidend waren. Die Darstellung stützt sich auf umfangreiche Überlieferungen in staatlichen Archiven und zugleich auf Analysen der Verhaltensweisen von Schriftstellern, Verlagen, des Buchmarktes und des Leseverhaltens, wie sie sich in Tagebüchern, Erinnerungen, Briefen, statistischen Erhebungen und Darstellungen zur Buchhandelsgeschichte widerspiegeln.
Jan-Pieter Barbian, geb. 1958, studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie. Seit 1995 ist er Direktor der Stadtbibliothek Duisburg. Er gilt als einer der ganz wenigen Kenner des Forschungsfeldes.
Prof. Dr. Walter H. Pehle, Lektor

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