Als Körper veranschaulicht, gewinnen unsichtbare Gebilde wie Staat, Gesellschaft, Kirche oder andere ‚Korporationen’ den Charakter einer imaginären Einheit und Ganzheit. Der historische Bogen dieser Untersuchung der Körper-Metaphorik reicht von der politischen Mythologie des alten Rom über die Konstruktionsprobleme des frühneuzeitlichen Absolutismus und die Erfindung der juristischen Staatsperson im 19. Jahrhundert bis hin zu der heute beobachtbaren Ablösung der körperschaftlichen Bildwelt durch die Metapher des Netzes.
Albrecht Koschorke, geboren 1958, ist Professor für Deutsche Literatur und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Weitere Buchpublikationen ›Körperstöme und Schriftverkehr‹ (Fink 1999), ›Die heilige Familie‹ (FTV 2000).
Thomas Frank, geboren 1958, ist Privatdozent für Mittelaltergeschichte an der Freien Universität Berlin und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschergruppe 'Topik und Tradition'.
Ethel Matala de Mazza, geboren 1968, ist Literaturwissenschaftlerin und Wissenschaftliche Assistentin an der Universität München. Sie veröffentlichte u.a. ›Der verfasste Körper. Zum Projekt einer organischen Gemeinschaft in der politischen Romantik‹ (Rombach 1999).
Susanne Lüdemann, geboren 1960, ist Philosophin und Literaturwissenschaftlerin und war bis Herbst 2000 Wissenschaftliche Assistentin am Institut für Soziologie der Freien Universität Berlin. Zu ihren Veröffentlichungen gehört ›Mythos und Selbstdarstellung. Zur Poetik der Psychoanalyse‹ (Rombach 1994).