Die Wirren der albanischen Geschichte im Kampf um nationale Unabhängigkeit packt Ismail Kadare in ein einziges verflixtes Jahr: 1914, als der gefürchtete Komet Delavan am Himmel auftaucht und die europäischen Großmächte beschließen, den deutschen Prinzen Wilhelm zu Wied auf den albanischen Thron zu setzen. Seine Herrschaft währte nur 184 Tage. Kadare mischt Wirklichkeit und mythisches Geschehen und erzählt mit grimmigem Humor, wie eine Staatsgründung im Desaster endet.
Ismail Kadare, geboren 1936 in der südalbanischen Stadt Gjirokastra, lebte bis 1990 in Tirana; heute lebt er abwechselnd in Tirana und Paris. Für sein Werk hat er zahlreiche Preise erhalten, zuletzt den Man Booker International Prize (2005) und den Prinz-von-Asturien-Preis (2009). Seine Romane sind bis heute in mehr als dreißig Sprachen übersetzt worden.