 |
 |
 |
 |
»Was für eine sonderbare Familie sind wir! Man wird später Bücher über uns – und nicht nur über einzelne von uns – schreiben.« Klaus Mann, der dies in seinem Tagebuch vermerkte, behielt Recht. Die Manns sind eine der faszinierendsten Künstlerfamilien , und so haben immer wieder Mitglieder der Familie und Biografen diese außergewöhnliche und spannungsreiche Konstellation von Menschen erkundet. Nicht nur ihnen wurden die »Buddenbrooks« zum Urbild des Familienromans. Wenn auch weniger verzweigt, so doch nicht minder interessant ist die Geschichte der Familie und der Verlobten Franz Kafkas; der »Brief an den Vater« und die Briefe Kafkas sind eindringliche Zeugnisse dessen.
Ein Quell großer Geschichten ist das jüdische Familienleben: Von dem Glamour und dem Niedergang einer jüdischen Familie der schillernden römischen Gesellschaft erzählt Alessandro Piperno, von einer deutschen Familie im Nachkriegsdeutschland Viola Roggenkamp, jüdisches Familienleben steht im Zentrum von Boris Pasternaks autobiografischen Erinnerungen, in Israel J. Singers Chronik der Familie Karnovski und in Eric Lukas’ in der Reihe »Lebensbilder. Jüdische Erinnerungen und Zeugnisse« erschienenem Bericht. Eine ganz schwierige Befragung ihrer Familie unternimmt Katrin Himmler in »Die Brüder Himmler«.
Wie in Sabine Schiffners »Kindbettfieber« ein altes Tagebuch zum Auslöser für die Spurensuche einer Bremer Familie wird, so ist es bei Stephan Wackwitz eine alte Kamera, die nach Südamerika führt. Oftmals ist es die Auseinandersetzung mit dem Vater, seltener mit der Mutter – ganz eindringlich in Ingrid Strobls »Ich hätte sie gerne noch so vieles gefragt« – , die zur Befragung der eigenen und der Vorgeschichte wird, so bei Christoph Meckel, Walter Müller und Martin Pollack. Über den Familienroman hinaus kann die Geschichte zur Chronik einer ganzen Landschaft werden, so zeichnet Ludwig Harig ein Bild des Saarlandes, Anke Gebert erzählt von einem Land, genannt DDR, Petra Häring-Kuan entführt in das ferne China. Von den Geheimnissen und Heimlichkeiten der bürgerlichen Familie im 19. Jahrhundert erzählt Margaret Forster, von den Turbulenzen heutiger Familien Susanne Fröhlich.
|
 |