Zsuzsa Bánk

Zsuzsa Bánk
Foto: Gaby Gerster

Vita

Zsuzsa Bánk, geboren 1965, arbeitete als Buchhändlerin und studierte anschließend in Mainz und Washington Publizistik, Politikwissenschaft und Literatur. Heute lebt sie als Autorin mit ihrem Mann und zwei Kindern in Frankfurt am Main. Für ihren ersten Roman »Der Schwimmer« wurde sie mit dem aspekte-Literaturpreis, dem Deutschen Bücherpreis, dem Jürgen-Ponto-Preis, dem Mara-Cassens-Preis sowie dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet. Für »Unter Hunden« aus ihrem Erzählungsband »Heißester Sommer« erhielt sie den Bettina-von-Arnim-Preis. Zuletzt erschienen ihre Romane »Die hellen Tage« und »Schlafen werden wir später«.


Literaturpreise:

Open Mike-Preis 2000
Jürgen-Ponto-Preis 2002
aspekte-Literaturpreis 2002
Deutscher Bücherpreis 2003
Mara Cassens Preis 2003
Bettina-von-Arnim-Preis 2003
Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung 2004

Bücher

Ergebnis 6 bis 7 von 7
10 / 20 / 50

Taschenbibliothek

Der Schwimmer

Zsuzsa Bánk

Der Schwimmer

Ungarn 1956: Die Panzer rollen, der Aufstand schlägt fehl, die Hoffnung scheitert, daß die Welt eine andere hätte werden können. Ohne ein Wort verläßt Katalin ihre Familie und flüchtet über die Grenze in den Westen. Ihr Mann Kálmán verkauft Haus und Hof und zieht fortan mit den Kindern Kata und Isti durch das Land.
Während Kálmán in Schwermut ...
Erscheinungstermin: 01.11.2007
Preis: € (D) 12,00 | € (A) 12,40
Umfang: 368 Seiten
Ausgabeart: Taschenbibliothek
ISBN: 978-3-596-51020-7

Taschenbuch

Der Schwimmer

Zsuzsa Bánk

Der Schwimmer

Ungarn 1956: Die Panzer rollen, der Aufstand schlägt fehl, die Hoffnung scheitert, daß die Welt eine andere hätte werden können. Ohne ein Wort verläßt Katalin ihre Familie und flüchtet über die Grenze in den Westen. Ihr Mann Kálmán verkauft Haus und Hof und zieht fortan mit den Kindern Kata und Isti durch das Land.
Während Kálmán in Schwermut ...
Erscheinungstermin: 01.01.2004
Preis: € (D) 11,00 | € (A) 11,40
Umfang: 288 Seiten
Ausgabeart: Taschenbuch
ISBN: 978-3-596-15248-3

E-Book

Der Schwimmer

Zsuzsa Bánk

Der Schwimmer

Wie sie sich drehte, die Welt, vor unserem Fenster
Ungarn 1956: Die Panzer rollen, der Aufstand schlägt fehl, die Hoffnung scheitert, daß die Welt eine andere hätte werden können. Ohne ein Wort verläßt Katalin ihre Familie und flüchtet über die Grenze in den Westen. Ihr Mann Kálmán verkauft Haus und Hof und zieht fortan mit den Kindern Kata und ...
Erscheinungstermin: 05.10.2009
Preis: € (D) 9,99
Umfang: 288 Seiten
Ausgabeart: E-Book
ISBN: 978-3-10-400005-3

Hardcover

Sterben im Sommer

Zsuzsa Bánk

Sterben im Sommer

Seinen letzten Sommer verbringt der Vater am Balaton, in Ungarn, der alten Heimat. Noch einmal sitzt er in seinem Paradiesgarten unter der Akazie, noch einmal steigt er zum Schwimmen in den See. Aber die Rückreise erfolgt im Rettungshubschrauber und Krankenwagen, das Ziel eine Klinik in Frankfurt am Main, wo nichts mehr gegen den Krebs unternommen ...
Erscheinungstermin: 09.09.2020
Preis: € (D) 22,00 | € (A) 22,70
Umfang: 240 Seiten
Ausgabeart: Hardcover
ISBN: 978-3-10-397031-9

E-Book

Sterben im Sommer

Zsuzsa Bánk

Sterben im Sommer

Seinen letzten Sommer verbringt der Vater am Balaton, in Ungarn, der alten Heimat. Noch einmal sitzt er in seinem Paradiesgarten vor dem Sommerhaus, noch einmal steigt er zum Schwimmen in den See. Aber die Rückreise erfolgt im Rettungshubschrauber und Krankenwagen, das Ziel eine Klinik in Frankfurt am Main, wo nichts mehr gegen den Krebs ...
Erscheinungstermin: 09.09.2020
Preis: € (D) 18,99
Umfang: 240 Seiten
Ausgabeart: E-Book
ISBN: 978-3-10-491251-6
Ergebnis 6 bis 7 von 7
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Interview

Interview mit Zsuzsa Bánk zu ›Schlafen werden wir später‹, 20.02.2017
Jürgen Hosemann: »Schlafen werden wir später« besteht ausschließlich aus E-Mails, die sich die beiden Hauptfiguren Johanna und Márta schreiben. Was macht denn für Sie als Autorin den besonderen Reiz dieser Form aus?
Zsuzsa Bánk: So konnte ich private und intime Stimmen entwickeln wie sonst nie. Ich habe zwar auch davor in der Ich-Perspektive geschrieben, aber nun hatte ich gleich zwei Ich-Perspektiven. Schon lange wollte ich solch einen Roman schreiben. Einen Roman, der zwei so intime Einblicke erlaubt. Das große Leben erzählt aus zwei kleinen Blickwinkeln – das geht nur im Tagebuch oder Brief. Alltag wollte ich beschreiben. Und viel Alltag wird beschrieben. Zwischen Aufstehen und Schlafen hören wir, lesen wir Beichte, Zweifel, Freude, Angst in vielen Nuancen und Härtegraden – das ließ sich in dieser Form fast mühelos, hürdelos fassen. In anderen Erzählformen sind Innenansichten logischerweise eingeschränkt, nur begrenzt möglich.
Für mich war es also ein Aufbruch, eine Befreiung hin zu einem gewagteren Schreiben, bei dem alles erlaubt war. Ich musste es Johanna und Márta nur sagen lassen. Sie dürfen fluchen, sie dürfen Lautmalerei benutzen, Peng! und Zisch!, auch Wörter wie »bekloppt« und »Kotze« und »Pisse«, das war in meinen anderen Romanen undenkbar. Das geht nur mit wörtlicher Rede, hier gegossen in Briefform. Es hat mir Freude gemacht einmal so zu schreiben, einmal das Korsett der Sprache ablegen zu dürfen, mich in der Sprache auszutoben, Wörter zu erfinden, Wort-Aneinanderreihungen, Mischungen und Wiederholungen, Verszeilen aus Mártas Gedichten, Lyrik-Einsprengsel. Einen Code zu entwickeln, der die Freundinnen wie ein Gesang, ein gemeinsamer Kanon verbindet, auf unauflösliche Weise.
Radikal subjektive Literatur fand ich immer schon umwerfend, Intimitäten, Seeleneinblicke, das große Ausziehen und Nacktdastehen. Tagebücher, Briefe, Romane als Lebensbericht, die werden ja auch zuhauf von Johanna und Márta zitiert, die Zitate spielen sie einander zu wie Tennisbälle, in ihnen spiegelt sich ihr Gefühlszustand, ihr Seelenstatus. Immer wieder bin ich auf solche Bücher gestoßen, Märta Tikkanens »Die Liebesgeschichte des Jahrhunderts« hat mich nahezu überwältigt, später dann die milderen Fomen, Tagebücher und Briefe von Sylvia Plath, Brigitte Reimann, Maxie Wander, also jede Art hingebungsvoller, intensiver Alltags- und Lebensbetrachtung, die praktisch vor nichts halt macht und nichts unausgesprochen lässt, die alles beleuchtet und alles beleuchten will. Zuletzt Connie Palmens quälend persönlicher Roman »I.M.« und Barbara Honigmanns Briefroman »Alles, alles Liebe!« Ich dachte immer, genau das will ich auch machen. Ich will auch einmal so schreiben: Kopf, Herz, Alltag, Vergangenheit, Liebe und Familie, das Innen und Außen, das Schreckliche und das Leuchtende – alles miteinander verbinden. Diesen Wunsch habe ich mir jetzt erfüllt.
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