Foto: Archiv S. Fischer Verlag

125 Jahre S. Fischer Verlag

Der S. Fischer Verlag feiert seinen 125. Gründungstag. Am 1. September 1886 gründete der damals 26-jährige Samuel Fischer seinen eigenen Verlag, sechs Jahre nachdem er als Buchhändlergehilfe von Wien nach Berlin gekommen war. Mit einem Festakt im Kaisersaal des Römer am Freitag, den 2. September 2011 (17 Uhr), ehrt die Stadt Frankfurt das Verlagshaus. Oberbürgermeisterin Petra Roth und Verlegerin Monika Schoeller werden sprechen, den Festvortrag hält die Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin Silvia Bovenschen.

 

Auch wenn Titel ausländischer Autoren (u.a. Ibsen, Dostojewskij und Zola) einen deutlichen Akzent im Verlagsprogramm setzen, wurde der Verlag nach seiner Gründung in kurzer Zeit zum Forum für zeitgenössische deutsche Literatur, besonders für den deutschen Naturalismus - Gerhart Hauptmann wurde 1890 Autor des Hauses, im gleichen Jahr wurde die Vorläuferin der noch heute erscheinenden Kulturzeitschrift »Neue Rundschau« gegründet. Mitte der neunziger Jahre geriet die »Wiener Moderne« ins Blickfeld von Samuel Fischer. In seinem Verlag erschienen nun auch die Werke von Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal.

 

In rascher Folge kommen weitere Autoren hinzu, die heute zu den wichtigsten Schriftstellern der klassischen Moderne gezählt werden, kurz vor der Jahrhundertwende wird Thomas Mann S.Fischer-Autor, wenig später Hermann Hesse. 1925 tritt der Schwiegersohn Samuel Fischers in den Verlag ein – Gottfried Bermann Fischer übernimmt allmählich die Verlagsgeschäfte und rettet den Verlag nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in die Emigration (Samuel Fischer stirbt 1934 in Berlin). Der in Deutschland verbliebene Verlagsteil unter der Leitung von Peter Suhrkamp versucht, unter den Bedingungen der Diktatur mit den Werken nicht verbotener Autoren weiterzuarbeiten. In der Nachkriegszeit lässt sich der geteilte Verlag nicht mehr zu einem Ganzen fügen: Gottfried Bermann Fischer und Peter Suhrkamp, der seinen eigenen Verlag gründet, trennen sich. Auch der S. Fischer Verlag hat von nun an seinen Sitz in Frankfurt am Main und setzt die Arbeit der frühen Jahre fort – nun auch mit einem erfolgreichen Taschenbuchprogramm. In den 60-er Jahren ziehen sich Gottfried Bermann Fischer und seine Frau Brigitte aus der Verlagsleitung zurück, schrittweise wird der Verlag an Georg von Holtzbrinck verkauft. Monika Schoeller, die Tochter Georg von Holtzbrincks, übernimmt 1974 die Verlagsleitung und ist bis heute die Vorsitzende der Geschäftsführung. Dieser gehören außerdem die Geschäftsführer Jörg Bong (Programm), Uwe Rosenfeld (Marketing/Vertrieb) und Michael Justus (Kaufmännisches) an. Mit rund 150 Mitarbeitern und 600 bis 800 Novitäten pro Jahr (etwa 80 davon im Traditionsverlag S. Fischer) gehören die S. Fischer Verlage zu den größten deutschsprachigen Publikumsverlagen.

 

Die Geschichte und Tradition des Verlages fortführend umfasst das aktuelle S. Fischer-Programm mehrere Bereiche: Deutschsprachige Literatur der Gegenwart, Internationale Literatur der Gegenwart, dann das Sachbuch mit Schwerpunkten wie: Geschichte, Zeitgeschichte und Kulturgeschichte, Politik, Gesellschaft, Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Psychologie, Biographien. Im Bereich der Modernen Klassiker finden sich Autoren wie z. B. Thomas Mann, Heinrich Mann, Franz Kafka, Arthur Schnitzler, Franz Werfel, Stefan Zweig, Sigmund Freud, Virginia Woolf, Carl Zuckmayer, Hugo von Hofmannsthal und Alfred Kerr, deren Werke z.T. in aufwendigen wissenschaftlichen Editionen herausgebracht werden.

 

Zu den S. Fischer Verlagen gehören außerdem die Verlage Krüger und Scherz, das Kinder- und Jugendbuchprogramm Fischer Schatzinsel und das Label Fischer FJB mit einem besonders erfolgreichen »All-Age«-Programm und schließlich, sozusagen als gemeinsame publizistische Plattform der S. Fischer Verlage: der Fischer Taschenbuch Verlag, dessen Logo mit den drei stilisierten Fischen zu den bekanntesten Verlagsmarken überhaupt gehört.

 

Weitere Informationen zu Verlag und Verlagsgeschichte finden Sie unter

www.fischer125.de

und

www.fischer125.de/verlagsgeschichte.html

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