„Eutopia. Ideas for Europe“ – vier europäische Verlage starten mehrsprachiges Online-Magazin

Das Online-Magazin „Eutopia“ (www.eutopiamagazine.eu) wurde am 9. April 2014 um 15 Uhr freigeschaltet. „Eutopia“, das mehrsprachige Magazin für gesamteuropäische Fragen, ist eine Kooperation von vier renommierten Verlagen: Editori Laterza (Italien), Éditions du Seuil (Frankreich), Editorial Debate (Spanien) und der S. Fischer Verlag (Deutschland) geben das Magazin heraus. Weitere Kooperationspartner sind das European Institute der London School of Economics und das Telekommunikationsunternehmen Telecom Italia.
 
In „Eutopia“ werden führende Intellektuelle, Publizisten und Wissenschaftler zu den drängenden Fragen der europäischen Wirklichkeit Stellung nehmen – unabhängig und provokativ. „Eutopia“ will ein gesamteuropäisches Forum für Debatten sein, diese anstoßen und in die Öffentlichkeit tragen, jenseits der Grenzen nationaler Diskurse. Die Beiträge erscheinen in der Originalsprache und in englischer Übersetzung.
 
Die monatlichen Ausgaben von „Eutopia“ werden ein Schwerpunktthema haben – die erste Nummer ist mit dem Titel „Immigration“ überschrieben. Sir Paul Collier, in Oxford lehrender, weltweit anerkannter Experte für die Ökonomien der sogenannten Entwicklungsländer, veröffentlicht in „Eutopia“ seinen grundlegenden Essay „The Old European Vision and the New Migration Reality”. Außerdem schreibt die Rechtsphilosophin Costanza Margiotta über die Idee einer europäischen Staatsbürgerschaft. Die Soziologen Ludger Pries und Kyoko Shinozaki ziehen eine Zwischenbilanz zur europäischen Binnenmigration. Ergänzt werden diese Beiträge um eine eindrückliche Fotoreportage von Davide Monteleone.
 
Jenseits des Schwerpunkts werden zahlreiche Rubriken und Kolumnen Schlaglichter auf europäische Realitäten werfen: „Turning Points“ erinnert an die entscheidenden geschichtlichen Weichenstellungen der europäischen Geschichte (Alessandro Barbero beispielsweise schreibt über die Schlacht von Tours und Poitiers), „Contrappunti“ stellt überraschende Zusammenhänge her (so schreibt Detlev Claussen über die Rolle des Fußballs bei der Entwicklung der europäischen Identität), „Liaisons dangereuses“ zieht Linien zwischen politischen Akteuren in verschiedenen Ländern (Christian Goeschel über Hitler und Mussolini), im „Alphabet for Europe“ werden zentrale Begriffe der europäischen Kulturgeschichte mit Texten des großen, kürzlich verstorbenen Historikers Jacques Le Goff erläutert, in „Eureka!“ werden politische, wissenschaftliche und technische Innovationen vorgestellt. Außerdem sind in der Rubrik „Speakers‘ Corner“ u.a. der spanische Philosoph Fernando Savater, der in Oxford lehrende Politikwissenschaftler Jan Zielonka und der ukrainische Historiker Yaroslav Hrytsak vertreten, letzterer mit einem Beitrag über das Paradox der Einheit der Ukraine, obwohl es sie eigentlich als Nation gar nicht geben dürfe.
 
„Europa ist eine gelebte Utopie, etwas, woran wir beständig und aktiv arbeiten müssen, existentiell und viel zu kostbar, um es preiszugeben. Dafür wollen wir, die beteiligten Verlagshäuser, aktiv eintreten und neben unseren Buchprogrammen ein lebendiges publizistisches Forum bieten, in dem Ideen vorgestellt, diskutiert und auch verworfen werden können“, sagt Peter Sillem, Cheflektor der S. Fischer Verlage.

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