Japan Foundation Übersetzerpreis

Der Japan Foundation Übersetzerpreis des Japanischen Kulturinstituts in Köln geht in diesem Jahr an die Übersetzerin des 2012 erschienen Erzählbandes ›Die Zeit, die uns bleibt‹ von Toshiki Okada, Frau Dr. Heike Patzschke. Die Preisverleihungsfeier findet am 29. Oktober 2014 im Japanischen Kulturinstitut statt.

Seit 1999 verleiht The Japan Foundation einen Übersetzerpreis in Höhe von 5.000 Euro für das beste, in den letzten drei Jahren aus der japanischen in die deutsche Sprache übersetzte und im deutschsprachigen Raum in Buchform erschienene literarische Werk. Der Japan Foundation Übersetzerpreis wird für Übersetzungen japanischer Literatur verliehen. Bewertet wurden Übersetzungen japanischer Prosa und Lyrik, die in den Jahren 2010 bis Ende 2012 in deutscher Sprache in Buchform erschienen sind. Die Auswahl wurde von einer deutschjapanisch besetzten Jury vorgenommen, deren Mitglieder sich schwerpunktmäßig mit literarischen japanischen Texten und deren Übersetzung befassen.

Es werden Übersetzer für Übertragungen ausgezeichnet, die durch besondere Genauigkeit und sprachliche Sensibilität hervortreten und dem deutschsprachigen Publikum bedeutende Werke traditioneller oder zeitgenössischer japanischer Literatur zugänglich machen. Ausgezeichnet werden Werke, welche dem Verständnis Japans oder dem gegenseitigen Verständnis zwischen Japan und dem deutschsprachigen Raum dienen und die als besondere akademische bzw. kulturelle Leistung anerkannt werden. Die Übersetzerin und Literaturwissenschaftlerin Dr. Heike Patzschke lebt in Köln und übertrug zahlreiche Werke neuerer japanischer Literatur und japanischer
Gegenwartsliteratur, darunter Werke von Kenzaburô Ôe , Mori Ôgai , Takashi Hiraide , Ryôtarô Shiba, Tasato Chôchoku, Maruya Saiichi u.a. Zuletzt erschien ihre Übertragung des Romans ›Der Einzeller‹ von Mizuko Masuda. Gegenwärtig ist sie freiberuflich als Dolmetscherin und Übersetzerin für Japanisch tätig und nimmt Lehraufträge an den Universitäten Köln und Bonn wahr.

Die aktuelle Preisverleihung würdigt vor allem ihre 2012 erschienene Übersetzung des Erzählbandes ›Die Zeit, die uns bleibt‹ des japanischen Theaterregisseurs, Kritikers und Schriftstellers Toshiki Okada. Der Band befasst sich dem Anschein nach mit den Lebensumständen und dem Lebensgefühl jüngerer Menschen in Japan. Er weist eine eigentümliche, vom Milieu seiner Protagonisten geprägte Sprache auf und eine Erzählform, die fragmentarisch mit Versatzstücken experimentiert, wie sie auch kennzeichnend sind für viele Bühnenstücke des Autors. Der Text enthält zahlreiche, auch für den Muttersprachler nicht leicht zu durchschauende Monologe, aus der sich eine übergeordnete Erzählebene erschließen lässt, deren Themen nicht direkt angesprochen werden. Der Übersetzerin ist es gelungen, die Botschaftsstruktur des Originals auf höchstem Niveau in die deutsche Sprache zu übertragen.

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