Foto: Jürgen Bauer

Josef Haslinger erhält für seinen neuen Roman ›Jáchymov‹ den Rheingau Literatur Preis 2011

In der Begründung der Jury heißt es: »Josef Haslinger erzählt in seinem neuen Roman ›Jáchymov‹ die Geschichte der tschechischen Eishockey-Nationalmannschaft, deren Spieler 1950 nach dem zweifachen Gewinn der Weltmeisterschaft wegen angeblicher staatsfeindlicher Umtriebe zu langjährigen Strafen im Arbeitslager des Uranbergwerks Jáchymov verurteilt wurden. Den ehemaligen Torwart, der nach seiner Entlassung an den Folgen der Verstrahlung stirbt, beschreibt Haslinger auf eindringliche Weise als Objekt einer Macht, die brutal und maßlos die zu Feinden erklärten Mitbürger Ihrer Räson opfert. Die historische Wahrheit über das kommunistische Arbeitslager Jáchymov fördert Haslinger im Erzählen einer Familiengeschichte zu Tage, die von den nicht vergehenden Erinnerungen an das erbärmliche Los der Vaters geprägt ist. Das alte Kurhotel Jáchymov in einem Tal des Erzgebirges, in dem die Tochter des Torwarts auf den Verleger trifft, der die Geschichte ihrer Familie herausbringen wird, macht Haslinger zu einem herausragenden Erinnerungsort des Staatsterrors im 20. Jahrhundert.«
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