Christine Nöstlinger

Christine Nöstlinger gestorben

Die S. Fischer Verlage trauern um Christine Nöstlinger. Die österreichische Kinderbuchautorin ist im Alter von 81 Jahren gestorben.

Christine Nöstlinger wurde 1936 in Wien geboren und wuchs im Arbeitermilieu der Wiener Vorstadt auf, wo sie nach eigener Aussage allerdings als ›besseres Kind‹ galt, da ihre Mutter einen Kindergarten leitete und ihr Großvater ein eigenes Geschäft besaß. Sie studierte Graphik, widmet sich aber später ganz dem Schreiben. Ihr Erstling, »Die feuerrote Friederike« (heute: FISCHER Sauerländer), erschien 1970. Seither hat sie über hundert Bücher für Kinder und Jugendliche veröffentlicht, die in viele Sprachen übersetzt und u. a. mit dem Hans-Christian-Andersen-Preis und dem Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis für Literatur gewürdigt wurden. Zuletzt erschien bei FISCHER Sauerländer eine Neuausgabe von »Die verliebten Riesen« mit zahlreichen Illustrationen von Antje von Stemm.

Ulrike Metzger, Verlagsleitung des Frankfurter Kinder- und Jugendbuch Verlags, würdigt die Verstorbene: »Christine Nöstlinger war eine Galionsfigur der modernen deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur. Sie brachte Luftveränderung in ein Genre, das oft aus heiler Welt, Bilderbuchfamilien und allzu Herzigem bestand. Nöstlinger schrieb über die Unperfekten: die sozial Benachteiligten, die Übergewichtigen, die nicht allzu Schlauen, diejenigen, die kein perfektes Elternhaus, kein idyllisches Umfeld haben. Menschen aus ihrer Heimatstadt Wien, den Arbeiterbezirken, dem Genossenschaftswohnbau. Sie war eine genaue, kritische Beobachterin, ihr Blick jedoch immer liebevoll und wertschätzend. So sind ihre Helden auch stets ambivalent: lieb und gemein, aufmüpfig und schüchtern, schroff und fürsorglich zugleich: die Mini, die Anna, die feuerrote Friederike oder der liebe Herr Teufel.«

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