Foto: Jimmy Kets/Reporters/laif

Richard Powers erhält Pulitzer Preis 2019

Wie kaum ein anderer verbindet Richard Powers in seinem Erzählwerk Naturwissenschaft, Philosophie und Kunst. Das Wissen unserer Zeit macht er in Geschichten erfahrbar, die menschlichen Abgründe emotional erlebbar. Richard Powers wurde 1957 in Evanston, Illinois, geboren, er studierte Physik und Literaturwissenschaften, arbeitete als Programmierer und wurde von einer Fotografie von August Sander zu seinem Romandebüt ›Drei Bauern auf dem Weg zum Tanz‹ (1985) inspiriert. Seither ist das Schreiben für ihn zum idealen Ort geworden, um den Fragen an die Welt und das Leben nachzugehen. Auf Deutsch liegen im S. Fischer Verlag neun Romane vor. Sie wurden Bestseller wie ›Der Klang der Zeit‹ und mehrfach preisgekrönt. 2006 erhielt er den National Book Award für ›Das Echo der Erinnerung‹, es folgte ›Das größere Glück‹. In der Reportage ›Das Buch Ich #9‹ beschreibt Richard Powers den Prozess, als neunter Mensch überhaupt sein Genom vollständig entschlüsseln zu lassen.

Nun erhält Richard Powers für seinen zuletzt erschienenen Roman ›Die Wurzeln des Lebens‹ den Pulitzer Prize 2019, den wichtigsten US-amerikanischen Literaturpreis. Diese Auszeichnung ist ein wichtiges Zeichen für die Relevanz von Romanen, die sich mit den ökologischen und gesellschaftlichen Themen unserer Zeit auseinandersetzen. Und ein Zeichen für unseren Hunger nach Geschichten, die uns wieder mit einer Welt verbinden, von der wir uns entfremdet haben.

 In ›Die Wurzeln des Lebens‹ sind die Menschen miteinander verwurzelt wie ein Wald. Sie bilden eine Familie aus Freunden, die sich zum Schutz der Bäume zusammenfinden: der Sohn von Siedlern, die unter dem letzten der ausgestorbenen Kastanienbäume Amerikas lebten; eine junge Frau, deren Vater aus China eine Maulbeere mitbrachte; ein Soldat, der im freien Fall von einem Feigenbaum aufgefangen wurde; und die unvergessliche Patricia Westerford, die als Botanikerin die Kommunikation der Bäume entdeckte. Sie alle tun sich zusammen, um die ältesten Mammutbäume zu retten – und geraten in eine Spirale von Politik und Gewalt, die nicht nur ihr Leben, sondern auch unsere Welt bedroht. 

Der S. Fischer Verlag freut sich mit Richard Powers über die Verleihung des Pulitzer Prize und gratuliert ihm von Herzen.

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