Anne Weber August

Ein bürgerliches Puppentrauerspiel

August
 

Anne Weber August

Ein bürgerliches Puppentrauerspiel

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Inhalt

Die tragische Existenz des August von Goethe – Anne Weber erzählt vom Schicksal eines Sohnes und seinem Kampf um Souveränität.

Sohn eines berühmten Vaters, Sohn einer nicht standesgemäßen Mutter – August von Goethe entkommt den Familienschatten nicht, reibt sich auf und geht schließlich daran zugrunde: Ein blasser Junge, der den eigenen Weg, das eigene Leben nicht findet.
Anne Weber, »eine ganz besondere literarische Begabung« (Ulrich Wickert, NDR Kultur), wählt nach ihrem gefeierten Roman »Luft und Liebe« die Form eines Theaters im Kopf, um die Existenz eines ewigen Sohnes und sein Ringen um Selbständigkeit als Ausweg in die Freiheit literarische vielstimmig und eindringlich darzustellen.



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Bibliografie

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Preis € (D) 14,99
ISBN: 978-3-10-401269-8
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160 Seiten,
FISCHER E-Books
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Über Anne Weber

Anne Weber, geboren 1964 in Offenbach, lebt als Autorin und Übersetzerin in Paris. Zuletzt erschienen bei S. Fischer ›Kirio‹, ›Ahnen‹, ›Tal der Herrlichkeiten‹, ›August‹ und ›Luft und Liebe‹. Ihr Werk wurde unter anderem mit dem Heimito-von-Doderer-Preis, dem 3sat-Preis, dem Kranichsteiner Literturpreis und dem Johann-Heinrich-Voß-Preis ausgezeichnet. Ihre Bücher schreibt Anne Weber auf Deutsch und Französisch.

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Anne Weber
Foto: (c) Thorsten Greve


Interview

Gespräch mit Anne Weber über ›August. Ein bürgerliches Puppentrauerspiel‹, 25.03.2011
Sohn eines berühmten Vaters, Sohn einer nicht standesgemäßen Mutter – August von Goethe entkommt den Familienschatten nicht, reibt sich auf und geht schließlich daran zugrunde: Ein blasser Junge, der den eigenen Weg, das eigene Leben nicht findet.
Anne Weber, »eine ganz besondere literarische Begabung« (Ulrich Wickert, NDR Kultur), wählt nach ihrem gefeierten Roman »Luft und Liebe« die Form eines Theaters im Kopf, um die Existenz eines ewigen Sohnes und sein Ringen um Selbständigkeit als Ausweg in die Freiheit literarisch vielstimmig und eindringlich darzustellen.

Petra Gropp: Sie haben zuletzt einen von der Kritik gefeierten und bei den Lesern sehr erfolgreichen Roman geschrieben, »Luft und Liebe«. Es hätte ein Stoff für einen Kitschroman sein können, haben Sie über dieses Buch gesagt, und in Ihren Händen ist diese romantische »Prinzessinnengeschichte« zu einer so leichten wie raffiniert-intelligenten, funkelnd ironischen Erzählung um Liebe, Betrug und Rache geworden.
Im Mittelpunkt Ihres neuen Buches, »August«, steht eine reale Person, August von Goethe, der Sohn Johann Wolfgang von Goethes. Was reizt Sie an dieser Figur?

Anne Weber: Vielleicht, dass sie so alles andere als »schillernd« und dabei doch tragisch ist. August hat nicht nur das Schicksal eines Menschen, der sein Leben lang im Schatten eines Größeren steht (wofür ich übrigens nicht seinen Vater verantwortlich mache, der schließlich nichts für seine Größe konnte). Was mich anrührte, war auch Augusts Zerrissen-Sein zwischen dem übergroßen, erdrückenden Vater und der in der Augen der guten Weimarer Gesellschaft des Dichters unwürdigen, sozial tief unter ihm stehenden Mutter. August war ein uneheliches Kind. Erst als er schon fast erwachsen war, entschloss sich Goethe doch noch dazu, die Mutter seines Sohnes, Christiane Vulpius, zu heiraten, aber auch diese späte Heirat konnte aus dem Sprössling keinen rechtmäßigen, respektablen Nachfahren mehr machen. Etwas von dem »Schmutz« seiner Geburt blieb immer an ihm haften.
In diese Situation ist August hineingeboren, niemand, er selbst am allerwenigsten, ist dafür verantwortlich zu machen. Darin liegt die Tragik seiner Existenz: Er konnte seiner Lebenssituation nicht entkommen, und ebenso wenig konnte er sie bewältigen. Es war ein unverdientes Leiden, das ihm schon als Kind auferlegt war.
Was mich zu ihm hinzog, war der Wunsch, ihm und seinem schweren Leben gewissermaßen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Ihn zu trösten. Ich stellte ihn mir vor als einen, der den ständigen Demütigungen seiner Umwelt ausgesetzt war und der sein ganzes Leben lang hat kämpfen müssen, um sich nichts von seinen Verletzungen anmerken zu lassen.
Neben der Größe der Großen gibt auch eine der Kleinen, eine Größe, die im Schatten entsteht und von allen unbemerkt bleibt. Eine solche unspektakuläre Größe spürte ich bei August, und ich sah es als meine Aufgabe an, sie auch für andere sichtbar zu machen.

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