Fjodor M. Dostojewskij Verbrechen und Strafe

Verbrechen und Strafe
 

Inhalt

Mit »Verbrechen und Strafe« ist jetzt einer der größten psychologischen Romane der Weltliteratur im handlichen Taschenformat erhältlich. Seit seinem Erscheinen 1866 ist die Suggestion, mit der Dostojewskij die Entwicklung zum Mörder schildert, der Sog, der zur blutigen Tat führt, unerreicht. Psychologische Einsicht und philosophische Erörterung verschmelzen zu einem metaphysischen Thriller, wie er in der Weltliteratur einzigartig geblieben ist.
Nicht »besser als eine Laus« erscheint dem Studenten Raskolnikow eine alte Wucherin, weshalb er glaubt, sie töten und ausrauben zu können. Sein Herz wehrt sich ebenso wie sein Unterbewusstsein gegen die geplante Tat, doch von sozialer Not gedrängt und gefangen in lebensfeindlichen Ideen, wird er zum Mörder. Nach dem Mord jedoch erkennt er, dass kalter Verstand und Nützlichkeitsdenken nicht alles im Leben sind. Das Delirium und die grenzenlose Einsamkeit, die dem Verbrechen folgen, lassen ihn erkennen, dass der Weg aus der Vereinsamung nur über Geständnis und Strafe führen kann. Auch wenn die »Reue« ihm eher fremd ist, die Liebe errettet ihn schließlich.
Mit seiner psychologisch beeindruckenden Darstellung eines Mörders hat Fjodor Dostojewskij einen Charakter beschrieben, der in seiner Orientierungslosigkeit symptomatisch für die moderne Gesellschaft ist. Bei aller Zeitkritik aber überwiegt am Ende die Hoffnung, dass es noch andere Kräfte in der Welt gibt als das Böse.



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Bibliografie

Taschenbibliothek

Übersetzt von: Swetlana Geier

Preis € (D) 14,00 | € (A) 14,40
ISBN: 978-3-596-52156-2
lieferbar

1088 Seiten, gebunden
FISCHER Taschenbuch
Preisänderungen & Lieferfähigkeit vorbehalten.

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Über Fjodor M. Dostojewskij

Swetlana Geier (1923–2010) hat u. a. Sinjawskij, Tolstoi, Solschenizyn, Belyi und Bulgakow ins Deutsche übertragen. Für ihr Werk, das sie mit der Dostojewskij-Neuübersetzung krönte, wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. – In der Reihe Fischer Klassik liegen sämtliche ihrer im Ammann Verlag erschienenen Dostojewskij-Übersetzungen vor: ›Verbrechen und Strafe‹ (Bd. 90010), ›Der Spieler‹ (Bd. 90446), ›Der Idiot‹ (Bd. 90186), ›Böse Geister‹ (Bd. 90245), ›Ein grüner Junge‹ (Bd. 90333), ›Die Brüder Karamasow‹ (Bd. 90114) sowie ›Aufzeichnungen aus dem Kellerloch‹ (Bd. 90102). Über ihr Leben und ihre Arbeit gibt Swetlana Geier Auskunft in dem von Taja Gut aufgezeichneten Buch ›Swetlana Geier. Ein Leben zwischen den Sprachen‹ (Bd. 19221).

Mehr über Fjodor M. Dostojewskij



Interview

»Der Text ist immer dabei«, Gespräch mit Swetlana Geier, 6. Dezember 1999, 20.11.2013
Ein gekürzter Auszug aus:
Swetlana Geier, Ein Leben zwischen den Sprachen.
Aufgezeichnet von Taja Gut
‹, erschienen im FISCHER Taschenbuch.
Taja Gut: Mit dem 1999 erschienenen, von Ihnen editierten und weitgehend übersetzten Bändchen ›Puschkin zu Ehren‹ ist ein jahrzehntealter Traum von Ihnen in Erfüllung gegangen. Wann haben Sie ihn zum ersten Mal geträumt?
Swetlana Geier: Es hat sich einfach so ergeben, beim Unterricht. Ich finde, dass seit einigen Jahren der rote Faden beim Studium der Philologie nicht mehr so deutlich wird. Der Stoff nimmt immer zu, aber ein Student kann sich immer schwerer orientieren. Und dann habe ich gedacht, man sollte sich irgendwie auf einen roten Faden einschießen. Es geht meiner Meinung nach darum, die Aufgabe oder die Bestimmung des Dichters, wie Blok sagt, als einen zentralen Gedanken der russischen Literatur als Weltliteratur zu erkennen. Dann habe ich mich nach einer typischen Figur umgesehen, und es hat sich natürlich Onegin oder später auch Raskolnikow geboten. Und es ist sehr interessant: Als nach Gorbatschow ›Doktor Schiwago‹ in Russland allgemein bekannt wurde, verstand der russische Leser nicht mehr, warum dieses Buch verboten gewesen war. Weil das Sensorium für das Spezifische dieses Helden im Leserbewusstsein einfach nicht mehr intakt ist. Man merkte nicht, dass das genau der gleiche Zweifler ist wie Onegin, Oblomow oder Petschorin: unfähig, sich zu entschließen – was heißt unfähig, das klingt zu hart -, der sich nicht entschließt und in diesem Atemanhalten lebt, auf des Messers Schneide. Na ja, und dann hat sich so eins ans andere gefügt.

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