Zeitgenössische Literatur (deutschsprachig)

Ein Stimmungsbild unserer Zeit

Monika Maron Munin oder Chaos im Kopf

Mina Wolf, Jour­na­lis­tin und Gele­gen­heits­tex­te­rin, opfert den Som­mer, um einen Auf­satz über den Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg für die Fest­schrift einer Klein­stadt zu schrei­ben. Eine irre Nach­ba­rin, die Tag für Tag von mor­gens bis abends auf ihrem Bal­kon laut­hals singt, zwingt sie, nur noch nachts zu arbei­ten. Die kleine, enge Straße gerät in Auf­ruhr und in Minas Kopf ver­mi­schen sich der Drei­ßig­jäh­rige Krieg, die täg­li­chen Nach­rich­ten über Krieg und Ter­ror mit der anschwel­len­den Aggres­sion in der Nach­bar­schaft. Als auch noch eine Krähe in ihre nächt­li­che Ein­sam­keit gerät, die sie Munin nennt und mit der sie ein Gespräch über Gott und die Welt beginnt, ist das Chaos in Minas Kopf kom­plett.

Eine Feier der Poesie!

Monika Rinck Champagner für die Pferde

In »Risiko und Idio­tie«, ihren hoch gelob­ten »Streit­schrif­ten«, erzählt Monika Rinck an einer Stelle von Mari­lyn Mon­roe: Wie die berühmte Diva stets nur aus frisch geöff­ne­ten Cham­pa­gner­fla­schen und stets nur das erste Glas trank, so dass es immer Cham­pa­gner für alle gab. Und nun sol­len selbst die Pferde nicht leer aus­ge­hen. Das umfang­rei­che Lese­buch, das die Auto­rin zusam­men mit ihrer Ver­le­ge­rin Daniela Seel zusam­men­ge­stellt hat, steht ganz im Zei­chen der Fülle: Gedichte, Essays und Kurz­prosa aus mehr als zwan­zig Jah­ren. Es geht um Witz und Lite­ra­tur, um Liebe und Freund­schaft, Schwim­men und Schla­fen, Glück und Erschöp­fung, ...

Eine bewegende Beschwörung der Sprache

Dieter Forte Als der Himmel noch nicht benannt war

Ein Schrift­stel­ler geht durch eine alte Biblio­thek. Er will mehr wis­sen über die Anfänge des Men­schen, über sei­nen Ein­tritt in die Welt und die Zeit. Wie war sein Weg von den frü­hen Höh­len­ma­le­reien bis zu den ers­ten Schrift­zei­chen? Wann ent­stan­den die ers­ten Geschich­ten und aus den Geschich­ten die Erin­ne­rung und aus der Erin­ne­rung die Ver­gan­gen­heit? Und wie sahen die ers­ten Städte aus, wie das fünf­tau­send Jahre alte Uruk, das schon Biblio­the­ken aus Ton­ta­feln kannte?
Die­ter For­tes Buch steht am ...

Mit großem Gespür für Augenblicke

Marion Brasch Lieber woanders

Toni und Alex ken­nen sich nicht und sind doch auf ver­häng­nis­volle Weise mit­ein­an­der ver­bun­den. Toni lei­det unter dem Ver­lust ihres klei­nen Bru­ders, für des­sen Tod sie sich ver­ant­wort­lich macht. Alex führt ein Dop­pel­le­ben und trägt an einer Schuld, über die er nie gespro­chen hat. 24 Stun­den bewe­gen sich die bei­den auf­ein­an­der zu, bis sich ihre Wege trotz skur­ri­ler Begeg­nun­gen und komi­scher Zwi­schen­fälle schlie­ß­lich kreu­zen.
Marion Brasch erzählt diese Geschichte vom Leben und Über­le­ben in einem ...

Über die Umbrüche unserer Gegenwart

Reinhard Kaiser-Mühlecker Enteignung

Nach sei­nem erfolg­rei­chen Roman ›Fremde Seele, dunk­ler Wald‹, der auf der Short­list des deut­schen Buch­prei­ses stand, schreibt Rein­hard Kai­ser-Mühle­cker über die Umbrü­che unse­rer Gegen­wart. Nach Jah­ren auf Rei­sen kehrt ein Jour­na­list in den Ort sei­ner Kind­heit zurück, an dem er nie hei­misch war. Er schreibt für das kri­selnde Lokal­blatt, er beginnt eine Affäre und arbei­tet auf dem Hof eines Mast­bau­ern, des­sen Land ent­eig­net wurde. Rät­sel­haft und fas­zi­nie­rend sind sie, Ines, Hemma, Flor, und sie ...

Eine warmherzige Hommage an die Musik

Thomas Brussig Beste Absichten

Ost­ber­lin 1989. In einem Kel­ler probt Die Seu­che, eine Band, die Gro­ßes vor­hat. Ihr ein­zi­ger Fan ist zugleich ihr Mana­ger. Äpp­stiehn tut, was er kann – und das ist nicht viel. Die Seu­che spielt bei Fami­li­en­fes­ten und Geburts­tags­fei­ern und lässt sich in Auto­schie­be­reien am Rande der Pra­ger Bot­schaft ver­wi­ckeln. Doch gegen die Wende ist sogar Äpp­stiehn macht­los. Plötz­lich spielt Musik keine Rolle mehr. Aber geht das über­haupt? Tho­mas Brus­sigs warm­her­zige Hom­mage an die Musik einer Zeit erzählt mit ...

Über die letzten Tage vor dem Erdbeben in Nepal

Benjamin Lebert Die Dunkelheit zwischen den Sternen

Wo kann man Hei­mat fin­den zwi­schen Hoff­nung und Ver­lo­ren­heit? Kei­ner kann davon erzäh­len wie Ben­ja­min Lebert. Ein Roman über die letz­ten Tage vor dem Erd­be­ben in Nepal. Kath­mandu im April 2015. Bis zum gro­ßen Beben sind es noch neun Tage. Shakti, Achanda und Tarun leben in einem Kin­der­heim, das für sie so etwas wie ein Zuhause ist. Sie träu­men von Freund­schaft, der Pfle­ge­fa­mi­lie, einem Motor­rad, sie erle­ben eine Ahnung von Glück. Ihre Eltern hat­ten sie in die Zwangs­ar­beit und in die Pro­sti­tu­tion ...

Die Shackleton-Expedition – erzählt wie nie zuvor

Reinhold Messner Wild

Im Jahr 1914 bricht der eng­li­sche Aben­teu­rer Frank Wild zusam­men mit dem bedeu­ten­den Pol­for­scher Ernest Shack­le­ton und 26 Män­nern zum »letz­ten Trip auf Erden« auf – sie wol­len die Ant­ark­tis durch­que­ren. Ihr Schiff, die Endurance, aber wird vom Pack­eis zer­stört, drei Monate drif­ten sie auf einer Eis­scholle nord­wärts und ret­ten sich schlie­ß­lich auf eine Insel, auf der sie nie jemand fin­den würde. Wäh­rend Shack­le­ton auf­bricht, um Hilfe zu holen, blei­ben 22 Män­ner unter der Füh­rung von Frank Wild zurück ...

Farben­prächtiger Roman von Christoph Ransmayr

Christoph Ransmayr Cox

Der Best­sel­ler jetzt im Taschen­buch! Ein far­ben­präch­ti­ger Roman über einen maß­lo­sen Kai­ser von China und einen eng­li­schen Uhr­ma­cher, über die Ver­gäng­lich­keit und das Geheim­nis, dass nur das Erzäh­len über die Zeit tri­um­phie­ren kann.
Der mäch­tigste Mann der Welt, Qián­lóng, Kai­ser von China, lädt den eng­li­schen Auto­ma­ten­bauer und Uhr­ma­cher Alis­ter Cox an sei­nen Hof. Der Meis­ter aus Lon­don soll in der Ver­bo­te­nen Stadt Uhren bauen, an denen die unter­schied­li­chen Geschwin­dig­kei­ten der Zei­ten des ...

Das Erfolgsbuch — jetzt als Taschenbuch!

Silvia Bovenschen Sarahs Gesetz

Sil­via Boven­schen erzählt von ihrer Freun­din, der Male­rin Sarah Schu­mann. Sie erzählt von einer unge­wöhn­li­chen Freund­schaft, die seit vier­zig Jah­ren besteht, und im Erzäh­len erfährt sie, was sie sonst viel­leicht nie erfah­ren hätte. Es sind Bil­der eines beweg­ten Lebens, Bil­der von Krieg und Flucht und Rebel­lion. Sarah Schu­mann zeigt darin immer eine Hal­tung, manch­mal dezi­diert, oft hat sie etwas Wil­des, aber sie ist keine Des­po­tin, sie erlässt keine Gesetze. Sie IST das Gesetz. ›Sarahs Gesetz‹ ...

Mit großer Offenheit und viel Humor erzählt

Flake Heute hat die Welt Geburtstag

Was macht man als Musi­ker, wenn man mal wie­der viel zu früh im Back­stage-Raum sitzt und noch vier Stun­den auf das eigene Kon­zert war­ten muss? Flake geht erst ein­mal spa­zie­ren und denkt dar­über nach, wie damals alles mit Rammstein ange­fan­gen hat und wie der Aus­nah­me­zu­stand auf der Bühne zum All­tag gewor­den ist. Er erin­nert sich an erste chao­ti­sche Kon­zerte, an schmerz­hafte Ver­bren­nun­gen und daran, wie er sich als Kind sein Leben als Musi­ker vor­ge­stellt hat.

Jetzt in der Taschen­bi­bliothek!

Roger Willemsen Wer wir waren

Roger Wil­lem­sen hatte vor sei­nem Tod an einem neuen Buch gear­bei­tet. Es sollte ›Wer wir waren‹ hei­ßen und unsere Gegen­wart betrach­ten – aus der Zukunft. Als Roger Wil­lem­sen im Som­mer 2015 krank wurde, musste er die Arbeit an sei­nem Text ein­stel­len. Zen­trale Gedan­ken davon aber ste­cken in einer mit­rei­ßen­den »Zukunfts­rede«, die zu sei­nem letz­ten öffent­li­chen Auf­tritt wurde. Sie ist der lei­den­schaft­li­che Auf­ruf an die nächste Gene­ra­tion, sich nicht ein­ver­stan­den zu erklä­ren.

Leseempfehlungen

Fischer Taschenbibliothek

  • Elke Heidenreich
»Alles kein Zufall«
  • Peter Stamm
»Weit über das Land«
  • W.G. Sebald
»Nach der Natur«
  • Robert Gernhardt
»Ostergeschichte«
  • Christoph Ransmayr
»Cox«
  • Roger Willemsen
»Wer wir waren«
  • Zsuzsa Bánk
»Schlafen werden wir später«

Eine Auswahl deutschsprachiger Literatur

  • Roger Willemsen
»Musik!«
  • Thomas Hürlimann
»Heimkehr«
  • María Cecilia Barbetta
»Nachtleuchten«
  • Clemens Meyer
»Die stillen Trabanten«
  • Benjamin Lebert
»Die Dunkelheit zwischen den Sternen«
  • Silvia Bovenschen
»Sarahs Gesetz«
  • Flake
»Heute hat die Welt Geburtstag«
  • Reinhold Messner
»Wild«
Zeitgen. Literatur (deutsch)

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