1952  Die ersten sechs Bände
1952  Bücher des Wissens
1957  Die Drehsäule
1957  Fischer Lexikon
1960  Fischer Weltalmanach
1965  Fischer Weltgeschichte
1967  Informationen zur Zeit
1973  Fischer Kolleg
1975  Die Frau in der
  Gesellschaft
1975  fischer alternativ
1977  Schwarze Reihe
1978  Collection S. Fischer
1980  amnesty international
  Jahresberichte
1994  Fischer Schatzinsel
1996  Europäische Geschichte
Die ersten sechs Bände
17. März 1952 - Die ersten sechs Bände der >Fischer Bücherei<

Im Frühjahr 1952 kamen nach langer Planung endlich die ersten sechs Bände der neuen >Fischer Bücherei< auf den Markt, die ersten Taschenbücher nach amerikanischem Vorbild. Das Programm startete mit:

Thornton Wilder: Die Brücke von San Luis Rey,
Thomas Mann: Königliche Hoheit,
Joseph Conrad: Der Verdammte der Inseln,
Stefan Zweig: Joseph Fouché,
Pearl S. Buck: Die Frauen des Hauses Wu und
Carl Zuckmayer: Herr über Leben und Tod.

Die Bände erschienen in einer für heutige Verhältnisse bemerkenswert hohen Auflage von 50.000 Exemplaren. Der erste Titel war bereits bei seiner Auslieferung allein durch Vorbestellungen nahezu ausverkauft, Stefan Zweigs >Fouché< erlebte schon im Juni eine zweite Auflage.
Das Neuartige der Bücher war nicht das Format oder der niedrige Preis. Preiswerte Ausgaben im Taschenformat hatte es schon unter Samuel Fischer gegeben, der 1908 seine Reihe >Fischers Bibliothek zeitgenössischer Romane< mit den Worten startete: »(...) es hat sich gezeigt, daß dem literarischen Produkt ein neuer großer Abnehmerkreis eröffnet werden kann, die breite Masse. Die Entwicklung drängt also auf das billige Buch hin.« Und so forderte schon er folgerichtig »das Buch zum billigen Einheitspreis«.
Die Menschen im Nachkriegsdeutschland hatten einen enormen Nachholbedarf an literarischen und wissenschaftlichen Titeln. Nach langen Jahren der geistigen Isolation in Nazi-Deutschland wollten sie wieder Anschluss finden an die großen gesellschaftlichen Diskussionen und an den Stand der Entwicklungen.
Bermann Fischer und seinen Mitstreitern ging es bei der Herausgabe der neuen Taschenbücher nicht darum, die Bücherschränke wieder zu füllen. Es sollten Inhalte verbreitet werden. Im Verlag träumte man davon, daß die Taschenbücher von Hand zu Hand, von Leser zu Leser gereicht würden. Albrecht Goes riet: »Und was ich noch sagen wollte: lassen Sie ruhig einmal ein Taschenbuch liegen, in der Bahn etwa, am liebsten eines von den allerbesten. Vielleicht findet es einer, der es braucht wie Brot.«
Außergewöhnlich an den neuen Taschenbüchern war auch die Gestaltung der Umschläge, die bunt und lebensfroh den Leser in ihren Bann ziehen sollten. Erfolgreich versuchte der Verlag sich von den billigen pocket books abzugrenzen, die Umschläge durften nicht allzu kitschig, sollten aber doch modern sein.
Ganz im Sinne der Tradition des S. Fischer Verlages konzentrierte man sich programmatisch auf anspruchsvolle Unterhaltung, zeitgenössische Literatur und Klassiker. Dabei konnten die Verleger auf den schier unerschöpflichen Bestand großer Autoren des 20. Jahrhunderts im eigenen Haus zurückgreifen. Thomas Mann, Carl Zuckmayer, Manfred Hausmann, Stefan Zweig, Franz Kafka, um nur einige zu nennen.
Zunächst besorgte man die Neuauflagen der Autoren, die in Nazideutschland verfemt gewesen waren. Bald darauf wagte man sich an die Herausgabe von Sachbuchtiteln und wissenschaftlichen Texten. Das Anliegen war ganz aufklärerischer Natur, man wollte die vorhandenen Wissenslücken füllen, und das Taschenbuch schien als preiswertes und leicht zu verbreitendes Medium dafür bestens geeignet.