1952  Die ersten sechs Bände
1952  Bücher des Wissens
1957  Die Drehsäule
1957  Fischer Lexikon
1960  Fischer Weltalmanach
1965  Fischer Weltgeschichte
1967  Informationen zur Zeit
1973  Fischer Kolleg
1975  Die Frau in der
  Gesellschaft
1975  fischer alternativ
1977  Schwarze Reihe
1978  Collection S. Fischer
1980  amnesty international
  Jahresberichte
1994  Fischer Schatzinsel
1996  Europäische Geschichte
1957 Die Drehsäule

Ein Meilenstein in der Geschichte des Taschenbuches und dessen Vermarktung war die Erfindung der Drehsäule. Die zündende Idee hatte keine Geringere als die Verlegerin selbst. Brigitte Bermann Fischer hatte eine Drehsäule vor Augen, in der man auf wenig Raum möglichst viele Taschenbücher plazieren konnte und dies in einer Weise, die die Kunden zum Stöbern und zur Selbstbedienung einladen sollte. Umgesetzt wurde die Drehsäule von Otl Aicher, einem Freund der Familie, der an der >Hochschule für Gestaltung< in Ulm tätig war. Aus dem Prospekt zur Beschreibung der >Kombinationssäule<: »So ist es möglich, genau so viele Bände auf gleichem Raum wie im Bücherregal unterzubringen, gleichzeitig aber die Vorderseite der Bücher zu zeigen und dem Käufer die Übersicht und die Auswahl durch die Drehbarkeit des Plexiglasständers zu erleichtern.« Außerdem heißt es: »Man kann damit Träger und Säulen im Laden verkleiden, Nischen und tote Ecken ausfüllen.«

Als Verkaufshilfe konzipiert, stieß die Drehsäule dennoch zunächst auf heute unvorstellbare Widerstände beim Buchhandel. Zum einen sahen sich die Buchhändler in ihrer Beraterfunktion bedroht. Zum anderen fürchteten sie, dass Passanten im Vorbeigehen Bücher im wahrsten Sinne des Wortes >mitgehen lassen< würden. Häufig war die Frage zu hören: »Wo sollen wir diese Dinger bloß aufstellen?«, und auf die Antwort, »natürlich vor den Laden auf die Straße«, hieß es: »Dann werden uns die Bücher gestohlen.« Doch die Drehsäule weckte nicht nur negative Assoziationen . »Harmlos, beinah leichtfertig, wie ein anmutiges Spielzeug steht der neue Baum der Erkenntnis vor den gläsernen Ladentüren, in den Bahnhofshallen. (...) Seine buntlackierten Früchte gleiten einladend vorbei«, schreibt Hans Magnus Enzensberger. Und bald setzte sie sich gegen allen Widerwillen auch im Buchhandel durch. Dass die Buchhändler natürlich nicht nur Fischer Taschenbücher hineinstellten, tat dem Erfolg keinen Abbruch, stand doch am Kopf einer jeder Säule: Fischer Bücherei.