1952  Die ersten sechs Bände
1952  Bücher des Wissens
1957  Die Drehsäule
1957  Fischer Lexikon
1960  Fischer Weltalmanach
1965  Fischer Weltgeschichte
1967  Informationen zur Zeit
1973  Fischer Kolleg
1975  Die Frau in der
  Gesellschaft
1975  fischer alternativ
1977  Schwarze Reihe
1978  Collection S. Fischer
1980  amnesty international
  Jahresberichte
1994  Fischer Schatzinsel
1996  Europäische Geschichte
1975 Die Frau in der Gesellschaft
1975 >Der kleine Unterschied< als Initialzündung der Reihe >Die Frau in der Gesellschaft<

Als 1975 zeitgleich mit Verena Stefans Roman >Häutungen< auf dem Höhepunkt der Frauenbewegung Alice Schwarzer mit ihrem >Kleinen Unterschied< auf den Markt kam (zunächst im Verlag S. Fischer, 1977 im Fischer Taschenbuch Verlag), war das die Sensation schlechthin. In ihrem Buch gibt die Feministin Interviews mit sechzehn Frauen wieder, die über ihr Leben und ihre Beziehung zur Sexualität erzählen. Die These: Das vorherrschende Frauenbild ist biologisch bestimmt, Männer nutzen die sexuelle Beziehung zu einer Frau aus, um Macht zu demonstrieren.
Das Buch löste sofort ungeheure Reaktionen aus. Von absoluter Zustimmung bis hin zu Empörung und maßloser Beschimpfung erfuhr die Autorin alles in den zahlreichen Zuschriften und Leserbriefen. Auch die Medien gingen nicht gerade zimperlich mit dem »Männerschreck« (tz München) Schwarzer um, mit der »frustrierten Tucke« (Süddeutsche Zeitung) mit »dem stechenden Blick einer Hexe« (BILD). Das Buch war der Anstoß für eine heftige Diskussion in der ganzen Gesellschaft.
Auf ihrer Lesereise in Deutschland traf Alice Schwarzer immer auf völlig überfüllte Säle. Meistens meldeten sich Frauen zu Wort, die ihr zustimmten, die ihre Geschichte erzählen wollten. Das Bundesfamilienministerium bezeichnete das Buch als den wichtigsten Beitrag zum Jahr der Frau. >Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen< verkaufte sich innerhalb kürzester Zeit über 50.000mal, bis heute hat der Longseller eine Auflage von 138.000 Exemplaren erreicht.
Der Titel signalisierte den Beginn der wichtigen und wohl erfolgreichsten Reihe >Die Frau in der Gesellschaft<.
Der Verlag, der sich von je her zeitkritischen und aktuellen Themen verpflichtet fühlt, konnte sich der Diskussion um die Emanzipation nicht verstellen. Nicht von ungefähr fand Alice Schwarzer beim S.Fischer Verlag ihre verlegerische Heimat, nachdem sie bei mehreren Verlagen mit ihrem »Schnee von gestern«, wie die meisten Verleger urteilten, abgeblitzt war.
Programmatisch war >Die Frau in der Gesellschaft< zunächst als reine Sachbuchreihe konzipiert. Es ging um die historische Aufarbeitung der Frauenbewegung, um ihre Wurzeln, um die Biographien der Feministinnen der ersten Stunde. Bald folgten frauenpolitische Texte wie >Wir werden nicht als Mädchen geboren, wir werden dazu gemacht< von Ursula Scheu.
In den 80er Jahren waren es vor allem die Erfahrungsberichte, die für Aufsehen sorgten und die die öffentliche Diskussion anstießen, so Judith Jannbergs Kultbuch >Ich bin ich<, das Gewalt in der Ehe thematisiert.
Während der letzten fünfzehn Jahre hat sich die Reihe verstärkt belletristischen Texten geöffnet. Eine neue Art von Frauenbüchern eroberte den Markt. Mit Witz, Satire und Selbstironie gehen die Heldinnen von Eva Heller, Hera Lind und zahlreichen anderen Erfolgsautorinnen ihre Probleme an.
Gerade die Mischung aus wissenschaftlich fundierten Texten, populären Sachbuchtiteln und belletristischer Literatur verhilft dem Frauenbuchprogramm im Fischer Taschenbuch Verlag bis heute zu großem Erfolg. Das Prinzip, das bei der Auswahl der Titel von Beginn an entscheidend war, gilt noch immer: Es geht um Literatur von Frauen für Frauen, die weibliche Sicht auf die Welt ist das entscheidende Kriterium. Dabei ist das Programm offen für viele Themen, verschiedene Standpunkte und versucht, ein Forum für Diskussionen zu sein.