Interview mit Peter James

Peter James' Thriller "Stirb ewig" ist für die Leser des Portals www.krimi-couch.de bereits der beste Krimi 2005 und war "Volltreffer des Monats August". Wir haben Peter James interviewt.
Fischer: Peter, Sie sind nicht nur Autor von bereits über zehn Büchern, sondern auch ein erfolgreicher Filmproduzent. Welches Medium ist Ihnen näher?
Peter James: Schreiben ist immer das Wichtigste in meinem Leben gewesen. Ich mache gerne Filme, aber es ist jedes Mal eine riesengroße Kollektivarbeit. Am meisten liebe ich beim Schreiben, dass ich alleine mit mir bin und anfangs vor einem leeren, weißen Bildschirm sitze. Als ich „Stirb Ewig“ geschrieben habe, war das meine Flucht vor der Film- und Fernsehwelt. Ich habe jeden Abend von 18.30 bis 21.30 Uhr geschrieben, angetrieben von einem großen Wodka Martini mit vier Oliven, und Opern- oder Jazzmusik im Hintergrund. Schon mit sieben Jahren habe ich kleine Geschichten geschrieben. Besonders spannend finde ich, dass ich jetzt einen richtigen Thriller geschrieben habe, denn das ist meine liebste Lektüre. Und das beginnt bei Sherlock Holmes.
Fischer: Detective Sergeant Roy Grace fahndet sehr intensiv nach vermisst gemeldeten Menschen. Warum?
Peter James: Weil er selbst ein verlorener Mensch ist. Seine Frau, die er wirklich liebte, ist vor neun Jahren spurlos verschwunden. Er weiß nicht, ob sie entführt wurde, gefangengehalten wird oder ermordet wurde. Oder ob sie mit einem Geliebten durchgebrannt ist, ob sie ihr Gedächtnis verloren hat, oder einen Unfall hatte. Ihr Verschwinden hält ihn, sozusagen, in einem schmerzlichen Schwebezustand, er weiß nicht, ob sie tot oder lebendig ist, ob sie eines Tages wieder auftauchen wird. Er kann mit der Sache nicht abschließen und so kann er sich auch nicht weiter entwickeln. Das macht ihn so sensibel und so interessiert an Menschen, die verloren gegangen sind.
Fischer: Wie hat die Sussex Police Ihnen bei Ihren Nachforschungen geholfen?
Peter James: Die Sussex Police hat mir auf vielerlei Art geholfen. Sie haben es mir erlaubt, „Mäuschen zu spielen“, ich konnte einem Detective Superintendent überall hin folgen. Ich durfte sogar bei der Fest-nahme eines Einbrechers dabei sein. Viele von ihnen haben das Buch gelesen, und wertvolle Tipps gegeben. Auch haben sie fantastisch hilfreiche Vorschläge gemacht, was alles zur Authentizität des Buches beigetragen hat. Das gilt übrigens auch für das zweite Buch in dieser Serie, das ich soeben fertig gestellt habe. Ich bin übrigens im Moment, während ich dies schreibe, als Gast der Sussex Police bei der jährlichen Versammlung der International Homicide Investigators Association in San Francisco, wo mehr als 500 amerikanische und internationale Ermittler, Forensiker und Profiler tagen. Dafür wurde ich eigens zu einem „ehrenamtlichen Detektiv“ ernannt, da normalerweise kein Außen-stehender an der Konferenz teilnehmen darf.
Fischer: Sie haben einige Jahre in den USA gelebt, jetzt sind Sie wieder in Sussex. Was bedeuten Ihnen Brighton und Sussex?
Peter James: Ich bin in Brighton geboren und aufgewachsen, das ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Brighton ist außerdem eine der faszinierendsten Städte, die ich kenne, sehr geschichtsträchtig und die Stadt bietet außerdem eine gute Mischung von allem: Nach London gibt es in Brighton die meisten Kriminellen des gesamten Königreichs, und eine der am meisten beschäftigten Polizeistationen des Landes. Die Stadt ist wunderschön auf der einen Seite, hat aber auch eine große dunkle Seite, und ist heute eine der hippesten Städte außerhalb von London. Ich liebe die Landschaft in Sussex, die so wunderschön ist, wie überall auf den Britischen Inseln. Es ist fantastisch: auf der einen Seite die lebhafte, verruchte Stadt, und auf der anderen Seite die atem-beraubende Schönheit auf dem Land. Und das alles in nur 15 Minuten Entfernung vom Zentrum. Außerdem liebe ich das Meer. Fast jeder, der einmal weggezogen ist, kommt irgendwann hierher zurück.
Fischer: Viele deutsche Buchhändler, die das Buch bereits als Leseexemplar gelesen haben, meinten, dass sie ganz gespannt auf die Verfilmung sind. Gibt es Pläne dafür?
Peter James: Ich habe großes Interesse daran, dieses Buch zu verfilmen, entweder fürs Kino oder als Mehrteiler fürs Fernsehen. Im Moment versuchen wir herauszufinden, was besser wäre. Aber ich bin sicher, dass wir im Laufe des nächsten Jahres das Buch entweder für die große Leinwand entwickeln werden, oder für eine Serie im Fernsehen.

Mr. James, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.


Ein weiteres Interview führte www.krimi-couch.de mit Peter James. Sie finden es in unserem Peter James Special unter http://www.krimi-couch.de/krimis/peter-james-special.html.
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