Literarische und belletristische Neuerscheinungen im Dezember


Roland Schimmelpfennig – ›An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts‹

Der erste Roman von Deutschlands meistgespieltem Dramatiker

Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse 2016

Nachts auf einer eisglatten Autobahn, achtzig Kilometer vor Berlin: Ein Tanklaster kippt um und legt sich quer. Auf dem Standstreifen, für den Bruchteil einer Sekunde: ein einzelner Wolf. Bis Berlin folgen wir seinen Spuren, und sein Weg kreuzt sich immer wieder mit den Wegen und Schicksalen unterschiedlicher Menschen. Wie in einem Schwarzweißfilm, in dem gelbes Winterfeuer flackert, ziehen die Bilder und Geschichten dieses Romans an uns vorbei. Sie erzählen vom Suchen und Verlorensein, von der Kälte unserer Zeit und der Sehnsucht nach einem anderen Leben.


John Berger – ›Bentos Skizzenbuch‹

John Berger zieht die Summe seiner Philosophie einer radikalen Zärtlichkeit. Mit »Bentos Skizzenbuch« ist ein Buch aus Skizzen, Erzählungen, Beobachtungen entstanden, das selbst ein Kunstwerk ist.
Der Philosoph Spinoza, auch Bento genannt, widmete die meiste Zeit seines Lebens dem Schreiben. In seinen Schriften erkundete er unser Verhältnis zur Welt. Doch er soll immer auch ein Skizzenbuch bei sich getragen haben. John Berger hoffte jahrelang vergeblich, dass eins dieser verschollenen Hefte auftauchen würde. Bis er eines Tages sein eigenes, »Bentos Skizzenbuch«, anlegte. Im Zwiegespräch mit den Überlegungen Spinozas ist John Berger der Unendlichkeit der Welt auf der Spur. Mit dem Stift, mit dem Pinsel, auf dem Motorrad untersucht er, wie Zeichnen und Schreiben, Alltag und Kunst, Malerei und Philosophie zusammenhängen.
»Ich wollte über unseren Blick auf die Welt schreiben; es geht darum, die Menschen zu überzeugen, dass sie genau hinschauen und sehen, was uns umgibt, das Schöne wie das Schreckliche«, schrieb John Berger über »Bentos Skizzenbuch«


›Neue Rundschau 2017/4‹

Die Schriftsteller Brigitte Reimann und Reiner Kunze lernen sich Anfang der fünfziger Jahre kennen, beide sind neunzehn Jahre alt, und sie werden einander bis zu Brigitte Reimanns Tod freundschaftlich verbunden bleiben. In den hier erstmals veröffentlichten Briefen Reiner Kunzes an Brigitte Reimann aus den Jahren 1953 bis 1972 (leider sind die Briefe Brigitte Reimanns nicht erhalten) spiegelt sich die Entwicklung der beiden Künstler in einer Zeit, als die politische Fassade der DDR immer größere Risse bekommt und Reimann und Kunze zunehmend mit dem Literaturbetrieb in Konflikt geraten. So entsteht ein außergewöhnliches Zeitdokument und das Zeugnis einer besonderen Freundschaft.


Hugo von Hofmannsthal – ›Herausgebertätigkeit‹

Zum ersten Mal wird Hugo von Hofmannsthals Arbeit als Herausgeber vollumfänglich dokumentiert.
Ab 1907 trat Hofmannsthal als Herausgeber von Anthologien, Almanachen, Buchreihen und Zeitschriften hervor. Seine Bemühungen um heute als kanonisch geltende Texte der deutschen Literatur, die für ihn nach dem Ende des Ersten Weltkriegs zunehmend zur traditionsbildenden Instanz wurden, stehen gleichberechtigt neben der Herausgabe zeitgenössischer Texte, denen er v.a. in seiner Zeitschrift ›Neue Deutsche Beiträge‹ (1922-27) ein lebendiges Forum gab. Der Band dokumentiert Hofmannsthals Engagement für knapp 30 Editionsprojekte anhand von Notizen und Korrespondenzen, die nicht zuletzt sein Interesse an verlagspraktischen und buchtechnischen Fragen bezeugen.


Kiran Nagarkar – ›Krishnas Schatten‹

Indiens größter Schriftsteller Kiran Nagarkar erzählt in seinem Roman »Krishnas Schatten«, dem »wunderschönen Schmöker«, wie Ilija Trojanow sagt, eine verrückte Dreiecksgeschichte zwischen einem Gott, dem eifersüchtigen Prinzen und der Prinzessin Mirabai: In Indien zu Beginn des 16. Jahrhunderts halten der Kronprinz von Chittor und die Prinzessin Mirabai Hochzeit, doch schon in der Hochzeitsnacht verweigert sich Mirabai ihrem Prinzen, weil sie schon vergeben ist, und zwar an den Gott Krishna. In die amüsante Liebes- und Eifersuchtsgeschichte bettet Nagarkar die Geschichte der zerstrittenen Machtzentren in dieser Zeit in Indien ein. Wer hat die meiste Macht?
Der rajputische Herrscher Mewar, befindet sich auf dem Gipfel seiner Macht. Die Rajputen waren zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Rajputana, dem heutigen Rajasthan ein kriegerischer und ritterlicher Stamm, auch Königssöhne genannt. Sie gehörten zur 2. der 4 Varna-Kasten und waren somit sehr machtvoll. Die Rajputen machten Rajputana/Rajasthan zur Hochburg eines fürstlichen Indiens. Die Rajputen hatten kriegerische Auseinandersetzungen mit den Sultanaten Dehlis. »Krishnas Schatten« ist auch ein historischer Roman, der diese Machtsituation am Hofe von Rajputana/Rajastahn beschreibt. Vor diesem Hindergrund wird die sehr persönliche Geschichte der Dichterin Mirabai erzählt, die angeblich eine Liaison mit dem Gott Krishna hatte. Ihre ›Verse des Wahnsinns und der wahnsinnigen Liebe‹ sind in Indien bis heute bekannt. Natürlich verfremdet Nagarkar Mirabais Geschichte: Im Roman ist sie die Prinzessin, die den rajputischen Kronprinzen ehelichen soll, sein Vater Mewar muss die Thronfolge sichern. Aber Mirabai ist unberechenbar und verweigert sich dem Kronprinzen, da sie bereits vergeben ist, und zwar niemand Geringerem als Krishna. Sowohl der historisch verbriefte Machtkampf des rajputischen Herrschers sowie die Legende der Mirabai sind für Indien bis heute von großer Bedeutung.


›Das Leuchten der Bäume‹

»Das Leuchten der Bäume« ist die ultimative Baum-Anthologie und lässt die Freundschaft zwischen Baum und Mensch erblühen.
Wir lesen von dem einzigartigen Wesen der Bäume, ihrer Rolle in Religion und Mythen, Bäume als stille Zeugen unserer tiefsten Gefühle sowie der Baum als enger Freund und Zuhause, beispielsweise für einen Baron auf den Bäumen.
Dabei gehen die Texte weit über Klassiker der deutschen Laubbaum-Romantik hinaus: Von japanischen Kirschblütenregen, fernen Kokospalmen bis hin zu Rilkes Apfelgarten reihen sich hier die schönsten Geschichten, Gedichte, Mythen und Erzählungen aus allen Ländern und Zeiten.
Mit Texten von Virginia Woolf, W.G. Sebald, László Krasznahorkai, Kenzaburō Ōe, Goethe, Konfuzius und vielen mehr. Ein reich illustriertes Geschenkbuch zu allen Anlässen.

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