Unsere neuen Sachbücher im September


Edward Snowden – ›Permanent Record‹

Edward Snowden riskierte alles, um das System der Massenüberwachung durch die US-Regierung aufzudecken. Jetzt erzählt er seine Geschichte.

»Mein Name ist Edward Snowden. Sie halten dieses Buch in Händen, weil ich etwas getan habe, das für einen Mann in meiner Position sehr gefährlich ist: Ich habe beschlossen, die Wahrheit zu sagen.«

Mit 29 Jahren schockiert Edward Snowden die Welt: Als Datenspezialist und Geheimnisträger für NSA und CIA deckt er auf, dass die US-Regierung heimlich das Ziel verfolgt, jeden Anruf, jede SMS und jede E-Mail zu überwachen. Das Ergebnis wäre ein nie dagewesenes System der Massenüberwachung, mit dem das Privatleben jeder einzelnen Person auf der Welt durchleuchtet werden kann. Edward Snowden trifft eine folgenschwere Entscheidung: Er macht die geheimen Pläne öffentlich. Damit gibt er sein ganzes bisheriges Leben auf. Er weiß, dass er seine Familie, sein Heimatland und die Frau, die er liebt, vielleicht nie wiedersehen wird.
Ein junger Mann, der im Netz aufgewachsen ist. Der zum Spion wird, zum Whistleblower und schließlich zum Gewissen des Internets. Jetzt erzählt Edward Snowden seine Geschichte selbst. Dieses Buch bringt den wichtigsten Konflikt unserer Zeit auf den Punkt: Was akzeptieren wir – und wo müssen wir anfangen Widerstand zu leisten?


Frédéric Martel – ›Sodom‹

Eine fesselnde Reportage aus dem Innersten des Vatikans: Der französische Journalist Frédéric Martel beschreibt, wie katholische Priester, Kardinäle und Bischöfe die rigide, homophobe Sexualmoral verteidigen. Obwohl die meisten von ihnen selbst homosexuell sind.
Warum diese Doppelmoral? Warum wird so hartnäckig geschwiegen, warum wird gegen Papst Franziskus intrigiert, den ersten Papst, der homophobe Positionen lockern will?
Dahinter steckt ein weltweiter Machtzirkel homosexueller Priester und Würdenträger, die sich selbst als die »Gemeinde« bezeichnen.
Sie verhindern jede Liberalisierung, um ihr Doppelleben zu schützen: Ob es um Kondome geht, um die gleichgeschlechtliche Ehe oder die wichtigste Bastion: das Zölibat. Auch das Schweigen über sexuellen Missbrauch ist Teil dieses Systems.
Ein Buch, mit dem Martel die Geschichte des Vatikans seit den 1970er Jahren neu schreibt. Er zeigt die Pontifikate von Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus in gänzlich anderem Licht. Grandios geschrieben, hautnah, spannend wie ein Roman über Macht und Intrigen im Vatikan.
»Sensationell!« Sunday Times


Philipp Möller – ›Isch geh Bundestag‹

Mietwahnsinn, marode Schulen, Klimawandel und Rechtsnationalismus … Wer löst endlich unsere Probleme?

»Der Auftrag meiner Tochter ist eindeutig: mit den Politikern schimpfen, weil die Toiletten auf ihrer Schule ekelhaft sind und trotzdem nicht saniert werden. Und wenn Super-Daddy schonmal im Bundestag unterwegs ist, könnte er doch gleich noch ein paar andere Dinge ansprechen: etwa, dass wir Jahr für Jahr einen unfassbaren Reichtum erwirtschaften, aber nur die allerwenigsten Menschen daran teilhaben lassen. Oder dass wir ganz genau wissen, wie krass der Klimawandel unser Leben verändern wird, und trotzdem jede politische Chance verpassen, ihn zu bremsen. Und was das Leben unter einer rechten Regierung bedeutet, weiß meine Tochter auch - und zwar von ihrer Uroma, die live dabei war.«

Wie die Welt seiner Kinder wohl aussehen wird, wenn sich am momentanen Regierungsstil nichts ändert, fragt sich der dreifache Vater schon lange - und will auf Antworten nicht länger warten. Stattdessen krempelt er die Ärmel hoch und will selbst mit anpacken … doch ins Zentrum der Macht zu gelangen, ist gar nicht mal so einfach. Und als er es geschafft hat, kommt alles anders als erwartet.


Extinction Rebellion – ›Wann wenn nicht wir*‹

Es ist Zeit!
Jetzt oder nie gilt es, radikal zu werden. Erheben wir uns. Rebellieren wir!
Dieses Buch enthält alles dafür Nötige.
Extinction Rebellion (XR) ist eine Bewegung, die in England entstanden ist. Im April 2019 legte sie London mehrere Tage lahm, gab der Innenstadt mit Straßen- und Brückenblockaden ihr eigenes Tempo und ihre eigenen Farben - das Pink der Rebellion. Ziel ist es, mit Mitteln des gewaltfreien zivilen Ungehorsams auf die existentielle Krise - das sich rasant ausbreitende Artensterben, was auch uns Menschen erfasst - aufmerksam zu machen und einen Systemwandel herbeizuführen.
Das Buch versammelt Fakten über bereits sichtbare Folgen der Klimakrise und ruft zum Handeln auf. Für alle nachvollziehbar, konkret und undogmatisch erklärt es, wie sich das Rebellieren organisieren lässt: Von der gewaltfreien Kommunikation über das Errichten von Straßenblockaden und die Vorbereitung anderer Protestaktionen bis hin zum Kochrezept für mehrere hundert Menschen.
Die XR-Aktivisten Sina Kamala Kaufmann, Annemarie Botzki und Michael Timmermann ordnen XR in den deutschen Kontext ein und ergänzen das Buch um wichtige und konkrete Informationen für das Rebellieren in Deutschland.
Jeder kann Teil der Bewegung werden – und zusammen können wir Geschichte schreiben. Dies ist erst der Anfang!

Ab dem 7. Oktober beginnt die Rebellionswelle!
Unter dem Motto „Rebell without borders“ wird in Berlin, London, New York und Paris der Alltag unterbrochen.

Extinction Rebellion (XR), Greta Thunberg, Fridays for Future u.a. rufen auf zum Generalstreik gegen die zögerliche Klimapolitik:
• 20.9.2019 deutschlandweit
• 27.9.2019 weltweit, Earth Strike


Daniel Immerwahr – ›Das heimliche Imperium‹

Das Territorium der USA ist viel größer als die offzielle Landkarte zeigt. Der amerikanische Historiker Daniel Immerwahr entlarvt, wie es gelang, ein ganzes Weltreich zu errichten, ohne dass die Welt es merkte. Zu den Vereinigten Staaten gehörten (und gehören zum Teil bis heute) unter anderem: die Philippinen und Puerto Rico, verschiedene Inseln im Pazifik sowie Teile Samoas. Einst Kolonien oder zur Ausbeutung von Rohstoffen annektiert, wurden sie nach 1945 als Außengebiete der USA bezeichnet.
In fesselnden Episoden schildert Immerwahr die Geschichte des verborgenen US-Imperialismus. Er schreibt über Menschenversuche in Puerto Rico, über den Spanisch-Amerikanischen Krieg auf den Philippinen, dem eine Million Menschen zum Opfer fielen, und über den Rohstoffraub im Pazifik. Um die dortigen Guano-Vorkommen abbauen zu können, erließ der US-Kongress 1856 ein Gesetz, nach dem US-Bürger unbewohnte Inseln für ihr Land annektieren konnten. Über 50 Inseln wurden damit dem US-Territorium hinzugefügt, einige davon sind bis heute unter amerikanischer Kontrolle.
Ein spannend erzähltes Stück Weltgeschichte, das zeigt: Imperialismus und Globalisierung gehen bis heute Hand in Hand. Es ist Zeit, dass die Weltgemeinschaft den Kolonialismus endgültig überwindet.


Jürgen Martschukat – ›Das Zeitalter der Fitness‹

Die Geschichte des Körpers im Neoliberalismus – wie Fitness zur Signatur der Moderne wurde. Wer nicht fit ist, ist irgendwie außen vor. Und wer dick ist, erst recht. Unsere Körper sind unser Kapital. Fitness ist ein Statement. Der Historiker Jürgen Martschukat erzählt, wie wir dahin gekommen sind.
Warum werden Manager zu Marathonläufern? Was hat es mit Michelle Obamas »Let’s-Move«-Programm auf sich? Tatsächlich ist Fitness mehr als erfolgreich Sport zu treiben. Wer sich fit hält, übernimmt Verantwortung. Für sich und die Gesellschaft. Er zeigt sich leistungsfähig – ob in der Arbeitswelt, beim Militär oder beim Sex.
Eine spannende Bilanz zum Verhältnis von Körper und Macht im neoliberalen Zeitalter – vielleicht ist das Leben als Couchpotato die moderne Form des Widerstands.


Ingvild Richardsen – ›»Leidenschaftliche Herzen, feurige Seelen«‹

Die Entdeckung des Selbst: Ein ungeschriebenes Kapitel der Frauenbewegung.
In den 1890er Jahren entsteht in München eine Frauenbewegung, die das Fenster zur Moderne aufstößt. Neue Rollen von Frau und Mann werden ausgetestet, neue Formen der Sexualität gelebt. Im Zentrum stehen Künstlerinnen, die sich von Naturalismus und Jugendstil inspirieren lassen und wirkungsvoll an die Öffentlichkeit treten. Sie vernetzen sich deutschlandweit – auch mit progressiven Männern – und kämpfen für Selbstbestimmung und Unabhängigkeit. »Es lebe die Freiheit … wir schaffen uns selber unser Recht.«
Ingvild Richardsen stellt die Protagonistinnen dieses euphorischen Aufbruchs vor und erzählt ein zentrales Kapitel deutscher Emanzipationsgeschichte.


Bernd Ingmar Gutberlet – ›Die Berliner Mauer für die Hosentasche‹

30 Jahre Mauerfall: Eine Reise auf den Spuren der Berliner Mauer

Den Fall der Berliner Mauer kennt jeder als Ereignis der Weltgeschichte, und Zeitgenossen erinnern sich daran, als wäre es gestern gewesen.
Dieser Tag war ein einschneidendes Erlebnis, eine Zäsur. Der Kalte Krieg endete und binnen Jahresfrist war Deutschland wiedervereinigt.
Mit »Berliner Mauer für die Hosentasche« begibt sich Bernd Ingmar Gutberlet auf Spurensuche in Berlin. Seit ihrer Errichtung im August 1961 stand die Mauer symbolhaft für die Trennung zweier deutscher Staaten, für unzählige Schicksale und Tragödien.
Welche Spuren hat die Mauer dreißig Jahre später hinterlassen? Wo kann man Überbleibsel sehen und erfahren, wie Berlin darunter litt oder sich arrangierte? In gewohnter »Für die Hosentasche«-Manier zeigt uns der Historiker und Berlin-Experte interessante und wissenswerte Fakten auf, die sonst in keinem Reiseführer stehen.


Ta-Nehisi Coates – ›We Were Eight Years in Power‹

Mit Barack Obama sollte die amerikanische Gesellschaft ihren jahrhundertealten Rassismus überwinden. Am Ende seiner Amtszeit zerschlugen sich die Reste dieser Hoffnung mit der Machtübernahme Donald Trumps, den Ta-Nehisi Coates als »Amerikas ersten weißen Präsidenten« bezeichnet: ein Mann, dessen politische Existenz in der Abgrenzung zu Obama besteht. Coates zeichnet ein bestechend kluges und leidenschaftliches Porträt der Obama-Ära und ihres Vermächtnisses – ein essentielles Werk zum Verständnis der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der USA.

»Lange fragte ich mich, wer die schmerzhafte Lücke schließen würde, die James Baldwin hinterlassen hat, als er starb. Jetzt weiß ich, dass es Ta-Nehisi Coates ist.«
Toni Morrison


Michi Strausfeld – ›Gelbe Schmetterlinge und die Herren Diktatoren‹

Ein neuer, erhellender Blick auf die Geschichte Lateinamerikas – erklärt und erzählt von den Autoren des Kontinents. Geschrieben von Michi Strausfeld, die für den Boom der lateinamerikanischen Literatur in Deutschland seit den 1970er Jahren maßgeblich verantwortlich ist. Und ergänzt mit persönlichen Porträts der führenden Autoren, die sie alle kannte. Eine einzigartige und farbige Darstellung von 500 Jahren Kulturgeschichte, so wie sie die großartige Literatur schildert in ihrer ganzen Spannbreite von einer der profundesten Kennerinnen weltweit.

»Dies ist ein politisches Buch. Literatur und Politik sind in Lateinamerika kaum zu trennen. Für einen Dialog auf Augenhöhe brauchen wir den Blick der Autoren und Autorinnen auf ihren Kontinent – keinen Eurozentrismus.« Michi Strausfeld


Friedrich von Borries, Benjamin Kasten – ›Stadt der Zukunft – Wege in die Globalopolis‹

Ausgehend von einer kritischen Gegenwartsanalyse entwerfen der Architekt Friedrich von Borries und der Stadtplaner Benjamin Kasten das Bild einer Stadt der Zukunft, die ökologischer und gerechter ist als die Stadt der Gegenwart. Sie ist größer und dichter, aber auch offener und grüner – und jeder Bewohner ist aktiv in ihre Gestaltung miteinbezogen.

Anhand von Beispielen aus Architektur, Stadtplanung, Kunst und Design zeigen die Autoren, wo Aspekte dieser Zukunft schon jetzt erprobt werden: Von vertikalen Wäldern über unterirdische Plantagen, Selbstausbauhäuser und transnationale Grenzstädte bis hin zur Hochstraße in Seoul, die zum Park umgewidmet wurde. Ihre Darstellung ist gleichermaßen kritisch und kreativ, analytisch und visionär.

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