Unsere neuen Klassiker, Biographien und Sachbücher im November


Roger Willemsen – ›Musik!‹

Keine andere Kunst nahm Roger Willemsen so persönlich wie die Musik: Sie war von früh an Komplizin, als es darum ging, das Leben zu verdichten. Willemsens Liebeserklärungen an den Jazz, seine Verbeugungen vor den klassischen Komponisten, seine scharfe Verteidigung der künstlerischen Existenz, vor allem aber sein tiefes Verständnis für die Musiker und ihre Themen sind legendär. Seine einzigartigen Texte »über Musik« sind weit mehr als das: Sie sind Ausdruck eines Lebens »entlang jener Linie, an der man Dinge macht, die aus Freude bestehen oder aus Aufregung, aber nie aus Gleichgültigkeit«. Roger Willemsens Hommage an die Musik und ihre Heldinnen und Helden gibt einem das Gefühl, am Leben zu sein.


Nicholas Alexander Christakis – ›Blueprint – Wie unsere Gene das gesellschaftliche Zusammenleben prägen‹

In seinem wissenschaftlich hoch aktuellen und fundierten Buch verfolgt der Mediziner und Sozialwissenschaftler Nicholas A. Christakis einen interdisziplinären Ansatz, um über das Gute in der Gesellschaft – den Zusammenhalt und die Kooperation der Menschen untereinander – zu schreiben.
Er bringt aktuelle Forschungsergebnisse aus Evolutionsbiologie, Sozialwissenschaft, Genetik, Neuro- und Netzwerkwissenschaften zusammen und zeigt, dass unsere Gene nicht nur unseren Körper und unser Verhalten beeinflussen. Zudem bestimmen sie nämlich auch die Art und Weise, wie Menschen überall auf der Welt ähnliche Gesellschaften bilden. Die natürliche Auslese hat unsere sozialen Fähigkeiten zu Liebe, Freundschaft und Kooperation immer mehr verstärkt. Christakis zeigt, wie uns die Evolution auf diesen humanen Weg gebracht hat – und warum wir durch unser Menschsein weit mehr vereint sind als geteilt.


Adam Higginbotham – ›Mitternacht in Tschernobyl‹

In seinem Tschernobyl-Thriller deckt Adam Higginbotham auf, was wirklich geschah. Mit großer Erzählkunst und basierend auf intensiver Recherche zeichnet er nach, wie am frühen Morgen des 26. April 1986 der Reaktor 4 des Kernkraftwerks in Tschernobyl explodierte und die schlimmste Atomkatastrophe der Geschichte auslöste.
Seither gehört Tschernobyl zu den kollektiven Albträumen der Welt: eine gefährliche Technologie, die aus den Rudern läuft, die ökologische Zerbrechlichkeit und ein ebenso verlogener wie unachtsamer Staat, der nicht nur seine eigenen Bürger, sondern die gesamte Menschheit gefährdet.
Wie und warum es zu der Katastrophe kam, war lange unklar. Adam Higginbotham hat zahllose Interviews mit Augenzeugen geführt, Archive durchforstet, bislang nicht veröffentlichte Briefe und Dokumente gesichtet. So bringt er Licht in die Geschichte, die bislang im Sumpf von Propaganda, Geheimhaltung und Fehlinformationen verborgen lag. Erschütternd, packend: »Wie ein Thriller.« Luke Harding


Willibald Steinmetz – ›Neue Fischer Weltgeschichte. Band 6‹

Ein großartiges, umfassendes Panorama der europäischen Geschichte im 19. Jahrhundert. Der Historiker Willibald Steinmetz erzählt, wie das Europa entstand, das wir heute kennen, von 1800 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs.
Freiheit und Gleichheit waren die großen Versprechen der Aufklärung, die nach 1789 auf dem gesamten Kontinent greifbar wurden. Doch das 19. Jahrhundert wurde ein Zeitalter der Widersprüche: Das Streben nach Demokratie stand neben nationalistischen Ideen und Praktiken der Ausgrenzung. Die Industrialisierung eröffnete unendliche Möglichkeiten – und führte zu neuen sozialen Konflikten. Und Europa griff nach der Welt, Kolonialismus und Imperialismus brachten neue Konstellationen hervor.
Willibald Steinmetz schildert die Phase von 1800 bis 1914 als fortwährenden Wettbewerb zwischen Nationen und Imperien, von Großbritannien über Frankreich, Italien und Deutschland bis zu Österreich-Ungarn und Russland. Heute erleben wir, dass trotz aller gemeinsamen Werte der Nationalismus eine neue Blüte erlebt – der Blick zurück zeigt, wie wertvoll ein geeintes Europa für jedes der beteiligten Länder sein kann.


James A. Robinson, Daron Acemoglu – ›Gleichgewicht der Macht‹

Wie viel Staat muss sein? Nach dem internationalen Bestseller »Warum Nationen scheitern?« widmen sich Starökonom Daron Acemoglu und Harvard-Politologe James A. Robinson in ihrem neuen Buch dieser fundamentalen Frage.
Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Milizen in Libyen, Einschränkung der Presse- und Demonstrationsfreiheit in der Türkei, Umerziehungslager in Nordkorea. Gegenwärtig erleben wir viele Staaten als problematisch: sie sind entweder gescheitert, überreguliert oder despotisch. Aber wie viel Staat ist denn eigentlich notwendig?
Die Autoren geben hierauf eine überraschende und provokante Antwort. Anhand zahlreicher historischer und aktueller Beispiele – vom antiken Griechenland über Deutschland im Nationalsozialismus bis zum heutigen China – zeigen sie: Wohlstand, Sicherheit und Freiheit sind in hohem Maße von dem richtigen Rahmen abhängig, in dem der ewige Kampf um Macht zwischen Staat und Gesellschaft ausgetragen wird.
Eine überzeugende Analyse, die demonstriert: Ein starker Staat und eine starke Gesellschaft sind kein Widerspruch, sondern bedingen sich gegenseitig.


Roland Schimmelpfennig, Ferdinand Schmalz, Marlene Streeruwitz, Wolfram Lotz, Jen Silverman, Björn SC Deigner, Gracie Gardner, Caren Jeß – ›Dramatische Rundschau‹

Ab 2019 wird aus »Theater Theater« die »Dramatische Rundschau«. Nach wie vor werden neueste Theatertexte versammelt.

In Band 1 der Dramatischen Rundschau sind abgedruckt:
Björn SC Deigner: In Stanniolpapier / Gracie Gardner: Pussy Sludge / Caren Jeß: Bookpink / Wolfram Lotz: In Ewigkeit Ameisen und Das Ende von Iflingen / Roland Schimmelpfennig: Der Riss durch die Welt / Ferdinand Schmalz: der tempelherr / Jen Silverman: Collective Rage / Marlene Streeruwitz: Mar-a-Lago. Oder. Neuschwanstein.

Das Drama lebt!


Ulla Engelhardt – ›Jung verwitwet‹

Ein Trauerbegleiter: Hilfe und Beistand für alle, die in jungen Jahren ihren Lebenspartner verlieren.
Der Tod des Partners stellt das eigene Leben komplett auf den Kopf, wirbelt das scheinbar fest Gefügte völlig durcheinander und verändert alles. Das Begreifen, dass das Leben weitergeht und sich irgendwann sogar wieder gut anfühlen kann, ist ein meist langer, eigentlich nicht vorstellbarer, schmerzhafter Weg. Er ist geprägt von ganz individueller Trauer. Dieses Buch steht Menschen, die ihren Partner verlieren, unterstützend und wegweisend zur Seite, indem es eine sehr praktisch orientierte Hilfestellung beim Umgang mit einem so großen, einschneidenden Verlust gibt.


Simon Stone – ›Stücke‹

Stücke von Simon Stone werden hier erstmals auf Deutsch abgedruckt: Die Wildente, Die Orestie, John Gabriel Borkman, Yerma, Drei Schwestern, Hotel Strindberg.
Simon Stones Regie- und Textarbeiten sind spektakulär und sprengen die Grenzen des Gewohnten. Mit Preisen international ausgezeichnet, wird er immer wieder als »Theatermann der Stunde« bezeichnet.

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