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Context
Ein Straßenstück
1 D, 2 H, Verwandlungsdek
Drei alte Freunde. Der Schriftsteller Nils, der PR-Profi Casper und die preisgekrönte Journalistin Olga. In einer Sommernacht geraten die drei Meister des Wortes aneinander. Zu Studienzeiten waren sie unzertrennlich. Schriftlich haben sie festgelegt, sich in 10 Jahren wieder zu treffen. Schnell wird klar, daß jeder schon beim Unterschreiben eine eigene Interpretation ihrer gegenseitigen Versprechungen im Kopf hatte. Die drei versuchen der drohenden Aussprache zu entkommen. Nils emotionaler Zustand schwappt schnell auf seine Freunde über. Er manövriert die Situation ins Ausweglose. Die drei verwickeln sich in ein Ringen auf höchstem rhetorischen Niveau. Sie sind gezwungen, sich der Wahrheit zu stellen, und keiner entpuppt sich als das, was er zu sein meint. Bei Morgengrauen nimmt der Konflikt eine entscheidende Wendung ...

"Es ist möglich, sich auf Kosten geschundener Menschen eine moralische Legitimation zu erkriechen, um mit den Propagandamethoden der alten Schlächter die fette Kohle und einen Rest von Filmglamour reinzuziehen, ohne dass man sich dafür vor einem Gericht verantworten müsste. Und es ist möglich, die Gesetze des Marktes auch für diese Fälle heilig zu sprechen. Es ist möglich, dass wir laut applaudieren, nachdem wir einen langen Abend lang betrogen wurden. Aber dass wir den kleinsten gemeinsamen Hamburger noch Jahrtausende lang hinunterwürgen, ist unwahrscheinlich. Der Motor der Geschichte ist vielleicht, dass uns einer mal so richtig hat stehen lassen. Ganz am Anfang ... Wir verkünden Ideen, obwohl sie gelogen sind, oder wir behaupten, dass unsere Ideen nur im Kontrast zur irregeführten Welt falsch erscheinen, oder wir machen einfach mal wieder was platt. Oder wir beschließen, uns auf die Welt zu verlassen, was selbstverständlich eine vernünftige, wenn auch schwierige Position ist. Oder wir machen irgend ein anderes Theater." (Igor Bauersima)
Uraufführung:
26.05.1995 | Theaterhaus Gessnerallee, Zürich
Regie: Igor Bauersima
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