Ich mach' dann mal weiter!

Ich mach' dann mal weiter!

Der erste Kuss zweier Männer in einer deutschen Fernsehserie machte Georg Uecker, alias Dr. Carsten Flöter, schlagartig berühmt. Das Urgestein der »Lindenstraße« musste privat schwere Schicksalsschläge einstecken: Sein Freund stirbt an Aids, und er selbst erhält im Rahmen einer Krebsbehandlung eine HIV-Diagnose. Er verliert alles, was er hat, doch kämpft sich ins Leben zurück.
Weniger Jahre später begeistert er die Fernsehzuschauer in der „Lindenstraße“, als Spielleiter in der „Schillerstraße“ und Producer der Late Night Show „Blond am Freitag“. Er tourt mit eigenen Bühnenshows durch Deutschland.
Für den Bambi-Preisträger und Gewinner der Goldenen Kamera läuft es rund, doch die HIV-Infektion hielt er vor der Öffentlichkeit bis zu seinem Buch verborgen.

Paperback
268 Seiten
€ (D) 14,99 | € (A) 15,50
ISBN 978-3-596-70167-4
ab 22. Februar 2018 im Buchhandel

Georg Uecker live

Eine kleine Kostprobe

Während der Zeit am Hardtberg-Gymnasium fanden meine ersten Entdeckungsreisen in die schwule Welt statt und auch mein Comingout. Da auch in einer fortschrittlichen Schule, die sich der deutsch-französischen Freundschaft und damit der Offenheit und Toleranz verschrieben hat, kein Wort über Homosexualität verloren wurde, gab es noch einiges nachzuholen.
Es war Anfang 1979, ich war sechzehn Jahre alt und mir wurde so langsam klar, dass meine erotischen Phantasien anscheinend in eine andere Richtung liefen als die meiner Klassenkameraden.

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Im Interview

Wie kamen Sie dazu gerade jetzt das Buch zu schreiben?

Ich habe mich schon lange mit dem Gedanken getragen, ein Buch zu schreiben, das meine persönliche Geschichte erzählt und darüber hinaus ein Stück Zeitgeschichte widerspiegelt.Letztendlich gab mir die überwältigende Resonanz auf ein Interview, in dem ich über mein Leben mit dem HI-Virus sprach, den nötigen Motivationsschub, um den Gedanken in die Tat umzusetzen. . Neben dem medialen Wirbel bekam ich sehr bewegende Briefe und viel Zuspruch. Um einen klaren Kopf zu kriegen, fuhr ich an die Nordsee und beschloss bei langen Spaziergängen, keine Interviews zu geben und mich für eine Weile aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, um in Ruhe das Buch zu schreiben. Die GANZE Geschichte in MEINEN Worten.

Hat die Lindenstraße auch Ihr Privatleben geprägt und schreiben Sie darüber in Ihrem Buch?

Ja, zu einem gewissen Grad hat sie das, obwohl ich selber mein Berufs- und Privatleben strikt trenne. Als ich mit gerade mal 23 Jahren vom Theater zur „Lindenstraße“ kam, hatte ich keine Ahnung, was es heißt eine öffentliche Person zu sein. Als erste (und lange Zeit einzige) offen homosexuelle „Fernsehpersönlichkeit“, die die erste (und lange Zeit einzige) schwule Rolle in einer deutschen Familienserie spielt, wurde ich für viele zu einer Art Projektionsfläche – im guten wie im schlechten. In meinem Buch schreibe ich über den Druck, der auf mir lastete, die Beschimpfungen und Morddrohungen, die dazu führten, dass ich eine Zeit lang unter Personenschutz leben musste. Über meine Zweifel und Ängste, aber auch über meinen Kampfgeist und den Spaß an der Rolle.

Spielt die Schwulenbewegung eine Rolle in Ihrem Buch?

Ja, die politischen Kämpfe und gesellschaftlichen Fortschritte werden parallel zu meiner sehr persönlichen Geschichte beschrieben. Ich war schon mit 18 Jahren auf meiner ersten Schwulen-Demo. Wir sollten nicht vergessen, dass wir auf den Schultern von Giganten stehen, die vor uns gekämpft haben. Aber da ich nicht nur ein politisch denkender und handelnder Mensch bin, sondern auch ein Hedonist, erzähle ich auch von wilden Partynächten, exzessiver Lebenslust und sonstigen Sinnesfreuden.

Kurzbiographie

Georg Uecker // (c) Gaby Gerster
Georg Uecker gehört zu den beliebtesten deutschen TV-Serienstars und ist ein Vorkämpfer der Schwulenbewegung. Er wurde 1962 geboren und wuchs in einer deutsch-norwegischen Familie in Bonn am Rhein auf. Als »Unterhaltungsfacharbeiter« begeistert er die Fernsehzuschauer in der »Lindenstraße«, wie auch als Spielleiter in der »Schillerstraße« und Producer der Late Night Show »Blond am Freitag«. Für seinen Kampf gegen HIV und Aids erhält er 2010 den ReD-Award.