Über Anne Fortier
Vita
Anne Fortier wuchs in Dänemark auf, wo sie im Fach Ideengeschichte promovierte. Mit ihrem Mann, den sie in Oxford kennenlernte, ging sie nach Amerika. Sie war Co-Produzentin von Dokumentarfilmen und lehrte Philosophie und Europäische Geschichte an verschiedenen Universitäten. Sie fühlt sich auf beiden Seiten des Atlantiks zu Hause. Seit der Kindheit von Shakespeares Heldin fasziniert, forschte sie für ihren Roman in Sienas Archiven und Museen.
Interview
db-mobil im Gespräch mit Anne Fortier, 23.04.2010
»Julia gehört zu meinem Leben«
Bei Anne Fortier bekommen Romeo und Julia eine zweite Chance. Im Gespräch erzählt sie, warum die berühmte Liebestragödie sie seit ihrer Kindheit beschäftigt, wie ihre Mutter bei der Recherche half und warum sie ein ganzes Wochenende im Pyjama am Schreibtisch saß.
Bei Anne Fortier bekommen Romeo und Julia eine zweite Chance. Im Gespräch erzählt sie, warum die berühmte Liebestragödie sie seit ihrer Kindheit beschäftigt, wie ihre Mutter bei der Recherche half und warum sie ein ganzes Wochenende im Pyjama am Schreibtisch saß.
db-mobil: Warum interessiert Sie die Romeo-und-Julia-Geschichte?
Anne Fortier: Meine Mutter führte früher jeden Tag dänische Touristen durch Verona, zeigte ihnen den Balkon und das Grab von Julia und beantwortete tausend Fragen zu Shakespeares Stück. In meiner Kindheit war es üblich, wenn wir nach Verona kamen, immer »bei Julia vorbeizuschauen«. In einem gewissen Sinn gehörte Julia zu meinem Leben, und ich war entsetzt, als ich begriff, dass sie eine fiktive Gestalt ist. Als ich das Stück dann endlich selbst las, fand ich es furchtbar traurig. Geschichten, die tragisch enden, waren überhaupt nicht mein Fall, und bis heute frage ich alle, die mir Bücher oder Filme empfehlen: »Geht es denn gut aus?« Genau das treibt Julia, die Heldin des modernen Handlungsstrangs, an: Sie möchte unbedingt den beiden eine zweite Chance geben.
Foto: Gaby Gerster
