Anne Weber

Ahnen

Ein Zeitreisetagebuch

Hardcover
Preis € (D) 19,99 | € (A) 20,60
ISBN: 978-3-10-002247-9
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Buchdetails

272 Seiten, gebunden
S. FISCHER
ISBN 978-3-10-002247-9
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Ahnen
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Preis € (D) 9,99
ISBN: 978-3-10-403188-0

Inhalt

Eine poetische Zeitreise

Anne Weber begibt sich auf eine Entdeckungsreise, die in die befremdende und faszinierende Welt ihres Urgroßvaters und damit in die Abgründe und Höhenflüge einer ganzen Epoche führt. Florens Christian Rang – im Buch Sanderling genannt – war Jurist, Pfarrer in zwei Dörfern bei Posen, Schriftsteller und Philosoph. Er korrespondierte mit Hugo von Hofmannsthal, war befreundet mit Martin Buber und Walter Benjamin. Doch auf der Reise zu diesem Urgroßvater stellt sich immer wieder ein gewaltiges Hindernis in den Weg: die deutsche und familiäre Vergangenheit, wie sie nach Sanderlings Tod weiterging. ›Ahnen‹ ist eine ebenso poetische wie reflektierte Zeitreise, die zugleich von den Sehnsüchten und dem Schmerz der Gegenwart erzählt.



Pressestimmen

»stilistisch wunderbar, brillante, feine intelligente Art und Weise.[…] Ich habe diese Buch mit sehr viel Genuss gelesen und kann es nur herzlich empfehlen.«
Iris Radisch, Zeit online, 17.05.2015

»sprachlich aufregende und intellektuell überragende Herkunftserkundung.«
Anke Groenewold, Neue Westfälische Zeitung, 08.04.2015

»Souverän und ernsthaft zugleich, mit Selbstzweifeln behaftet.«
Annemarie Stoltenberg, Norddeutscher Rundfunk, NDR Kultur, 28.03.2015

»[…] das macht diese großartige Begegnung der Lebenden mit den Toten zu einem literarischen Lehrstück.«
Oliver Pfohlmann, Landshuter Zeitung, 21.03.2015

»Tastend und sprachlich äußerst behutsam begibt sich Anne Weber in ihrem glänzend geschriebenen Buch auf eine ungewöhnliche Geschichtsexkursion, die einen ganz eigenen Sog entwickelt.«
Michael Opitz, Deutschalndradio Kultur, 28.02.2015

»[…] was dieses anspielungsreiche Buch ausmacht: der persönliche Erlebnisbericht einer Recherche, eine selbstironische Distanz zum eigenen Handeln und eine Reflexion über das Deutschtum.«
Helmut Böttiger, Süddeutsche Zeitung, 24.02.2015

»Etwas literarisch eindrucksvolles und Berührendes«
Oliver Pfohlmann, Der Tagesspiegel, 22.02.2015

»Es ist eine Spurensuche nach ihrem Urgroßvater, die zur Selbstbefragung wird – ein Erkenntnisprozess, der auch literarisch fasziniert.«
Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.02.2015



Über Anne Weber

Anne Weber, geboren 1964 in Offenbach, lebt als Autorin und Übersetzerin in Paris.
Sie übersetzt ins Deutsche (u.a. Pierre Michon, Georges Perros und Marguerite Duras) und ins Französische (u.a. Wilhelm Genazino, Sibylle Lewitscharoff). Sie veröffentlichte ›Ida erfindet das Schießpulver‹, ›Im Anfang war‹, ›Erste Person‹, ›Besuch bei Zerberus‹, ›Gold im Mund‹, ›Luft und Liebe‹, ›August‹, ›Tal der Herrlichkeiten‹ sowie ›Ahnen. Ein Zeitreisetagebuch‹.
Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Heimito-von-Doderer-Preis, dem 3sat-Preis, dem Kranichsteiner Literaturpreis. Ihre Bücher schreibt Anne Weber auf Deutsch und Französisch.

Mehr über Anne Weber

Anne Weber
Foto: (c) Hermance Triay


Interview zum Buch

Ein Interview mit Anne Weber über ihr Buch ›Ahnen‹, 20.08.2015
Lektor: Nach dem Liebesroman ›Tal der Herrlichkeiten‹ wendest du dich in deinem neuen Buch ›Ahnen‹ deiner Familie und vor allem deinem Urgroßvater Florens Christian Rang zu. Was waren deine Beweggründe für dieses sehr persönliche Buch und was war das für ein Mensch, dieser Florens Christian Rang?
Anne Weber: Auf den ersten Blick mögen diese beiden Bücher nicht viel miteinander zu tun haben; auf den zweiten durchaus. Man kann sicher ›Tal der Herrlichkeiten‹ einen Liebesroman nennen, aber es ist auch und vor allem eine Orpheus-Geschichte; die Geschichte eines Mannes, der sich aufmacht in das Reich der Toten, um die verlorene Geliebte wieder zu den Lebenden zurückzuholen. Wer sich mit Vergangenheit beschäftigt, mit Menschen, die vor uns gelebt haben, begibt sich in gewisser Weise auch in ein Reich der Toten. Er kommt zwar nie wirklich an, die Vergangenheit entzieht sich ihm immer wieder. Aber indem er ihre Schriften liest, ihre Bilder anschaut, etwas über ihre Zeit herausfindet, macht er sich auf den Weg zu den Toten und versucht, sich ihnen anzunähern.

Mein Urgroßvater Florens Christian Rang war ein durchaus faszinierender Mann. Eigentlich ist das Erstaunliche nicht so sehr, warum ich mich näher mit ihm beschäftigen wollte, als vielmehr, warum ich das nicht schon früher getan habe. Wenn ich auf die Frage: Was war das für ein Mensch?, eine einigermaßen einfache und bündige Antwort wüsste, hätte ich sicherlich dieses Buch nie geschrieben. Natürlich gibt es ein paar Anhaltspunkte: Er ist 1864 in Kassel geboren, war nach einem Jura-Studium zunächst im preußischen Staatsdienst, verließ seine Stelle aber schon bald wieder und studierte später noch Theologie, war einige Jahre Pfarrer in zwei Dörfern in der Umgebung von Poznań/Posen. Aber auch diesen Beruf ertrug er nicht lange. Er war mit Walter Benjamin, Martin Buber und Gershom Scholem befreundet, korrespondierte mit Hofmannsthal. Er war ein gelehrter Mann und hat viel geschrieben, über Shakespeare, Kleist, Cervantes, über das Christentum, über die Ursprünge des Karnevals. Sein Nachlass liegt seit einigen Jahren im Walter Benjamin Archiv in Berlin. Er scheint ein leidenschaftlicher, unruhiger, zerrissener Mensch gewesen zu sein. Das sind aber nur Anhaltspunkte, mit deren Hilfe allenfalls eine Art Phantombild eines Menschen zustande kommt. Alles Weitere entsteht in der Bewegung hin zu dem Mann und seiner Zeit, die dieses Buch abbildet.
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