Annika Scheffel
Ben
Roman
Taschenbuch
Preis € (D) 9,99 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-596-19187-1
lieferbar
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Buchdetails
Roman
272 Seiten, Broschur
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-596-19187-1
lieferbar
Preisänderungen & Lieferfähigkeit vorbehalten.
272 Seiten, Broschur
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-596-19187-1
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Inhalt
Benvolio Antonio Olivio Julio Toto Meo Ho Schmitt weiß Bescheid: Lea wird sterben. Drei Mal darf er seine große Liebe treffen, beim vierten Mal kommt der Tod und steckt sie in seinen Stoffbeutel. Um sie zu retten, flieht Ben. Unterwegs verliert er seine Namen, verursacht den Weltuntergang hinter dem Spiegel und stellt fest: Alleinbleiben ist gar nicht so einfach.
»Wenn wir uns treffen, muss es der schönste Tag unser aller Leben werden, das steht fest. Wenn es nicht der allerschönste Tag unseres Lebens wird, haben wir uns nicht getroffen. So einfach ist das.«
»Wenn wir uns treffen, muss es der schönste Tag unser aller Leben werden, das steht fest. Wenn es nicht der allerschönste Tag unseres Lebens wird, haben wir uns nicht getroffen. So einfach ist das.«
Pressestimmen
»Solche Debüts wollen wir.« Kreuzer Leipzig
»Annika Scheffels Debütroman ›Ben‹ leuchtet aus den Neuerscheinungen dieses Frühlings heraus ... Ein sonderbares Buch ist das, in einem unglaublich schönen, frischen Ton ... Lapidar und knapp und kühl und märchenhaft ... Annika Scheffels Buch entkommt dieser großen Lethargiefalle durch Sprachkraft, Einfallsreichtum und ein selbstbewusstes Desinteresse an den Fesseln der Realität. ... Annika Scheffel hat nichts kopiert, keine Bücher, nicht mal ihr Leben, sie hat die Wirklichkeit mit den Möglichkeiten der Literatur verwirbelt, die Grammatik neu sortiert, hat aus der schönen Möglichkeit, als neue Autorin die weißen Seiten des ersten Buches mit einer eigenen, neuen Welt zu füllen, das Beste gemacht. So liest sich der Frühling. Und das liegt nicht nur an der Sonne.« Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
»Das Gewöhnliche zum Besonderen machen - das schaffen nur ganz wenige Künstler(innen) und die 26-jährige Annika Scheffel aus Hannover ist so eine Künstlerin ... Wer dieses ungewöhnliche, tricky gestaltete, kein bisschen posh daherkommende Buch erfahren hat, der will das auch, mit drinleben. Und dagegen hilft nur: Nochmal lesen.« Jan Drees, WDR 1LIVE
»›Ben‹, das Debüt der 27-jährigen Annika Scheffel, ist ein wundersam verschwunschener Coming-of-Age-Roman, der sich als Erlösungsmärchen verkleidet hat. Nur, dass keine seiner Figuren an Erlösung glaubt, für die emblematisch der Kuss steht, der ›immer die Lösung‹ ist, ›der Schlüssel‹ zu allem. Denn der Kuss erzeugt jene Ausschließlichkeit reiner Gegenwart, welche die Gespenster der Vergangenheit zu bannen vermag. Auf einer Quest sind sie ja alle, und jeder hat unterwegs einen Menschen verloren (als der Arzt Ben fragt, was ihm fehlt, sagt er: Lea) ... Der lapidare Aplomb ihres Erzählens, die schalkhafte Nonchalance dieser so zart versponnen, verspielten und doch unsentimentalen Poesie kühlen all das Prinzessinnenpathos und die Blutromantik immer wieder herunter. Im Kopf fährt das Leben ›nicht Karussell, eher Kaleidoskop‹ heißt es einmal im Buch, das damit sein Prinzip offen legt. Annika Scheffel tappt eben nicht in die Falle der Lebenslähmung, die sie schildert. Als Autorin entwindet sie sich mit Phantasie und schönem Trotz den Ketten der bleiernen Realität. ›Wer glaubt an Märchen, an den Weihnachtsmann, den Osterhasen? Wer denkt, dass der Tod Zeit hat, jeden persönlich abzuholen? Wer wird denn hier von Wundern sprechen? Wer guckt noch um die Ecke, wenn man alles auf einen Blick und von oben ganz toll sehen kann? Wer macht sich die Mühe, irgendwo hinzufahren? Wer läuft weg, wenn ohnehin niemand was merkt? Wer fragt wen nach was und warum auch überhaupt?‹ All diese Fragen fordern zum Widerspruch heraus, im Grunde verbirgt sich dahinter das emphatische Plädoyer, sein Herz in die Hand zu nehmen. Oder so: ›Gib mir Liebe, gib mir Hass und Zorn und Wut und Haarausfall.‹ Ein Hosianna auf dieses Debüt.« Christopher Schmidt, Süddeutsche Zeitung
»Annika Scheffel hat mit Ben ein modernes Märchen über die Liebe, die Freundschaft und den Verlust geschrieben. Ben berührt, ohne jemals kitschig zu sein - und wenn es im Literaturbetrieb gerecht zugeht, wird Ben eines der Bücher des Frühjahrs.« Hessisches Literaturforum
»... zugleich lädt sie mit ihrer leichten und spielerischen Sprache ein, ihr Buch als eine Art süffisanten Abgesang auf die Rundum-Absicherungsgesellschaft der Westdeutschen zu verstehen, die mit dem Wegfall der Blockgrenzen der echten großen weiten Welt direkt gegenüberstehen ... So erscheint dieser Roman auch als eine nachgetragene BRD-Tragödie, deren leichter Stil und deren lakonische Komik das Lesen erfreulich machen.« Rudolf von Bitter, BR Lesezeichen
»Liebe besiegt alles: Die 26-jährige Annika Scheffel stellt in ihrem grandiosen Debüt den Minnesänger des Jahres vor.« Bücher Magazin
»Annika Scheffels erster Roman [ist] nicht ohne Reiz. Die siebenundzwanzigjährige Autorin kommt vom Theater und ist als Performancekünstlerin schon in Stücken wie ›Dreckig Tanzen‹ aufgetreten; das gibt ihrer szenischen Phantasie eine gewisse tänzerische Leichtigkeit und ihren Fragen eine höhere Dringlichkeit.« Martin Halter, FAZ
»Ein Buch wie dieses lebt geradezu von den Übergängen zwischen dem Allerweltsrealen und der Realität, die es sich selbst erschafft und in die sich der Leser durch den sirenenhaften Märchenton hineinziehen lassen muss, wenn er nicht außen vor bleiben will. Von dort aus aber kann man ein leises Murren und die Frage vernehmen, um was es hier eigentlich gehe? Solchen Skeptikern ruft man am besten zu: ums Erzählen selbst. Um was denn sonst? Und das kann Annika Scheffel ganz bezaubernd.« Jochen Jung, Der Tagesspiegel
»Ein Buch, das Leser auf anmaßende wie spektakuläre Weise daran erinnert, dass Literatur zunächst und vor allem Arbeit an und mit Sprache ist. Eine Form von eigensinniger Magie, die eine Wirklichkeit hervorzubringen vermag, die mit der Realität selten deckungsgleich ist. Was festzustellen ja eigentlich eine Plattitüde ist. Doch in Annika Scheffels Debüt stehen Sätze, wie man sie selten in deutschsprachigen Romane liest. Passagen, in denen die 1983 in Hannover Geborene die Welt auseinandernimmt, um sie dann ganz neu, als poetischen Comicstrip einzurichten. ... Nicht selten ist das kitschig, dann wieder unheimlich gekonnt, skurril maniriert, lakonisch unterkühlt, dabei immer: ein Wagnis. So ist dieser erste Roman eine grandiose Zumutung.« Andrej Klahn, K.WEST - Das Kulturmagazin des Westens
»Annika Scheffels Roman sträubt sich gegen Konventionen; er lässt sich nicht verschlingen, sondern verlangt, dass man sich einlässt auf diese ungewöhnliche Art des Erzählens und sich Zeit nimmt, in die chaotisch-poetische Welt mit ihren absurden Begebenheiten einzutauchen.« Andrea Lüthi, NZZ
»Was für eine Entdeckung! ... Annika Scheffels Roman ist ebenso von überbordender Fabulier- wie Formulierungskunst geprägt. Mühelos und lustvoll verwebt sie literarische Genres miteinander, lässt sie die Geschichte zwischen Tragik und Slapstick tänzeln. Allein die verschwenderische Fülle skurriler Nebenfiguren, deren Schicksale sie virtuos umeinander kreisen lässt, macht den Leser immer wieder staunen. Die Geschichte schlägt immer neue Haken, verblüfft mit aberwitzigen Wendungen. Es ist jedoch nicht nur der außergewöhnliche Plot, es ist vor allem auch die sprachliche Kunstfertigkeit, mit der sich dieses Buch aus der Fülle deutschsprachiger Neuerscheinungen hervorhebt. Die Autorin geht mit einem experimentellen Furor zu Werke, der Erzählkonventionen aufbricht und neu zusammensetzt. Mit poetischem Blick betrachtet sie den Alltag, nimmt hingegen durch lakonische Schilderungen den großen Gefühlen ihr Pathos. Es mag sein, dass an manchen Stellen zu viel Kunstwollen aufblitzt, doch diese gelegentlichen Manierismen vermag die Debütantin mit Witz und Ironie auszugleichen. Der Abschnitt, in dem Ben (bzw. zu dem Zeitpunkt Olivio) in einem Märchenland hinter den Spiegeln auserkoren ist, eine Prinzessin zu befreien, ist eine grandiose Parodie auf klassische Heldengeschichten - ohne dass das Genre an sich der Lächerlichkeit preisgegeben würde. Allein die Idee, dem geflügelten Pferd, das dem Helden zu Hilfe eilt, den klingenden Namen ›Schädöh‹ zu verpassen ist zum Niederknien. Und so ertappt sich der Leser dabei, wie er trotz Schmunzelns und Lachens mit den Charakteren dieses Buches mitfiebert, wie ihm jede einzelne Figur ans Herz wächst - vom Postboten, der seine mit einem Fischhändler durchgebrannte Frau sucht, über Bens besten Freund Tjorven, der im Dauerzwist mit Türschlössern lebt, bis hin zu Leas Mutter, die sich in Plastiktüten kleidet, seit ihr Mann damals beschloss, König hinter den Spiegeln zu werden. Die vielleicht wundervollste Figur ist allerdings der Tod selbst, der in einem gelben Schlauchboot rudernd hofft, seinen traurigen Einsatz zu verpassen ... Ihm stehen ein paar der schönsten Auftritte in diesem an tragikomischen Begegnungen und absurden Dialogen reichen Buch zu.« Frank Schorneck, Titel-Magazin/Macondo
»Annika Scheffels Debütroman ›Ben‹ leuchtet aus den Neuerscheinungen dieses Frühlings heraus ... Ein sonderbares Buch ist das, in einem unglaublich schönen, frischen Ton ... Lapidar und knapp und kühl und märchenhaft ... Annika Scheffels Buch entkommt dieser großen Lethargiefalle durch Sprachkraft, Einfallsreichtum und ein selbstbewusstes Desinteresse an den Fesseln der Realität. ... Annika Scheffel hat nichts kopiert, keine Bücher, nicht mal ihr Leben, sie hat die Wirklichkeit mit den Möglichkeiten der Literatur verwirbelt, die Grammatik neu sortiert, hat aus der schönen Möglichkeit, als neue Autorin die weißen Seiten des ersten Buches mit einer eigenen, neuen Welt zu füllen, das Beste gemacht. So liest sich der Frühling. Und das liegt nicht nur an der Sonne.« Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
»Das Gewöhnliche zum Besonderen machen - das schaffen nur ganz wenige Künstler(innen) und die 26-jährige Annika Scheffel aus Hannover ist so eine Künstlerin ... Wer dieses ungewöhnliche, tricky gestaltete, kein bisschen posh daherkommende Buch erfahren hat, der will das auch, mit drinleben. Und dagegen hilft nur: Nochmal lesen.« Jan Drees, WDR 1LIVE
»›Ben‹, das Debüt der 27-jährigen Annika Scheffel, ist ein wundersam verschwunschener Coming-of-Age-Roman, der sich als Erlösungsmärchen verkleidet hat. Nur, dass keine seiner Figuren an Erlösung glaubt, für die emblematisch der Kuss steht, der ›immer die Lösung‹ ist, ›der Schlüssel‹ zu allem. Denn der Kuss erzeugt jene Ausschließlichkeit reiner Gegenwart, welche die Gespenster der Vergangenheit zu bannen vermag. Auf einer Quest sind sie ja alle, und jeder hat unterwegs einen Menschen verloren (als der Arzt Ben fragt, was ihm fehlt, sagt er: Lea) ... Der lapidare Aplomb ihres Erzählens, die schalkhafte Nonchalance dieser so zart versponnen, verspielten und doch unsentimentalen Poesie kühlen all das Prinzessinnenpathos und die Blutromantik immer wieder herunter. Im Kopf fährt das Leben ›nicht Karussell, eher Kaleidoskop‹ heißt es einmal im Buch, das damit sein Prinzip offen legt. Annika Scheffel tappt eben nicht in die Falle der Lebenslähmung, die sie schildert. Als Autorin entwindet sie sich mit Phantasie und schönem Trotz den Ketten der bleiernen Realität. ›Wer glaubt an Märchen, an den Weihnachtsmann, den Osterhasen? Wer denkt, dass der Tod Zeit hat, jeden persönlich abzuholen? Wer wird denn hier von Wundern sprechen? Wer guckt noch um die Ecke, wenn man alles auf einen Blick und von oben ganz toll sehen kann? Wer macht sich die Mühe, irgendwo hinzufahren? Wer läuft weg, wenn ohnehin niemand was merkt? Wer fragt wen nach was und warum auch überhaupt?‹ All diese Fragen fordern zum Widerspruch heraus, im Grunde verbirgt sich dahinter das emphatische Plädoyer, sein Herz in die Hand zu nehmen. Oder so: ›Gib mir Liebe, gib mir Hass und Zorn und Wut und Haarausfall.‹ Ein Hosianna auf dieses Debüt.« Christopher Schmidt, Süddeutsche Zeitung
»Annika Scheffel hat mit Ben ein modernes Märchen über die Liebe, die Freundschaft und den Verlust geschrieben. Ben berührt, ohne jemals kitschig zu sein - und wenn es im Literaturbetrieb gerecht zugeht, wird Ben eines der Bücher des Frühjahrs.« Hessisches Literaturforum
»... zugleich lädt sie mit ihrer leichten und spielerischen Sprache ein, ihr Buch als eine Art süffisanten Abgesang auf die Rundum-Absicherungsgesellschaft der Westdeutschen zu verstehen, die mit dem Wegfall der Blockgrenzen der echten großen weiten Welt direkt gegenüberstehen ... So erscheint dieser Roman auch als eine nachgetragene BRD-Tragödie, deren leichter Stil und deren lakonische Komik das Lesen erfreulich machen.« Rudolf von Bitter, BR Lesezeichen
»Liebe besiegt alles: Die 26-jährige Annika Scheffel stellt in ihrem grandiosen Debüt den Minnesänger des Jahres vor.« Bücher Magazin
»Annika Scheffels erster Roman [ist] nicht ohne Reiz. Die siebenundzwanzigjährige Autorin kommt vom Theater und ist als Performancekünstlerin schon in Stücken wie ›Dreckig Tanzen‹ aufgetreten; das gibt ihrer szenischen Phantasie eine gewisse tänzerische Leichtigkeit und ihren Fragen eine höhere Dringlichkeit.« Martin Halter, FAZ
»Ein Buch wie dieses lebt geradezu von den Übergängen zwischen dem Allerweltsrealen und der Realität, die es sich selbst erschafft und in die sich der Leser durch den sirenenhaften Märchenton hineinziehen lassen muss, wenn er nicht außen vor bleiben will. Von dort aus aber kann man ein leises Murren und die Frage vernehmen, um was es hier eigentlich gehe? Solchen Skeptikern ruft man am besten zu: ums Erzählen selbst. Um was denn sonst? Und das kann Annika Scheffel ganz bezaubernd.« Jochen Jung, Der Tagesspiegel
»Ein Buch, das Leser auf anmaßende wie spektakuläre Weise daran erinnert, dass Literatur zunächst und vor allem Arbeit an und mit Sprache ist. Eine Form von eigensinniger Magie, die eine Wirklichkeit hervorzubringen vermag, die mit der Realität selten deckungsgleich ist. Was festzustellen ja eigentlich eine Plattitüde ist. Doch in Annika Scheffels Debüt stehen Sätze, wie man sie selten in deutschsprachigen Romane liest. Passagen, in denen die 1983 in Hannover Geborene die Welt auseinandernimmt, um sie dann ganz neu, als poetischen Comicstrip einzurichten. ... Nicht selten ist das kitschig, dann wieder unheimlich gekonnt, skurril maniriert, lakonisch unterkühlt, dabei immer: ein Wagnis. So ist dieser erste Roman eine grandiose Zumutung.« Andrej Klahn, K.WEST - Das Kulturmagazin des Westens
»Annika Scheffels Roman sträubt sich gegen Konventionen; er lässt sich nicht verschlingen, sondern verlangt, dass man sich einlässt auf diese ungewöhnliche Art des Erzählens und sich Zeit nimmt, in die chaotisch-poetische Welt mit ihren absurden Begebenheiten einzutauchen.« Andrea Lüthi, NZZ
»Was für eine Entdeckung! ... Annika Scheffels Roman ist ebenso von überbordender Fabulier- wie Formulierungskunst geprägt. Mühelos und lustvoll verwebt sie literarische Genres miteinander, lässt sie die Geschichte zwischen Tragik und Slapstick tänzeln. Allein die verschwenderische Fülle skurriler Nebenfiguren, deren Schicksale sie virtuos umeinander kreisen lässt, macht den Leser immer wieder staunen. Die Geschichte schlägt immer neue Haken, verblüfft mit aberwitzigen Wendungen. Es ist jedoch nicht nur der außergewöhnliche Plot, es ist vor allem auch die sprachliche Kunstfertigkeit, mit der sich dieses Buch aus der Fülle deutschsprachiger Neuerscheinungen hervorhebt. Die Autorin geht mit einem experimentellen Furor zu Werke, der Erzählkonventionen aufbricht und neu zusammensetzt. Mit poetischem Blick betrachtet sie den Alltag, nimmt hingegen durch lakonische Schilderungen den großen Gefühlen ihr Pathos. Es mag sein, dass an manchen Stellen zu viel Kunstwollen aufblitzt, doch diese gelegentlichen Manierismen vermag die Debütantin mit Witz und Ironie auszugleichen. Der Abschnitt, in dem Ben (bzw. zu dem Zeitpunkt Olivio) in einem Märchenland hinter den Spiegeln auserkoren ist, eine Prinzessin zu befreien, ist eine grandiose Parodie auf klassische Heldengeschichten - ohne dass das Genre an sich der Lächerlichkeit preisgegeben würde. Allein die Idee, dem geflügelten Pferd, das dem Helden zu Hilfe eilt, den klingenden Namen ›Schädöh‹ zu verpassen ist zum Niederknien. Und so ertappt sich der Leser dabei, wie er trotz Schmunzelns und Lachens mit den Charakteren dieses Buches mitfiebert, wie ihm jede einzelne Figur ans Herz wächst - vom Postboten, der seine mit einem Fischhändler durchgebrannte Frau sucht, über Bens besten Freund Tjorven, der im Dauerzwist mit Türschlössern lebt, bis hin zu Leas Mutter, die sich in Plastiktüten kleidet, seit ihr Mann damals beschloss, König hinter den Spiegeln zu werden. Die vielleicht wundervollste Figur ist allerdings der Tod selbst, der in einem gelben Schlauchboot rudernd hofft, seinen traurigen Einsatz zu verpassen ... Ihm stehen ein paar der schönsten Auftritte in diesem an tragikomischen Begegnungen und absurden Dialogen reichen Buch zu.« Frank Schorneck, Titel-Magazin/Macondo

