Günter de Bruyn

Die Zeit der schweren Not

Hardcover
Preis € (D) 24,95 | € (A) 25,70 | SFR 35,50
ISBN: 978-3-10-009834-4
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432 Seiten, gebunden
S. Fischer Verlag
ISBN 978-3-10-009834-4
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Cover »Die Zeit der schweren Not«
Die Zeit der schweren Not
Preis € (D) 12,99
ISBN: 978-3-596-18790-4

Inhalt

Berlin nach der Niederlage gegen Napoleon. Preußen liegt wirtschaftlich und politisch am Boden. Zugleich aber öffnet gerade die Niederlage den Weg zu wichtigen Reformen, und bei aller materiellen Not erlebt Berlin weiterhin eine erstaunliche kulturelle Blüte. Im Zuge der sogenann-ten Befreiungskriege gelingt schließlich doch noch der Sieg über Napoleon, der neuerlichen Machtgewinn, aber nicht die erhoffte Einheit und Freiheit bringt.

Wie schon in ›Als Poesie gut‹, seinem großen Essay über die Berliner Kulturepoche zwischen 1786 und 1807, wird de Bruyn der Vielfalt und Widersprüchlichkeit von Preußens bedeutendster Epoche dadurch gerecht, dass er sie im Spiegel zahlreicher Einzelporträts und Geschichten reflektiert. Günter de Bruyn erzählt dabei von den berühmten Staatsmännern und Reformern der Zeit wie Hardenberg, Humboldt oder Gneisenau. Souverän und sensibel schildert er die Schicksale großer Autoren der Romantik wie Kleist, Rahel Varnhagen, Eichendorff und E. T. A. Hoffmann. Darüber hinaus aber folgt er auch den Abenteuern und politischen Irrwegen von Zeitgenossen wie Karl von François oder Turnvater Jahn.

Einer der Autoren der Epoche, denen de Bruyns größte Sympathie gilt, ist Adelbert von Chamisso, von dem der Titel des Buches stammt. »Die Zeit der schweren Not« aber – darin liegt die bittere Ironie dieses Verses aus dem Jahr 1813 – meint nicht Hunger und Elend nach der Niederlage gegen Napoleon, sondern die Not eines zum Deutschen gewordenen Franzosen, der inmitten der beginnenden Restauration und Kriegsbegeisterung seiner Zeit zum Außenseiter wird.

Pressestimmen

»Historische Detailkenntnis verbindet der Autor mit meisterhafter Figurenzeichnung, die da und dort ein bisschen mokant ist, immer aber gerecht und menschenfreundlich bleibt.«
Beatrice von Matt, Neue Zürcher Zeitung, 22.1.2011

»Es ist verblüffend, wie elegant de Bruyn in einer Abfolge kurzer Szenen das gesamte gesellschaftliche Panorama und die zeitgeschichtliche Entwicklung erfasst.(…) De Bruyns Buch ist ein Idealfall kulturgeschichtlicher Betrachtung.« Helmut Böttiger, Deutschlandradio Kultur, 31.12.2010

»De Bruyn hat eine Fülle von einzelnen Porträts – es sind allesamt kleine Essays – aneinandergereiht, brillant geschrieben, aus einer unglaublichen Wissensfülle heraus, wodurch eine Kulturgeschichte von Rang entsteht.«
Erhard Obermeyer, Westfälische Nachrichten, 26.12.2010

»erzählt mit wunderbar leichter, zuweilen ironischer Hand – aber nie oberflächlich – von Preußens kulturell fruchtbarster Epoche, deren Kraftfeld sich damals in Berlin befand.«
Märkische Oderzeitung, 28.11.2010

»Das Abenteuer dieses Buches ist nun, wie hier ein Autor ersichtlich die Summe einer lebenslangen Beschäftigung mit einem Gegenstand zieht, ohne sich je in ausgetretene Bahnen zu begeben.«
Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2010

»Dieser neue de Bruyn, keine Frage, gehört zu den starken Erlebnissen, die dieser literarische Herbst zu bieten hat.«
Klaus Bellin, Lesart, Heft 4, Winter 2010

»Mit der Leichtigkeit des Episodischen entwirft Günter de Bruyn ein luftiges Zeitmosaik, in dem Kurioses und Kühnes neben wegweisender Modernität und ärmlicher Verschränkung erscheint.«
Harry Nutt, Frankfurter Rundschau, 25.11.2010

»Günter de Bruyn schildert in dieser anregenden und klugen Kulturgeschichte Berlins zwischen 1807 und 1815 auch Lebensschicksale und Netzwerke großer Autoren, Architekten, Bildhauer, Maler, Salonbetreiber der Romantik. Man erfährt viel - eben auch über den derzeitigen politischen Irrweg einer Berufsarmee - in diesem beziehungsreich gearbeiteten Zeitmosaik.«
Stephan Reinhard, SWR 2, 11.11.2010

»Ein für Preußenverklärer unverzichtbares Buch also hat Günter de Bruyn geschrieben, weil es sie lehren kann, dem Preußentum ein wenig kritischer gegenüberzustehen, als dies in den letzten Jahren üblich war.«
Tilman Krause, Die Welt, 9.10.2010

»Sein Buch ist ein faszinierendes Sozial- und Milieubild, von umfassender Belesenheit, in meisterhaft zurückhaltender Manier erzählt.«
Michael Braun, Rheinischer Merkur, 7.10.2010

»Das Schöne dieses Buches ist es, dass aus einer Vielzahl von Porträts schließlich das Bild einer Zeit, einer Epoche sichtbar wird.«
Klaus Walther, Freie Presse, 7.10.2010

»Dieses verwirrend dichte Personengeflecht stellt de Bruyn mit kunstvoller Schlichtheit wie ein Chronist dar; er folgt dem Verlauf der Jahre, stellt in jedem seiner kurzen Kapitel eine Person in den Mittelpunkt, lässt dann ein nächstes folgen, in dem eine Nebenfigur des vorangehenden Abschnitts zur Hauptfigur wird. Die Chronik funktioniert als Reigen, in dem die Genies sich die Hände reichen.«
Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung, 22.9.2010

Über Günter de Bruyn

Günter de Bruyn wurde am 1. November 1926 in Berlin geboren und lebt heute in Görsdorf bei Beeskow als freier Schriftsteller. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Heinrich-Böll-Preis, dem Thomas-Mann-Preis, dem Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung,
dem Eichendorff-Literaturpreis und dem Johann-Heinrich-Merck-Preis. Zu seinen bedeutendsten Werken gehören u.a. die beiden kulturgeschichtlichen Essays ›Als Poesie gut‹ und ›Die Zeit der schweren Not‹, die autobiographischen Bände ›Zwischenbilanz‹ und ›Vierzig Jahre‹ sowie die frühen Romane ›Buridans Esel‹ und ›Neue Herrlichkeit‹.

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Günter de Bruyn
Foto: Susanne Schleyer
Die Zeit der schweren Not
 

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