Clemens Meyer

Gewalten

Tagebücher
Hardcover
Preis € (D) 16,95 | € (A) 17,50 | SFR 24,50
ISBN: 978-3-10-048603-5
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Buchdetails

Tagebücher
224 Seiten, gebunden
S. Fischer Verlag
ISBN 978-3-10-048603-5
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Inhalt

Clemens Meyer schreibt ein Tagebuch über die Gewalten unserer Zeit: Eine Stadt sucht ihren Mörder, Jubel beim Pferderennen, der beste Freund liegt im Hospiz. Ein Hund stirbt. Endlose Zahlenreihen fließen über einen Bildschirm in einer menschenleeren Fabrikhalle. Die psychiatrische Notaufnahme wird zur Endstation einer heillosen Nacht. Roh, unheimlich und geheimnisvoll ist die Welt, durch die wir täglich gehen. Clemens Meyer entwirft Szenen von großer poetischer Kraft und verstörender Klarheit. Ein Jahr lang erkundet er Seelenlandschaften, reale Orte und imaginäre Welten. Er erzählt von Alpträumen, jubelnder Euphorie und dem Irrwitz unseres Lebens.

Pressestimmen

»Aus seiner Perspektive begreifen wir, wie schmal der Grat ist, auf dem der Mensch durch sein Leben wandert, links und rechts der Abgrund der Verzweiflung, geradeaus die Ahnung eines ungewissen Ziels, irgendwo außerhalb unserer in Sichtweite.«
Bettina Seidl, HR 2, 6.9.2010

»Meyer balanciert risikobereit auf Messers Schneide zwischen Aufmüpfigkeit und Bürgerlichkeit. Diesen Drahtseilakt macht ihm in seiner Generation keiner nach.« Ulf Heise, Märkische Allgemeine Zeitung, 31.7.2010

»Ihm gelingt es, das Dunkle, Bedrohliche anschaulich zu machen wie derzeit keinem zweiten deutschen Schriftsteller.«
Björn Gauges, Fuldaer Zeitung, 24.7.2010

»Meyer ist und bleibt einer der kompetentesten deutschen Autoren, die eine so richtig massive Geschichte bauen können.«
Martin G. Wanko, Vorarlberger Nachrichten, 17.7.2010

»Lakonisch, direkt, den Fokus der je beschriebenen Gewalt findend und nicht wieder loslassend, diese Art des Erzählens und Beschreibens sorgt für eine hohe Geschwindigkeit und ein immerwährendes ›Mit hinein nehmen‹ des Lesers. Unmittelbar beteiligt Clemens Meyer den Leser an den Formen der Gewalt und dem, was sie auslöst und hinterlässt.«
Michael Lehmann-Pape, bookreporter.de, Buchvergleich.de u.a., 18.05.2010

»unglaublich süffiger Sound. (...) unglaublich psychologische Zartheit. (…) Wer es geniesst, auch die manchmal leichte Sentimentalität Hemmingways zu lesen, ist mit Clemes Meyer gut bedient.«
Ijoma Mangold, ZDF, Die Vorleser, 14.5.2010

»So gefühlvoll kann nur schreiben, wer selbst beteiligt ist. Eben doch ein Tagebuch. Ein lesenswertes.«
Katharina Erlenwein, Nürnberger Nachrichten, 7.5.2010

»Meyer erzählt vor allem Geschichten aus der albtraumhaft anmutenden, tatsächlich gewalttätigen ostdeutschen Wirklichkeit, die dann manchmal ins Fanstastische lappen.«
Gerrit Bartels, Der Tagesspiegel, 29.4.2010

»Wenn es läuft, kann er einen Sog entwickeln, der die trivialste Geschichte spannend werden lässt; und Meyer respektive seine Erzähler-Ichs bleiben bei allem Posieren immer sympathisch, weil sie sich nicht aufplustern müssen und die eigene Hybris mit einer formvollendeten Bescheidenheit ausgleichen. (…) Das nicht wirkliche Tagebuch ›Gewalten‹ interessiert sich nur peripher für seinen Autor. Es ist experimentell in dem Sinne, dass Autor, Erzähler, Geschehen, Fiktion auf verschiedene Arten zusammenlaufen, sich überschneiden und wieder auseinanderdriften. Das macht neugierig auf vorige und künftige Schreibweisen von Clemens Meyer.«
René Hamann, taz, 11.4.2010

»(…) zeigt einmal mehr, dass es Meyer nicht um irgendwelche proletarischen Kraftmeiereien geht, sondern um eine Literatur, die das Leben gnadenlos poetisch ins Auge fasst.«
Andreas Wirthensohn, Wiener Zeitung, 10.4.2010

»Meyer beweist abermals, dass er im Konzert der Großen mitspielen kann.«
Frank Willmann, Weltexpress, 9.4.2010

»So endet das brutale, expressionistische, zärtliche Buch: mit einem leisen Memento mori für den besten Freund des Menschen.«
Arne Willander, Welt am Sonntag, 4.4.2010

»Dennoch ist dieses mäandernde Erzählen kein geschwätziges oder gar langwieriges Abschweifen. Meyer gelingt es, einen fesselnden Sog zu erzeugen, der die Handlung wie von selbst trägt.«
Glanz & Elend, Magazin für Literatur und Zeitkritik, April 2010

»Dieser Autor aber findet in jeder seine Geschichten eine Form, in der er, was uns längst bekannt schien, ganz neu, ganz anders erzählt.«
Thomas Gärtner, Dresdner Neueste Nachrichten, 29.3.2010

»Immer erweist er sich als sensibler Beobachter mit selbstkritischem Blick.« SonntagsZeitung, 28.3.2010

»Der Erzählstil ist so kafkaesk wie kubistisch, die Bedrückung des Erzählers spürbar.«
Anne Haeming, Freitag, 27.3.2010

»Meyer will (…) die Worte finden, die die Dinge sichtbar machen.(…) Kurzgeschichten in bester (und sehr amerikanischer) Tradition«
Michael Kraft, news.de, 25.03.2010

»Beim Lesen hat es mich immer wieder überrascht, wie präzise und facettenreich Meyer Sprache benutzt, um menschliche Abgründe zu schildern. Und auf diese Weise den Leser verstört zurücklässt.«
Christian Stiegler, ORF, FM4, 25.3.2010

»Clemens Meyer liefert epische Feuergefechte, unerschrocken, unerbittlich, illusionslos. (…) ›Das ist das Leben, aber nicht unseres‹, sagt der Arzt im Raumschiff Enterprise zum Commander. Aber von diesem anderen Leben kann man selten eindringlicher lesen.«
Jürgen Verdofsky, Frankfurter Rundschau, 19.3.2010

»Das ist kein nettes Tagebuch, kein geschmeidiges, kein gediegenes. Und vor allem: kein sozialromantisches. Es ist mitunter am Rande des Erträglichen, angesiedelt auf der Rückseite der reklameerleuchteten Wattewelt der Einkaufszentren.«
Adam Soboczynski, Die Zeit, 18.3.2010

»Wenn das ein Tagebuch ist, dann das eines Tagträumers, eines Nachtarbeiters. Elf Protokolle des Wahnsinns, den wir Alltag nennen.«
Martin Hatzius, Neues Deutschland. Literaturbeilage, 18.03.2010

»Clemens Meyer schlägt sich nicht mit Schwächeren, er will es wirklich wissen. (…) Wie Meyer (in: ›Draußen vor der Tür‹) bis zur Erschöpfung gegen die eigene Einbruchssicherung kämpft, immer wieder scheitert, immer wieder ansetzt, und dabei doch eigentlich gegen etwas ganz anderes antritt, gegen die Sterblichkeit selbst nämlich, das ist schlicht meisterhaft erzählt.«
Richard Kämmerlings, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Messebeilage, 17.3.2010

»Mehr echtes, pralles Leben geht nicht.«
Jutta Person, Süddeutsche Zeitung, Literaturbeilage, 16.3.2010

»Ein gewaltiger Geschichtenerzähler.«
Britta Heidemann, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 13.3.2010

»Der alte Hemingway hätte seine Freude. Der junge Kafka womöglich auch (…) beherrscht perfekt auch die leisen Töne. Mit Schroffheit fängt er sie auf, bevor sie ins Sentimentale kippen. Meyers Schreiben ist ein Schreiben zwischen Gewalt und Zärtlichkeit.«
Karin Großmann, Sächsische Zeitung, 13.3.2010

»Im vergangenen Jahr noch war zu hören, Clemens Meyer sitze an einem Nebenwerk. Daraus ist nun nichts geworden. ›Gewalten. Ein Tagebuch‹ steht markant in der Reihe seiner Bücher, stilistisch ausgefeilt (Meyer ist ein wandlungsfähiger, aber immer erstaunlicher Stilist), pulsierend, nie blutleer wie mancher andere Text aus der jungen deutschen Gegenwartsliteratur.«
Ralph Gambihler, Freie Presse, 12.03.2010

»Elf monumentale Prosa-Miniaturen, durchweg so lange bearbeitet, geschliffen, poliert, bis sie wirken, als seien sie im Rausch aus dem vollen Marmor-Block gehauen. Ungeheuer kunstvoll in der derben Wucht ihrer Sprache, ungeheuer rücksichtslos in der Wahl der Perspektiven, unerträglich beinahe in der Annäherung an Sujets, zu denen eigentlich kein sprachlicher Weg führt.«
Peter Korfmacher, Leipziger Volkszeitung, 11.3.2010

»Erstaunlich luzides Tagebuch des finsteren Krisenjahrs 2009. Clemens Meyer, der Boxer unter den jungen deutschen Autoren, verpasst der Gegenwart einen Haken. Wumms!«
GQ, März 2010

»Dafür hätte Clemens Meyer den nächsten Preis verdient.«
Ulrich Wickert, NDR, Wickerts Bücher, 16.2.2010

Über Clemens Meyer

Clemens Meyer, geboren 1977 in Halle / Saale, lebt in Leipzig. 2006 erschien sein Debütroman ›Als wir träumten‹, für den er zahlreiche Preise,
darunter den Mara-Cassens-Preis, erhielt. 2008 folgten die Erzählungen ›Die Nacht, die Lichter‹, die mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurden. Im Frühjahr 2010 erschien ›Gewalten. Ein Tagebuch‹.

Mehr über Clemens Meyer

Clemens Meyer
Foto: Jürgen Bauer


Interview zum Buch

Interview mit Clemens Meyer, 14.03.2008
Clemens Meyer im Interview
Petra Gropp: Ein fast 500 Seiten starker Roman über das waghalsige Leben, die großen Hoffnungen und leisen Träume der Jugendlichen in Leipzig-Ost. Die Frage, wie ein solches Buch entsteht, zielt zuerst einmal auf den Stoff. Du hast in einem Gespräch gesagt: "Emile Zola ist durch abgewrackte Gegenden gewandert, um Stoff zum Schreiben zu finden, ich wohne dort." Liegen die Geschichten also quasi „auf der Straße“, und man muss sie nur einsammeln?
Clemens Meyer: Wenn's so einfach wäre. Die Anregung finde ich tatsächlich ab und an „auf der Straße“ oder in der Kneipe, vor allem auch im Gespräch mit alten Freunden. Aber auch in Zeitungen, und in mir selbst. Wenn das Gesehene, Gehörte, Erlebte etwas in mir auslöst, hinterlässt, mich bewegt und dazu zwingt, es künstlerisch umzusetzen, dann ist's optimal.
Nur so kann's meiner Meinung nach zu relevanter Kunst werden. Und das ist dann das Schwierige, die Kunst.
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