Anne Weber

Ida erfindet das Schießpulver

Geschichten
Taschenbuch
Preis € (D) 7,99 | € (A) 8,30 | SFR 11,90
ISBN: 978-3-596-19413-1
voraussichtlich ab 26. September 2012 im Buchhandel
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Buchdetails

Geschichten
96 Seiten, Broschur
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-596-19413-1
voraussichtlich ab 26. September 2012 im Buchhandel
Preisänderungen & Lieferfähigkeit vorbehalten.

Weitere Ausgaben

Cover »Ida erfindet das Schießpulver«
Ida erfindet das Schießpulver
Preis € (D) 7,99
ISBN: 978-3-10-401724-2

Inhalt

Ida betrachtet die Bewohner unserer Erde und wundert sich. Dem »gesunden Menschenverstand« traut sie nicht über den Weg. Ida träumt davon, die Erde in die Luft zu sprengen, hat für jede Gelegenheit einen anderen Kopf zur Hand, füttert schwarze Löcher mit allerlei Unnützem oder Unerwünschtem, plaudert mit den Sternen und reist mit Vorliebe in einer Seifenblase durch die Welt.

Pressestimmen

»Anne Weber schafft es, auf leichte Art ernst zu werden.« Jochen Jung, Die Zeit

»Anne Webers Literatur ist ein Ereignis.« Stephan Lebert, Der Tagesspiegel

Über Anne Weber

Anne Weber, geboren 1964 in Offenbach, lebt als Autorin und Übersetzerin in Paris. Sie übersetzt sowohl aus dem Deutschen ins Französische (u. a. Wilhelm Genazino und Sibylle Lewitscharoff) als auch aus dem Französischen ins Deutsche (u. a. Pierre Michon und Marguerite Duras). Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Preise, darunter den Kranichsteiner Literaturpreis 2010. Sie veröffentlichte ›Ida erfindet das Schießpulver‹ (1999), ›Im Anfang war‹ (2000), ›Erste Person‹ (2002), ›Besuch bei Zerberus‹ (2004), ausgezeichnet mit dem Heimito-von-Doderer-Preis, ›Gold im Mund‹ (2005), ausgezeichnet mit dem 3sat-Preis, ›Luft und Liebe‹ (2010), nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse, sowie ›August‹ (2011). Im Herbst 2012 erscheint der Roman ›Tal der Herrlichkeiten‹. Anne Weber schreibt auf Deutsch und Französisch, ihre Bücher erscheinen in Frankreich und Deutschland.

Mehr über Anne Weber

Anne Weber
Foto: Thorsten Greve


Interview zum Buch

Gespräch mit Anne Weber über »August. Ein bürgerliches Puppentrauerspiel«, 25.03.2011
Sohn eines berühmten Vaters, Sohn einer nicht standesgemäßen Mutter – August von Goethe entkommt den Familienschatten nicht, reibt sich auf und geht schließlich daran zugrunde: Ein blasser Junge, der den eigenen Weg, das eigene Leben nicht findet.
Anne Weber, »eine ganz besondere literarische Begabung« (Ulrich Wickert, NDR Kultur), wählt nach ihrem gefeierten Roman »Luft und Liebe« die Form eines Theaters im Kopf, um die Existenz eines ewigen Sohnes und sein Ringen um Selbständigkeit als Ausweg in die Freiheit literarisch vielstimmig und eindringlich darzustellen.

Petra Gropp: Sie haben zuletzt einen von der Kritik gefeierten und bei den Lesern sehr erfolgreichen Roman geschrieben, »Luft und Liebe«. Es hätte ein Stoff für einen Kitschroman sein können, haben Sie über dieses Buch gesagt, und in Ihren Händen ist diese romantische »Prinzessinnengeschichte« zu einer so leichten wie raffiniert-intelligenten, funkelnd ironischen Erzählung um Liebe, Betrug und Rache geworden.
Im Mittelpunkt Ihres neuen Buches, »August«, steht eine reale Person, August von Goethe, der Sohn Johann Wolfgang von Goethes. Was reizt Sie an dieser Figur?

Anne Weber: Vielleicht, dass sie so alles andere als »schillernd« und dabei doch tragisch ist. August hat nicht nur das Schicksal eines Menschen, der sein Leben lang im Schatten eines Größeren steht (wofür ich übrigens nicht seinen Vater verantwortlich mache, der schließlich nichts für seine Größe konnte). Was mich anrührte, war auch Augusts Zerrissen-Sein zwischen dem übergroßen, erdrückenden Vater und der in der Augen der guten Weimarer Gesellschaft des Dichters unwürdigen, sozial tief unter ihm stehenden Mutter. August war ein uneheliches Kind. Erst als er schon fast erwachsen war, entschloss sich Goethe doch noch dazu, die Mutter seines Sohnes, Christiane Vulpius, zu heiraten, aber auch diese späte Heirat konnte aus dem Sprössling keinen rechtmäßigen, respektablen Nachfahren mehr machen. Etwas von dem »Schmutz« seiner Geburt blieb immer an ihm haften.
In diese Situation ist August hineingeboren, niemand, er selbst am allerwenigsten, ist dafür verantwortlich zu machen. Darin liegt die Tragik seiner Existenz: Er konnte seiner Lebenssituation nicht entkommen, und ebenso wenig konnte er sie bewältigen. Es war ein unverdientes Leiden, das ihm schon als Kind auferlegt war.
Was mich zu ihm hinzog, war der Wunsch, ihm und seinem schweren Leben gewissermaßen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Ihn zu trösten. Ich stellte ihn mir vor als einen, der den ständigen Demütigungen seiner Umwelt ausgesetzt war und der sein ganzes Leben lang hat kämpfen müssen, um sich nichts von seinen Verletzungen anmerken zu lassen.
Neben der Größe der Großen gibt auch eine der Kleinen, eine Größe, die im Schatten entsteht und von allen unbemerkt bleibt. Eine solche unspektakuläre Größe spürte ich bei August, und ich sah es als meine Aufgabe an, sie auch für andere sichtbar zu machen.

Ida erfindet das Schießpulver
 

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