Anne Weber

Kirio

Hardcover
Preis € (D) 20,00 | € (A) 20,60
ISBN: 978-3-10-397269-6
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Buchdetails

224 Seiten, gebunden
S. FISCHER
ISBN 978-3-10-397269-6
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Cover »Kirio«
Kirio
Preis € (D) 18,99
ISBN: 978-3-10-490354-5

Inhalt

Ein Buch, das seinesgleichen und bis zum Ende seinen Erzähler sucht
Wer ist Kirio? Ein seltsamer Vogel, ein Verrückter, ein Heiliger? Seine Spur findet sich zuerst in Südfrankreich und verliert sich im Hanau der Brüder Grimm. Kirio läuft gerne auf den Händen und stellt auch sonst alles auf den Kopf. Er spielt Flöte und redet mit Steinen und Fledermäusen ebenso selbstverständlich wie mit Menschen. Er nimmt alles für bare Münze, bis auf die bare Münze selbst. Er vollbringt Wunder über Wunder und merkt es nicht. Wer also ist dieser Kirio? Und wem gehört die Stimme, die von ihm erzählt? Sie weiß es selber nicht! Und so ist das Rätsel auch dem Leser aufgegeben. Ist es die des Autors? Die des Schöpfers? Eines Engels? Der Phantasie? Anne Webers neuer Roman liest sich wie eine moderne Heiligenlegende und zugleich als poetischer Grenzgang zwischen Himmel und Erde.



Über Anne Weber

Anne Weber, geboren 1964 in Offenbach, lebt als Autorin und Übersetzerin in Paris. Zuletzt erschienen bei S. Fischer ›Ahnen‹, ›Tal der Herrlichkeiten‹, ›August‹ und ›Luft und Liebe‹. Ihr Werk wurde unter anderem mit dem Heimito-von-Doderer-Preis, dem 3sat-Preis, dem Kranichsteiner Literturpreis und dem Johann-Heinrich-Voß-Preis ausgezeichnet. Ihre Bücher schreibt Anne Weber auf Deutsch und Französisch.

Mehr über Anne Weber

Anne Weber
Foto: (c) Thorsten Greve


Interview zum Buch

Ein Interview mit Anne Weber über ihr Buch ›Ahnen‹, 20.08.2015
Lektor: Nach dem Liebesroman ›Tal der Herrlichkeiten‹ wendest du dich in deinem neuen Buch ›Ahnen‹ deiner Familie und vor allem deinem Urgroßvater Florens Christian Rang zu. Was waren deine Beweggründe für dieses sehr persönliche Buch und was war das für ein Mensch, dieser Florens Christian Rang?
Anne Weber: Auf den ersten Blick mögen diese beiden Bücher nicht viel miteinander zu tun haben; auf den zweiten durchaus. Man kann sicher ›Tal der Herrlichkeiten‹ einen Liebesroman nennen, aber es ist auch und vor allem eine Orpheus-Geschichte; die Geschichte eines Mannes, der sich aufmacht in das Reich der Toten, um die verlorene Geliebte wieder zu den Lebenden zurückzuholen. Wer sich mit Vergangenheit beschäftigt, mit Menschen, die vor uns gelebt haben, begibt sich in gewisser Weise auch in ein Reich der Toten. Er kommt zwar nie wirklich an, die Vergangenheit entzieht sich ihm immer wieder. Aber indem er ihre Schriften liest, ihre Bilder anschaut, etwas über ihre Zeit herausfindet, macht er sich auf den Weg zu den Toten und versucht, sich ihnen anzunähern.

Mein Urgroßvater Florens Christian Rang war ein durchaus faszinierender Mann. Eigentlich ist das Erstaunliche nicht so sehr, warum ich mich näher mit ihm beschäftigen wollte, als vielmehr, warum ich das nicht schon früher getan habe. Wenn ich auf die Frage: Was war das für ein Mensch?, eine einigermaßen einfache und bündige Antwort wüsste, hätte ich sicherlich dieses Buch nie geschrieben. Natürlich gibt es ein paar Anhaltspunkte: Er ist 1864 in Kassel geboren, war nach einem Jura-Studium zunächst im preußischen Staatsdienst, verließ seine Stelle aber schon bald wieder und studierte später noch Theologie, war einige Jahre Pfarrer in zwei Dörfern in der Umgebung von Poznań/Posen. Aber auch diesen Beruf ertrug er nicht lange. Er war mit Walter Benjamin, Martin Buber und Gershom Scholem befreundet, korrespondierte mit Hofmannsthal. Er war ein gelehrter Mann und hat viel geschrieben, über Shakespeare, Kleist, Cervantes, über das Christentum, über die Ursprünge des Karnevals. Sein Nachlass liegt seit einigen Jahren im Walter Benjamin Archiv in Berlin. Er scheint ein leidenschaftlicher, unruhiger, zerrissener Mensch gewesen zu sein. Das sind aber nur Anhaltspunkte, mit deren Hilfe allenfalls eine Art Phantombild eines Menschen zustande kommt. Alles Weitere entsteht in der Bewegung hin zu dem Mann und seiner Zeit, die dieses Buch abbildet.

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