Anne Weber

Kirio

Hardcover
Preis € (D) 20,00 | € (A) 20,60
ISBN: 978-3-10-397269-6
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Buchdetails

224 Seiten, gebunden
S. FISCHER
ISBN 978-3-10-397269-6
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Cover »Kirio«
Kirio
Preis € (D) 18,99
ISBN: 978-3-10-490354-5

Inhalt

Ein Buch, das seinesgleichen und bis zum Ende seinen Erzähler sucht
Wer ist Kirio? Ein seltsamer Vogel, ein Verrückter, ein Heiliger? Seine Spur findet sich zuerst in Südfrankreich und verliert sich im Hanau der Brüder Grimm. Kirio läuft gerne auf den Händen und stellt auch sonst alles auf den Kopf. Er spielt Flöte und redet mit Steinen und Fledermäusen ebenso selbstverständlich wie mit Menschen. Er nimmt alles für bare Münze, bis auf die bare Münze selbst. Er vollbringt Wunder über Wunder und merkt es nicht. Wer also ist dieser Kirio? Und wem gehört die Stimme, die von ihm erzählt? Sie weiß es selber nicht! Und so ist das Rätsel auch dem Leser aufgegeben. Ist es die des Autors? Die des Schöpfers? Eines Engels? Der Phantasie? Anne Webers neuer Roman liest sich wie eine moderne Heiligenlegende und zugleich als poetischer Grenzgang zwischen Himmel und Erde.
Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2017



Pressestimmen

»ein philosophischer Fingertrick, dessen Tempo man mit Staunen sieht und dessen Wirkung man sich durch die Langsamkeit der Vernunft nicht zerstören lassen soll.«
Paul Jandl, Die Welt/Literarische Welt, 25.02.2017

»Ein so leichtfüßig daherkommendes Kabinettstück zwischen Kindermärchen, Schelmenroman, Lebensweisheitsgleichnis und Heiligenlegende ist uns in der eher bedeutungsschweren Romanliteratur unserer Jahre nicht mehr begegnet.«
Joseph Hanimann, Süddeutsche Zeitung, 04.03.2017

»Anne Weber schafft in Szenen und meta-literarischen Reflexionen ein schwer fassbares, aber dabei ungemein klares Lese-Erlebnis, aus dem man nicht viel schlauer, aber belebt hervorgeht.«
Fabian May, Westdeutscher Rundfunk, WDR 5, 04.03.2017

»Einen so heiter leichten und klugen Roman hat Anne Weber vielleicht noch nie geschrieben.«
Gabriele von Arnim, Deutschlandradio Kultur, 06.03.2017

»Leichter, lichter kann man zu den Schöpfungsgeheimnissen des Schreibens kaum bekehrt werden.«
Stefan Kister, Stuttgarter Zeitung, 09.03.2017

»Anarchisch, sprachverliebt und voller literarischer Hinweise auf Werke von Calvino, Pavese, Proust oder Zola.«
Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2017

»Es sind die großen Fragen – in einem schmalen Band, dessen Lektüre größtes Vergnügen bereitet.«
Julia Riedhammer, RBB Kulturradio, 14.03.2017

»Ein so leichtfüßig daherkommendes Kabinettstück zwischen Kindermärchen, Schelmenroman, Lebensweisheitsgleichnis und Heiligenlegende wie Anne Webers »Kirio« ist schon lange nicht mehr erschienen.«
Tages-Anzeiger, 23.03.2017



Über Anne Weber

Anne Weber, geboren 1964 in Offenbach, lebt als Autorin und Übersetzerin in Paris. Zuletzt erschienen bei S. Fischer ›Kirio‹, ›Ahnen‹, ›Tal der Herrlichkeiten‹, ›August‹ und ›Luft und Liebe‹. Ihr Werk wurde unter anderem mit dem Heimito-von-Doderer-Preis, dem 3sat-Preis, dem Kranichsteiner Literturpreis und dem Johann-Heinrich-Voß-Preis ausgezeichnet. Ihre Bücher schreibt Anne Weber auf Deutsch und Französisch.

Mehr über Anne Weber

Anne Weber
Foto: (c) Thorsten Greve


Interview

Interview mit Anne Weber zu ›Kirio‹, 01.03.2017
Anne Weber steht mit ihrem neuen Roman ›Kirio‹ auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse. Wer die Geschichte von Kirio liest, könnte leicht auf den Gedanken kommen, das Gute sei eigentlich viel geheimnisvoller als das Böse. Woher kommt es? Kann es heute noch so etwas wie einen Heiligen geben? Wenn ja, müsste er wohl wie Kirio aussehen.
Sascha Michel: Kirio ist die Hauptfigur deines neuen, gleichnamigen Romans. Wer ist dieser Kirio?
Anne Weber: Kirio ist mehr, als hier in eine Antwort hineinpassen würde. Für den Leser – und sogar für mich selbst –, bleibt er letztlich ein Rätsel. Aber natürlich kann ich versuchen, ihn zu beschreiben. Sein Hauptmerkmal ist wohl: Er ist ganz ohne Arg. Wahrscheinlich ist er, was man einen guten Menschen nennt, aber er weiß es nicht. (Wäre er, wenn er es wüsste, noch ein so guter Mensch?) Wo er auftaucht, wenden sich die Dinge zum Guten.
Kirio bemüht sich nicht, ein guter Mensch zu sein. Er tut das Gute, ohne es zu wissen und ohne es zu wollen. Er ist einfach so. Sein Gut-Sein geht so weit, dass er oft gar nicht erst etwas zu tun braucht: Es ist, als würde sein Wesen auf seine Umgebung ausstrahlen, als würde seine Anwesenheit genügen, um das Schlimme abzuwenden.
Für die Figur des Kirio hatte ich ein reales Vorbild, einen Menschen, den ich kenne und der mir ein Rätsel ist. Diesen Menschen beobachtend und über ihn staunend, dachte ich mir: Wie kommt es eigentlich, dass alle immer so vom Bösen fasziniert sind, warum ist die Literatur so voll davon? Ist nicht das Gute im Menschen viel rätselhafter? Für das Böse gibt es immer Erklärungen: eine schlimme Kindheit, abwesende oder liebesunfähige Eltern, Enttäuschungen und Verletzungen aller Art, Zurückgesetztsein ... Das Gute aber erscheint mir viel geheimnisvoller. Wie entsteht es? Warum ist jemand »gut«? (Ich sage der Einfachheit halber »das Gute« und »das Böse«, als gäbe es diese in Reinform.) Wie kommt es, dass das Gute im Menschen weiter besteht, obwohl kaum jemand noch die zehn Gebote kennt, geschweige denn glaubt, nach ihnen handeln zu müssen, und obwohl niemand mehr ernsthaft fürchtet, wegen seiner Verfehlungen in die Hölle zu kommen? Woher kommt das Gute?
Kirio ist die Verkörperung dieses Rätsels.
Sascha Michel
Die Herausforderung war, das Gute gewissermaßen dem Langweiligen zu entreißen, mit dem es gewöhnlich assoziiert wird. Dabei hat mir die Lektüre von Chestertons Biographie des Heiligen Franziskus von Assisi sehr geholfen. Hier wird ein Heiliger beschrieben, der staunt und staunen macht, ein »Jongleur de Dieu«, kein verbissener Fanatiker, sondern ein fröhlicher Mensch, ein Spieler, der schon deshalb kein Langweiler ist, weil er einen radikal anderen Blick auf die Welt hat als andere Leute, weil er die Welt auf den Kopf stellt. Dieses Buch hat mich sehr angeregt.

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