Ilse Grubrich-Simitis
Michelangelos Moses und Freuds »Wagstück«
Studien
Hardcover
Preis € (D) 24,90 | € (A) 25,60 | SFR 35,50
ISBN: 978-3-10-074400-5
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Buchdetails
Studien
132 Seiten, Leinen
S. Fischer Verlag
ISBN 978-3-10-074400-5
lieferbar
Preisänderungen & Lieferfähigkeit vorbehalten.
132 Seiten, Leinen
S. Fischer Verlag
ISBN 978-3-10-074400-5
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Inhalt
In ihrer Collage, die Text und Bild auf innovative Weise miteinander verbindet, erzählt Ilse Grubrich-Simitis zuerst die Geschichte des sprachmächtigen Freudschen Essays über den Moses des Michelangelo. 1912 bis 1914, in den Jahren der Auseinandersetzung und des schließlichen Bruchs mit C.G. Jung, war Freud von diesem Bilderwerk regelrecht besessen. In Gestalt der Deutung - der Künstler zeige einen Moses, der angesichts seines um das Goldene Kalb tanzenden Volkes, entgegen dem Bibelwortlaut, sich nicht dazu hinreißen lasse, die Gesetzestafeln im Zorn zu zerschmettern - erschuf sich der Begründer der Psychoanalyse in einer persönlichen Krise ein haltgebendes Vorbild der Selbstbeherrschung im Dienste der Fortsetzung des eigenen Lebenswerks. Dabei übersah er freilich sprechende, seiner Deutung widersprechend Details.
Laut einer neueren, stimmigeren Interpretation des Kunsthistorikers Franz-Joachim Verspohl zeigt Michelangelo den Moses nach einer späteren Unterredung mit Gott, in deren Verlauf ihm sein bevorstehendes Ende verkündet wird. So gesehen, wurzelt die unerhörte, unvergängliche Wirkung der Statue in der meisterlichen Darstellung des Schreckens angesichts von Gebrechlichkeit und Sterblichkeit des Menschen sowie Zähmung dieses Schreckens. Die Autorin zeigt am Ende nicht nur Berührungspunkte zwischen beiden Deutungen; sie nennt auch moderne Gründe dafür, in unserer Zeit einer rasanten kulturellen Regression von Michelangelos Moses als Repräsentanten ethischer Prinzipien und des "Fortschritts in der Geistigkeit" sich ergreifen zu lassen.
Laut einer neueren, stimmigeren Interpretation des Kunsthistorikers Franz-Joachim Verspohl zeigt Michelangelo den Moses nach einer späteren Unterredung mit Gott, in deren Verlauf ihm sein bevorstehendes Ende verkündet wird. So gesehen, wurzelt die unerhörte, unvergängliche Wirkung der Statue in der meisterlichen Darstellung des Schreckens angesichts von Gebrechlichkeit und Sterblichkeit des Menschen sowie Zähmung dieses Schreckens. Die Autorin zeigt am Ende nicht nur Berührungspunkte zwischen beiden Deutungen; sie nennt auch moderne Gründe dafür, in unserer Zeit einer rasanten kulturellen Regression von Michelangelos Moses als Repräsentanten ethischer Prinzipien und des "Fortschritts in der Geistigkeit" sich ergreifen zu lassen.
Pressestimmen
»Mit ihrem faszinierenden Buch, (...) hat die Autorin ein Werk geschaffen, das eine ganz neue Sicht auf die Moses-Skulptur und ihren architekturalen und spirituellen Kontext erlaubt (...) Manchmal wünscht man sich, dass im oberflächlichen Wirbel der Infotainment-Gesellschaft mehr solcher Bücher erscheinen würden - Bücher, die uns auf eine eher leise Art daran erinnern, dass Bildung und kulturelles Gedächtnis immer noch Voraussetzung dafür sind, dass wir unsere Gegenwart lesen können«.
Hans-Martin Lohmann, DIE ZEIT, 26. August 2004.
»Schön darf dieses Buch nicht nur seiner erlesenen äußeren Ausstattung wegen genannt werden, sondern auch, weil es beiden Kunstwerken ihr Recht lässt - sowohl der Moses-Plastik Michelangelos als auch dem Moses-Essay Freuds«
Hans-Martin Lohmann, DeutschlandRadio/ Deutschlandfunk »Politische Literatur«, 20.September 2004.
»Ilse Grubrich-Simitis hat dieses bewundernswerte Buch in Erinnerung an Gottfried und Tutti Bermann Fischer geschrieben. Es will als gelungener Dialog von Text und Bild nicht nur gelesen, sondern auch angeschaut sein.«
Friedrich-Wilhelm Eickhof, Die Psyche 12/04
Hans-Martin Lohmann, DIE ZEIT, 26. August 2004.
»Schön darf dieses Buch nicht nur seiner erlesenen äußeren Ausstattung wegen genannt werden, sondern auch, weil es beiden Kunstwerken ihr Recht lässt - sowohl der Moses-Plastik Michelangelos als auch dem Moses-Essay Freuds«
Hans-Martin Lohmann, DeutschlandRadio/ Deutschlandfunk »Politische Literatur«, 20.September 2004.
»Ilse Grubrich-Simitis hat dieses bewundernswerte Buch in Erinnerung an Gottfried und Tutti Bermann Fischer geschrieben. Es will als gelungener Dialog von Text und Bild nicht nur gelesen, sondern auch angeschaut sein.«
Friedrich-Wilhelm Eickhof, Die Psyche 12/04

