Marlene Streeruwitz

Nachkommen.

Roman
Hardcover
Preis € (D) 19,99 | € (A) 20,60
ISBN: 978-3-10-074445-6
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Buchdetails

Roman
432 Seiten, gebunden
S. FISCHER
ISBN 978-3-10-074445-6
lieferbar
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Weitere Ausgaben

Cover »Nachkommen.«
Nachkommen.
Preis € (D) 10,99
ISBN: 978-3-596-19591-6
Cover »Nachkommen.«
Nachkommen.
Preis € (D) 9,99
ISBN: 978-3-10-402322-9

Inhalt

›Nachkommen.‹ ist ein Roman über die Ordnung der Generationen und wie sie durch Gier und Vernachlässigung außer Kraft gesetzt wird.

Am Morgen verabschiedet sich die zwanzigjährige Nelia Fehn von ihrem toten Großvater, am Abend sitzt sie als jüngste Autorin bei der Verleihung des Deutschen Buchpreises. In Frankfurt trifft sie ihren leiblichen Vater das erste Mal. Auf der Buchmesse wird sie gefragt, warum sie denn nun einen Roman geschrieben habe.
»Sie hatte nur nicht sagen können, was sie da gemacht hatte. Oder warum. Sie hatte nur einfach geschrieben und jetzt war das ein Roman, und das Leben ging weiter. Sie wußte nicht einmal, ob sie wieder schreiben wollte. Weiter schreiben.«
Marlene Streeruwitz gewährt uns einen Insider-Einblick in das Literaturgetriebe, und es gelingt ihr, aus dem Ende der Literatur Literatur zu machen.



Pressestimmen

»Marlene Streeruwitz, die selbst 2011 auf der Shortlist war, gelingt mit ›Nachkommen‹ das präzise Porträt einer jungen Frau in einer fremden Welt.«
Kaspar Heinrich, KulturSpiegel, Juli 2014

»Feministischer Impetus, Scharfblick für die Zwischentöne menschlicher Interaktionen[…]zeichnen […] dieses Streeruwitz-Werk aus und machen es zu einem der lesenswertesten Romane dieses Jahres.«
Anja Kümmel, Weser-Kurier, 29.06.2014

»Eine großartige Idee. Literatur wird so ernst genommen, dass mit ihr gespielt werden darf.«
Peter Pisa, Kurier, 28.06.2014

»Eine Abrechnung. Ein Schlüsselroman. Eine Literaturbetriebssatire. Ein Wutausbruch. Ein pointiert beschriebener Generationenkonflikt. Viel wird über den heute erscheinenden Roman ›Nachkommen.‹ von Marlene Streeruwitz geschrieben werden.«
APA in Tiroler Tageszeitung, 26.06.2014

»eine Art Shortlist-Exorzismus, ein Anti-Literaturbetriebsroman, ein Werk aus der Sparte der Abwehr- und Vorwurfs-, aber auch der satirischen Literatur - und dabei höchst unterhaltsam.«
Thomas Andre, Spiegel Online, 26.06.2014

»In ›Nachkommen‹ zeigt Marlene Streeruwitz einmal mehr souverän, worin ihre Stärke liegt: im kühlen und genauen Sezieren der Gegenwart.«
Kristina Pfoser, ORF, Ö1, 26.06.2014

»eine der komplexesten und klügsten Autorinnen deutscher Sprache.«
Christoph Schröder, Journal Frankfurt, 20.06.2014



Über Marlene Streeruwitz

Marlene Streeruwitz, in Baden bei Wien geboren, studierte Slawistik und Kunstgeschichte und begann als Regisseurin und Autorin von Theaterstücken und Hörspielen. Für ihre Romane erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Bremer Literaturpreis und den Franz-Nabl-Preis. Ihr Roman ›Die Schmerzmacherin.‹ stand 2011 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Zuletzt erschienen die Romane ›Nachkommen.‹ und unter dem Pseudonym Nelia Fehn ›Die Reise einer jungen Anarchistin in Griechenland.‹.

Literaturpreise:

u.a.
Mara-Cassens-Preis 1996
Österreichischer Würdigungsstaatspreis für Literatur 1999
Hermann-Hesse-Literaturpreis 2001 (für "Nachwelt")
Walter-Hasenclever-Literaturpreis 2002
Bremer Literaturpreis 2012
Franz-Nabl-Preis 2015

Mehr über Marlene Streeruwitz

Marlene Streeruwitz
Foto: Philipp Horak


Interview zum Buch

Marlene Streeruwitz über ihr neues Buch »Kreuzungen.«, 03.07.2008
Die vielen Millionen auf der Bank in Luxemburg reichen nicht. Der Held dieses abgründigen, in rasanten Bildern erzählten Romans macht sich auf, zu den Allerreichsten der Welt zu gehören. Dazu beendet er das bisherige Leben, aus dem sein Reichtum hervorgegangen ist. Er verlässt Wien und seine Frau, die Kinder und sogar seine Therapeutin. Eine Schönheitsoperation eröffnet sein neues Leben. So verändert begibt er sich zur Erholung nach Venedig und trifft auf den Lyriker Gianni, der ihm mit seiner Kunst die endgültige Verfügbarkeit der Welt offenbart. Er benötigt nur noch die private Basis, sich uneingeschränkt dem Begehren nach Geld und Macht hinzugeben. Eine neue Frau wird gesucht. In der noblen Heiratsvermittlung der Frau Zapolska in Zürich findet sich eine passende Kandidatin und schon beginnen die Anwälte, die Verträge zu entwerfen. Die Form der Zeugung wird zum juristischen Problem. Sollen die Kinder künstlich oder natürlich entstehen? Francesca besteht auf künstlicher Befruchtung. Aber dann stellt sich überhaupt die Frage, was Francesca für eine Rolle spielt und ob sie nicht eine Agentin aus seiner Vergangenheit ist. Plant sie ein Komplott gegen ihn? Greift sie nach seinem Reichtum? Geht es um sein Leben?

Drei Wochen nach der Wahl von Nicolas Sarkozy zum französischen Präsidenten im Mai 2007 begann Marlene Streeruwitz diesen neuen Typus des mächtigen Mannes zu erforschen. Die Form des Romans, das Verschränken und Beschreiben von Motivketten, das detailgenaue Nachzeichnen eines Gedankenflusses, sind das poetische Instrument, mit dem die Autorin einer Persönlichkeit auf den Grund geht, für die Macht und Geld nicht mehr Mittel oder Standessymbole sind, sondern sexuelle, seelische und ästhetische Komponenten des Selbst.
Verlag: Frau Streeruwitz, zum ersten Mal spielt in Ihrem Werk ein Mann die Hauptrolle. Gehen Sie neue Wege?
Marlene Streeruwitz: Ach. Das ist ja nur eine andere Brennweite, die in „Kreuzungen.“ gewählt ist und die sich auf allen Textebenen auswirkt. Mein Projekt ist doch die Frage, wie der Schmerz in die Leben gerät. Da ist es nur konsequent, sich der Macht zuzuwenden und zu erforschen, wie Macht gemacht wird und was sie selber zu leiden hat. Figuren wie Max in „Kreuzungen.“ sind in allen meinen Romanen bereits aufgetreten. Diesmal ist das Zentrum der Macht der Ort des Romans und nicht die Peripherie wie bisher. Das ist ein konsequenter Weg der Erforschung. Helene in „Verführungen.“ war wohl die Figur, die sich an die äußerste Peripherie gedrängt finden musste. Margarethe in „Nachwelt.“ geht in der Geschichte der Exilanten den Spuren der Macht in Form des Dritten Reichs nach. Madeline Aschers Leben in „Partygirl.“ ist von dieser Macht gezeichnet. Jessica in „Jessica,30.“ nimmt den Kampf gegen die Korruption der politischen Macht und ihre Auswirkungen im Privaten auf. Selma in „Entfernung.“ war selbst im Zentrum und muss nach dem Verlust der Macht mit der Einsamkeit und der Erkenntnis der Gestürzten fertig werden. In „Kreuzungen.“ wird der Frage nachgegangen, wie materielle Macht gelebt wird. Unter den derzeitigen Bedingungen ist eine Männerfigur da die logische Lösung.
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