Marlene Streeruwitz

Das wird mir alles nicht passieren ...

Essay/s
Taschenbuch
Preis € (D) 9,95 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-596-17734-9
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Buchdetails

Essay/s
160 Seiten, Broschur
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-596-17734-9
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Cover »Das wird mir alles nicht passieren ...«
Das wird mir alles nicht passieren ...
Preis € (D) 9,49
ISBN: 978-3-10-400802-8

Inhalt

Marlene Streeruwitz versteht es in einzigartiger Weise, die Abgründe der Wirklichkeit auszuloten und in Sprache zu fassen. In ihren neuen Erzählungen schildert sie elf Schicksale, elf Figuren, die eines gemeinsam haben: die Entscheidung, sich ihren äußeren Bedingungen unterzuordnen oder auf einer autonomeren Lebensgestaltung zu bestehen.
Diese elf literarischen Lernstücke finden ihre Fortsetzung auf der Website des Buches, auf der alle Fragen diskutiert werden, die diese elf Geschichten aufwerfen. Auf dieser Webseite wird verraten, wie die Personen ihr Leben weiter gestalteten und welche Überlegungen für sie ausschlaggebend waren. Die Theorie erschließt sich so aus der Praxis, und jenseits von dogmatischen Lösungen lassen sich durch Vielfalt die Räume der Emanzipation neu beschreiben.

Pressestimmen

»Marlene Streeruwitz ist spezialisiert auf radikale, präzise Gesellschaftsanalysen. Wo andere Harmonie predigen, zeigt sie die Widersprüche. (…) Die Romane und Erzählungen von Marlene Streeruwitz liefern mehr als eine Illustration ihrer Theorien - und es ist eine scharf konturierte, schnörkellose, aufregende Literatur.«
Karin Großmann, Sächsische Zeitung, 5.3.2011

»Streeruwitz demonstriert in ihren neuen Erzählungen nicht nur die Möglichkeit und die Risiken eines emanzipierten Lebens, sondern auch einmal mehr das Potenzial feministischen Schreibens.«
Georg Renöckl, Neue Zürcher Zeitung, 26.2.2011

»Marlene Streruwitz zeigt mit diesen Texten einmal mehr, wie präzise und subtil sie das hinter dem Schein Verborgene, das sich sogar dem eigenen Bewusstsein entzieht, darzustellen vermag.«
Sabine Grimkowski, SWR 2, Die Buchkritik, 21.2.2010

»Ein kleines, aber feines und gut lesbares Buch, das viel stoff zum Nachdenken bietet - nicht nur für Frauen.«
Bücher, Januar/Februar 2011

»Einblick in fragile Gefühlswelten, für die Streeruwitz eine adäquate Sprache findet: präzise, brüchig, unsentimental; seismographisch in ihrer Funktion als Indikator eines grundlegend gestörten Gleichgewichts.«
Martina Wunderer, literaturhaus.at, 4.1.20100

»Wenn ein Mann und eine Frau dasselbe tun, wird es selten als dasselbe wahrgenommen. Diese Unterschiede diagnostiziert Streeruwitz präzise, nicht auf einer akademischen, sondern auf einer sehr alltäglichen Ebene. Damit zerschmettert sie eine Behauptung, die speziell in Österreich gern dröhnend vorgetragen wird: dass eh schon längst alles erledigt sei mit der Gleichberechtigung der Geschlechter.«
Sibylle Hamann, Der Falter, 15.12.2010

»Die Porträts von zwei Männern und neun Frauen sind fein gezeichnete Wirklichkeitsannäherungen. Sie zeigen Konfliktlinien, aber geben keine Antworten – und sie haben ein offenes Ende.«
Britta Heidemann, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 25.11.2010

»Der Aufforderung des Buchumschlags ›Sehen Sie nach und mischen Sie sich ein‹, scheinen zwar noch nicht sonderlich viele Leserinnen und Leser nachgekommen zu sein, doch die Idee gefällt, und die Seite ist abwechslungsreich gestaltet. Sie vermischt das herkömmliche Buch und crossmediale Hypertext-Möglichkeiten und lässt den Leser auch in seine Zukunft als E-Book-User blicken. Die Zukunft der elf von Streeruwitz vorgestellten Figuren bleibt ein Gedankenexperiment, das den Leser unweigerlich zur Beschäftigung mit dem eigenen Leben auffordert.« Wolfgang Huber-Lang, APA, 24.Nov 2010

»Nicht nur Marlene Streeruwitz, auch ihre Sprache ist weicher geworden, sie zerschießt die Sätze nicht mehr so aggressiv mit bleischweren Punkten, sondern erlaubt ihnen, leichter zu fließen.«
Adreinne Braun, Stuttagrter Zeitung, 11.11.2010

»Wer Literatur hart und ätzend und zugleich luzid und sensibel liest, lese Marlene Streeruwitz.«
Neue Zürcher Zeitung, 30.10.2010

»›Das wird mir alles nicht passieren‹ ist als Taschenbuch erschienen. Wer meint, diese Publikationsform degradiere diese Kurzgeschichten zu einem Nebenwerk, irrt sich gewaltig. Dieses Buch hat alles, was gute Literatur ausmacht. Es bietet uns ein treffendes Zeitbild in überzeugender künstlerischer Form, Aufklärung im besten Sinn des Wortes. Dahinter steht eine Autorin, die allen Enttäuschungen, Irrtümern und Niederlagen zum Trotz an ihrer Utopie vom selbstbestimmten Menschen festhält.«
Oberösterreichische Nachrichten, 29.10.2010

»Mitmachtexte für FeministInnen? Ja, und was für welche! Wenn die österreichische Schriftstellerin Marlene Streeruwitz so etwas macht, ist das eine Mischung aus alter politischer Schule und neuem Medium.«
Paul Jandl, Die Welt, 23.10.2010

»Bei dem eher schmalen Erzählbändchen handelt es sich um eines der besten Bücher von Marlene Streeruwitz. Und das will angesichts ihres fulminant-feministischen Werkes einiges besagen. Dabei kommt die Autorin diesmal nahezu völlig ohne ihren den typischen Streeruwitz-Stil aus.«
Rolf Löchel, literaturkritik.de, 13.10.2010

Über Marlene Streeruwitz

Marlene Streeruwitz, in Baden bei Wien geboren, studierte Slawistik und Kunstgeschichte und begann als Regisseurin und Autorin von Theaterstücken und Hörspielen. Für ihre Romane erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Droste-Preis und den Peter-Rosegger-Literaturpreis.

Mehr über Marlene Streeruwitz

Marlene Streeruwitz
Foto: Philipp Horak


Interview zum Buch

Marlene Streeruwitz über ihr neues Buch »Kreuzungen.«, 03.07.2008
Die vielen Millionen auf der Bank in Luxemburg reichen nicht. Der Held dieses abgründigen, in rasanten Bildern erzählten Romans macht sich auf, zu den Allerreichsten der Welt zu gehören. Dazu beendet er das bisherige Leben, aus dem sein Reichtum hervorgegangen ist. Er verlässt Wien und seine Frau, die Kinder und sogar seine Therapeutin. Eine Schönheitsoperation eröffnet sein neues Leben. So verändert begibt er sich zur Erholung nach Venedig und trifft auf den Lyriker Gianni, der ihm mit seiner Kunst die endgültige Verfügbarkeit der Welt offenbart. Er benötigt nur noch die private Basis, sich uneingeschränkt dem Begehren nach Geld und Macht hinzugeben. Eine neue Frau wird gesucht. In der noblen Heiratsvermittlung der Frau Zapolska in Zürich findet sich eine passende Kandidatin und schon beginnen die Anwälte, die Verträge zu entwerfen. Die Form der Zeugung wird zum juristischen Problem. Sollen die Kinder künstlich oder natürlich entstehen? Francesca besteht auf künstlicher Befruchtung. Aber dann stellt sich überhaupt die Frage, was Francesca für eine Rolle spielt und ob sie nicht eine Agentin aus seiner Vergangenheit ist. Plant sie ein Komplott gegen ihn? Greift sie nach seinem Reichtum? Geht es um sein Leben?

Drei Wochen nach der Wahl von Nicolas Sarkozy zum französischen Präsidenten im Mai 2007 begann Marlene Streeruwitz diesen neuen Typus des mächtigen Mannes zu erforschen. Die Form des Romans, das Verschränken und Beschreiben von Motivketten, das detailgenaue Nachzeichnen eines Gedankenflusses, sind das poetische Instrument, mit dem die Autorin einer Persönlichkeit auf den Grund geht, für die Macht und Geld nicht mehr Mittel oder Standessymbole sind, sondern sexuelle, seelische und ästhetische Komponenten des Selbst.
Verlag: Frau Streeruwitz, zum ersten Mal spielt in Ihrem Werk ein Mann die Hauptrolle. Gehen Sie neue Wege?
Marlene Streeruwitz: Ach. Das ist ja nur eine andere Brennweite, die in „Kreuzungen.“ gewählt ist und die sich auf allen Textebenen auswirkt. Mein Projekt ist doch die Frage, wie der Schmerz in die Leben gerät. Da ist es nur konsequent, sich der Macht zuzuwenden und zu erforschen, wie Macht gemacht wird und was sie selber zu leiden hat. Figuren wie Max in „Kreuzungen.“ sind in allen meinen Romanen bereits aufgetreten. Diesmal ist das Zentrum der Macht der Ort des Romans und nicht die Peripherie wie bisher. Das ist ein konsequenter Weg der Erforschung. Helene in „Verführungen.“ war wohl die Figur, die sich an die äußerste Peripherie gedrängt finden musste. Margarethe in „Nachwelt.“ geht in der Geschichte der Exilanten den Spuren der Macht in Form des Dritten Reichs nach. Madeline Aschers Leben in „Partygirl.“ ist von dieser Macht gezeichnet. Jessica in „Jessica,30.“ nimmt den Kampf gegen die Korruption der politischen Macht und ihre Auswirkungen im Privaten auf. Selma in „Entfernung.“ war selbst im Zentrum und muss nach dem Verlust der Macht mit der Einsamkeit und der Erkenntnis der Gestürzten fertig werden. In „Kreuzungen.“ wird der Frage nachgegangen, wie materielle Macht gelebt wird. Unter den derzeitigen Bedingungen ist eine Männerfigur da die logische Lösung.
Das wird mir alles nicht passieren ...
 
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